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  • 12.09.2016, 15:26h           3      Teilen:   |

Änderungen für Wohnungsanbieter

Airbnb geht gegen LGBT-Diskriminierung vor

Artikelbild
Airbnb ist auch beim CSD in San Francisco dabei (Bild: flickr / Quinn Dombrowski / cc by 2.0)

Rassisten und Homo-Hasser sollen bei der Online-Plattform für Privatunterkünfte künftig keinen Platz mehr haben.

Airbnb macht ernst im Kampf gegen Diskriminierung: Der amerikanische Online-Vermittler, bei dem weltweit zwei Millionen Privatunterkünfte zur Kurzzeit-Miete angeboten werden, hat in einem am vergangenen Donnerstag vorgestellten Bericht (PDF) neue Nutzungsbedingungen angekündigt, die besonders die Ungleichbehandlung aufgrund der Rasse, der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität bekämpfen sollen. Diskriminierung widerspreche der Philosophie des Unternehmens, heißt es in dem Bericht. Der neue Kodex soll ab 1. November verbindlich werden.

Zwar verbietet die Plattform schon seit langem Diskriminierung, allerdings berichten immer wieder Schwarze oder Schwule und Lesben, dass sie ein Zimmer buchen wollten, aber offensichtlich wegen ihrer Hautfarbe oder sexuellen Orientierung abgewiesen worden seien. "Jeder, der der Airbnb-Gemeinschaft beitritt, behandelt alle Mitglieder respektvoll und ohne Vorurteile. Egal welcher Rasse, Religion, Nationalität, Altersgruppe sie angehören oder welche sexuelle Orientierung sie haben", soll es in Zukunft im "Airbnb Community Commitment" heißen, dem jedes Mitglied zustimmen muss.

Als Neuerung soll ab 1. Oktober auch eingeführt werden, dass sich jeder, der sich diskriminiert fühlt, an Airbnb wenden kann und vom Anbieter einen Alternativvorschlag erhält.

Fortsetzung nach Anzeige


Problem: Benutzerbild

Problematisch ist bei Airbnb insbesondere das Benutzerprofil, das Kunden anlegen müssen. Darin muss auch ein Porträtbild enthalten sein. Immer wieder gab es beispielsweise Berichte, dass einige Anbieter anhand des Bildes grundsätzlich die Anfragen von schwarzen Personen abgelehnt hätten. Das führte bereits zu einigen Shitstorms in sozialen Netzwerken und in den Vereinigten Staaten klagten einige Kunden wegen Diskriminierung.

Zwar will Airbnb an den Profilfotos festhalten, allerdings sollen diese zukünftig weniger zentral sein und durch andere Daten ergänzt werden, um das System mit "objektiven Informationen" zu füllen. Einzelheiten, um welche Daten es sich dabei handelt, nennt der Bericht nicht.


"Mann von Airbnb-Vermieter abgewiesen, weil er schwul ist" – auf solche Geschichten, hier in einem texanischen Lokalsender, möchte der kalifornische Online-Vermittler in Zukunft lieber verzichten


Ab Januar 2017 will der Anbieter dann das sogenannte "Instant Booking" ausbauen: Der Anbieter soll dann nicht mehr dem Antrag eines Kunden zustimmen müssen, sondern die Buchung läuft automatisch. Jeder Vermieter soll allerdings pro Jahr drei Mal eine Instant-Buchung ablehnen dürfen, muss das aber plausibel begründen.

Für den Bericht hat sich Airbnb von mehreren Bürgerrechtsorganisationen und Juristen beraten lassen, darunter auch vom ehemaligen US-Justizminister Eric Holder.

Airbnb wurde 2008 im kalifornischen Silicon Valley gegründet und ist heute nach eigenen Angaben in über 190 Ländern aktiv. Die Firma engagiert sich auch für LGBT-Rechte. So sponserte Airbnb in diesem Jahr unter anderem den CSD in Berlin (queer.de berichtete). In den USA erzielte das Unternehmen im aktuellen Corporate Equality Index der LGBT-Organisation Human Rights Campaign die volle Punktzahl und gilt damit als vorbildlicher Arbeitgeber. (dk)

Links zum Thema:
» airbnb.de
Mehr zum Thema:
» Gay-Porno in Airbnb-Villa gedreht: Klage gegen Michael Lucas (28.11.15)
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
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Tags: airbnb, diskriminierung, usa
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Reaktionen zu "Airbnb geht gegen LGBT-Diskriminierung vor"


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
12.09.2016
16:19:11
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von markusbln11


Airbnb in über 190 ländern aktiv. Ein verhaltenscodex für all diese länder einschliesslich sexueller orientierung und geschlechts-identität.

Dieser unternehmerische leit- und führungsauftrag ist wegweisend.

Genau so sollte der geltende gesellschaftliche und mithin geschäftliche anspruch in der dienstleistungsökonomie insgesamt und wohl auch darüber hinaus aussehen. Etwa bei luftfahrtunternehmen, systemrestaurants oder hotelketten.

Und das ganze ohne staatliche verpflichtung, einfach als selbst aufgestellter bestandteil der jeweiligen ohnehin schriftlich fixierten unternehmerische vision, die im übrigen auch ein wesentlicher element jeder zeitgemässen unternehmensführung ist.


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#2
12.09.2016
20:27:17


(+4, 4 Votes)

Von Felix


Richtig so und wegweisend.

Jedes Unternehmen sollte gegen LGBT-Diskriminierung vorgehen. Alleine schon aus eigenem Interesse, da alles andere einem Unternehmen schadet.


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#3
12.09.2016
21:17:36


(+3, 3 Votes)

Von Linus


Ich hoffe, dass das konsequent durchgezogen wird - weltweit.


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