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Sechs Calla-Lilien, die weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze besitzen, sollen am Berliner Magnus-Hirschfeld-Ufer sexuelle Vielfalt symbolisieren (Bild: LSVD)

Nach zehn Monaten haben sich das Bezirksamt Berlin-Mitte und der LSVD auf einen Vertrag verständigt – die Einweihung soll 2017 erfolgen.

Das vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) initiierte Denkmal für die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung kann errichtet werden. Das Bezirksamt Berlin-Mitte und der Verband haben sich auf einen Vertrag zur Überlassung einer Teilfläche des Magnus-Hirschfeld-Ufers verständigt. Dies teilte der LSVD am Montag in einer Pressemitteilung mit.

Die Genehmigung hatte der Lesben- und Schwulenverband bereits im Dezember des letzten Jahres beantragt. Weil sich das Bezirksamt nicht rührte, konnten jedoch weder Statiker noch Architekten beauftragt werden – der ursprüngliche Zeitplan für das durch Spenden und Lottomittel bereits komplett finanzierte Denkmal kam durcheinander. Im Mai hatten FDP-Kommunalpolitiker sogar laut über "Schlamperei oder absichtliche Blockade einer notwendigen Erinnerung an die erste Homosexuellen-Emanzipationsbewegung" spekuliert (queer.de berichtete).

Einweihung 120 Jahre nach Gründung des WhK


Am Magnus-Hirschfeld-Ufer erinnern bereits Gedenktafeln an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung

Das neue Denkmal soll an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung erinnern. Sie begann 1897 mit der Gründung des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK) durch Magnus Hirschfeld, der später auf dem Gelände des heutigen Bundeskanzleramts das Institut für Sexualwissenschaft gründete. Die Nazis plünderten das Institut und verbrannten dessen Schriften, Hirschfeld starb im Exil. Nach ihm ist inzwischen der entsprechende Ufer-Abschnitt an der Spree benannt, an dem auch Gedenktafeln angebracht sind.

Eine Jury hatte im November letzten Jahres für das Denkmal aus fünf eingereichten Entwürfen von Studenten der Universität der Künste Berlin (UdK) das Motiv "Calla" ausgewählt, das auch bei einer Online-Abstimmung der Favorit von queer.de-Lesern gewesen war (queer.de berichtete). Der Entwurf mit insgesamt sechs großen bunten Blumen symbolisiert sexuelle Vielfalt anhand der Calla-Lilie, die weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze besitzt.

"Die Errichtung des Denkmals für die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung ist ein wichtiges historisches und aktuelles Zeichen", erklärte nun Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD). "An historischem Ort, im Regierungsviertel der deutschen Bundeshauptstadt wird daran erinnert, dass Homosexuellenrechte Menschenrechte sind und auch in Deutschland hart erkämpft werden mussten."

Der Bezirk Mitte will dem Lesben- und Schwulenverband die Fläche am Spreeufer gegenüber dem Bundeskanzleramt für zehn Jahre mietfrei überlassen, im Falle eines Grundstücksverkaufs besitzt der Bezirk jedoch ein Sonderkündigungsrecht. Die öffentliche Vertragsunterzeichnung wird nach Angaben des LSVD am 16. September stattfinden. Das rund 125.000 Euro teure Denkmal soll dann vom Architekten Sascha Ratayski realisiert und im Jahr 2017 anlässlich des 120-jährigen Gründungsjubiläums des WhK eingeweiht werden. (cw)



#1 GeorgGProfil
  • 12.09.2016, 16:54hBerlin
  • Da Berlin am nächsten Sonntag Rot-Rot-Grün wählen wird, dürfte es mit der Realisierung der Denkmals keine Probleme geben.
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#2 AFD-WatchAnonym
#3 AlexDProfil
  • 12.09.2016, 18:40hBonn
  • Ein schönes Denkmal, wie ich finde. Ich frage mich allerdings, ob es auch stabil genug ist. Es wird garantiert Übergriffe auf das Denkmal geben. Leider.
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