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  • 13.09.2016, 10:12h           66      Teilen:   |

Homophobie in der Provinz

Händchen halten in Greifswald?

Artikelbild
"Ich möchte ankommen heil": Bettina Böttinger erklärte am 1. September bei "Markus Lanz", warum sie einen Bogen um Greifswald macht (Bild: ZDF)

Bei "Markus Lanz" erklärte Bettina Böttinger, sie möchte nicht mit ihrer Frau Hand in Hand durch Greifswald laufen – nun lud der grüne Oberbürgermeister die lesbische Journalistin in seine "liberale und weltoffene Stadt" ein.

In Greifswald ist der Ärger noch immer groß. Am 1. September, also noch vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, hatte die lesbische Journalistin Bettina Böttinger in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" aus heiterem Himmel behauptet, dass die Universitäts- und Hansestadt Greifswald für Lesben und Schwule nicht sicher sei.

Angesprochen auf das homofreundliche Klima in Deutschland, meinte die 60-Jährige: "Aber ich stell mir mal vor, so'n ganz normaler Arbeitsplatz, irgendwo inner Kleinstadt oder in der ländlichen Bevölkerung. Das ist ein Riesending, wenn da irgendjemand sagt, so ich hab jetzt übrigens als Frau 'ne Frau geheiratet." In ihrer Heimatstadt Köln sei es besser, so Böttinger: "Da ist es, glaub ich, einfach liberaler und selbstverständlicher. Aber in andern Städten… Ich möchte auch nicht mit meiner Frau Hand in Hand durch Greifswald rennen. Tut mir furchtbar leid. Möcht' ich nicht. Ich glaube, da sind andere Ressentiments als in großen liberalen Städten. […] Ich möchte ankommen heil."

Die WDR-Talkerin hatte sich erst im Juli an ihrem 60. Geburtstag in Köln verpartnert (queer.de berichtete).

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OB wirbt für seine "liberale und weltoffene Stadt"


In der "Ostsee-Zeitung" war Böttingers Äußerung ein großes Thema


Während Böttinger seit der Äußerung einem Shitstorm ausgesetzt ist, lud Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder die Moderatorin zusammen mit ihrer Lebenspartnerin nach Greifswald ein. "Ich möchte Ihnen zeigen, dass Greifswald eine liberale und weltoffene Stadt ist. Als Universitäts- und Wissenschaftsstadt sind wir tolerant und leben Vielfalt", erklärte der Grünen-Politiker in einer Pressemitteilung. "Frau Böttinger und ihre Frau können sich dann selbst ein Bild davon machen, dass Frau und Frau, Mann und Mann ganz selbstverständlich in Greifswald leben und Hand in Hand durch die Stadt gehen. Ich würde mich freuen, wenn Frau Böttinger meine Einladung annimmt."

Das Aktionsbündnis Queer in Greifswald begrüßte die Initiative des Oberbürgermeisters: "Sie und Ihre Frau müssen keine Angst haben, hier Hand in Hand durch die Stadt zu gehen", wandten sich die Aktivisten in einer Facebook-Nachricht direkt an Bettina Böttinger.


Greifswalder Markt mit Rathaus und Dom St. Nikolai (Bild: flickr / Gilles Ollivier / cc by 2.0)


Bei der Landtagswahl am 4. September gab es in Greifswald keine sehr großen Abweichungen zum Landesdurchschnitt. Die AfD landete mit 18,7 Prozent auf dem zweiten Platz hinter der SPD, die 27,8 Prozent erhielt. Für die NPD stimmten in der Hansestadt 1,8 Prozent der Wähler. Der grüne Oberbürgermeister Stefan Fassbinder hatte im vergangenen Jahr eine Stichwahl mit 50,05 Prozent äußerst knapp gewonnen. Hinter ihm stand ein Wahlbündnis, das neben seiner eigenen Partei außerdem SPD, Linke und Piraten umfasste. (cw)

Links zum Thema:
» Das Gespräch mit Böttinger in der ZDF-Mediathek
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Tags: greifswald, bettina böttinger, stefan fassbinder
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Reaktionen zu "Händchen halten in Greifswald?"


 66 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
13.09.2016
10:23:47
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Marius
Profil nur für angemeldete User sichtbar


... Ob das nun Greifswald ist oder Detmold oder was weiß ich... Ich gehe in Deutschland generell nicht Hand-in-hand mit meinem Mann, wir küssen uns auch nicht in der Öffentlichkeit. Es ist zu riskant.
Das machen wir auch nicht zu Hause in Norwegen. Die Fresse poliert zu bekommen, weil ich einen Mann liebe und mit ihm auch verheiratet bin, wollen wir uns nicht antun.


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#2
13.09.2016
10:24:35


(+11, 11 Votes)

Von AntiFanti
Aus Berlin
Mitglied seit 02.04.2013


Sie hat doch absolut recht! Wenn sie mit dem Bürgermeister u. Kamerateam Hand in Hand durch Greifswald läuft passiert sicher nichts, aber Greifswald ist doch nur ein Synonym für die intoleranz vieler Kleinstädte in Ost UND West, viel schlimmer ist doch dass in den Medien ein "Homofreundliches Klima" ausgerufen wird, dem ist nicht so, selbst in Großstädten wird man noch beschimpft u. da muss man nicht erst Händchenhaltend rumlaufen. LEIDER typisch dass man bei solchen Äußerungen gleich einen Shitstorm erntet.


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#3
13.09.2016
10:46:14


(-1, 7 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Man kann NIRGENDWO in Mitteleuropa Hand in Hand mit seinem Partner durch eine Stadt laufen.
Das kann man nur bei bestimmten Gelegenheiten wie dem schwulesbischen Stadtfest oder dem CSD. Außerdem ist das alles von der Tageszeit abhängig. Nachts um 3 sollte man weder in Greifswald noch in Berlin Hand in Hand durch die Stadt laufen.
Dafür sind wir mit 2 - 4 % der Bevölkerung einfach zu wenig. Die heterosexuelle Mehrheit macht in allen Ländern über 95 % der Bevölkerung aus, und dumpfe Heteros müssen nicht nachdenken.


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#4
13.09.2016
10:59:14


(-1, 11 Votes)

Von GregorrrG
Antwort zu Kommentar #3 von GeorgG


"Die heterosexuelle Mehrheit macht in allen Ländern über 95 % der Bevölkerung aus,"

Wie kommst du zu dieser Überschätzung?

"Nachts um 3 sollte man weder in Greifswald noch in Berlin Hand in Hand durch die Stadt laufen. Dafür sind wir mit 2 - 4 % der Bevölkerung einfach zu wenig."

Na wie gut dass man dann im Vatikan Hand in Hand rumlaufen kann. Dort ist die Bevölkerung mit Sicherheit nicht zu 95% heterosexuell. Wie denn auch?


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#5
13.09.2016
11:45:53


(-5, 7 Votes)

Von miepmiep
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von GeorgG


Das ist absolut unwahr und würde ich geradezu als paranoid bezeichnen.

Die Regel(!) in Deutschland und Mittel-, West-u. Nord-Europa* ist, dass die meisten Leute von händchenhaltenden Schwulen und Lesben noch nicht einmal mehr Notiz zu nehmen scheinen. Einige Leute grinsen oder lächeln, ganz wenige gucken schief oder verächtlich, andere tuscheln meinetwegen, aber nur äußerst selten kommt mal eine Bemerkung - UND WENN SCHON?!
Leute, lasst euch doch nicht von euren eigenen Ängsten und Vorurteilen so einschüchtern und euer Verhalten im Alltag bestimmen!

(*Für Osteuropa - fängt bei mir in CZ an - mag das sicher ganz anders aussehen, doch darum gings ja hier auch nicht explizit.)


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#6
13.09.2016
12:35:52
Via Handy


(+11, 13 Votes)

Von Nick


In einer stadt in der mehr als 18% Nazis wählen möchte ich garnicht rumlaufen, geschweige denn mit meinem Freund der Moslem ist!


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#7
13.09.2016
12:47:41


(+6, 8 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Also ich gehe mit meinem Mann hier in Bonn durchaus gelegentlich Hand in Hand durch die City, wenn uns danach ist. Gelegentlich auch enger, da parkt er seine Hand schon mal ganz gern in meiner Gesäßtasche.
Probleme oder Anfeindungen hatten wir deswegen noch nie.

Ob ich es im Osten machen würde? Wohl eher nicht. Hängt aber auch von der Region ab. Wir waren im Harz mit unserer Autorengruppe und nehmen dort regelmäßig an FantasyCons teil. Auch im kommenden Jahr wieder.

Vsl. auch an der Leipziger Buchmesse und dorthin werde ich auch einen unserer beiden Flüchtlinge mitnehmen, da der Junge Bibliothekswissenschaftler ist und natürlich eine Orientierung in der Branche sucht.

Aktuell überlege ich, an einer Buchmesse in MeckPomm teilzunehmen. Bin noch unsicher.

Seit der Affäre um den evangelikalen und homophoben CDU-Stadtrat Blechschmidt in Plauen beobachte ich den Osten sehr genau und habe das Thema auch in einem meienr Bücher verarbeitet, insbsondere als bei der Recherche herauskam, dass auf einem Neujahrsempfang die Spitzen der sächsischen CDU der Ansicht waren, dass Blechschmidt ja recht gehabt hätte. (Guido Westerwelle dürfe nicht Außenminister sein, weil schwul, und Eltern müßten queere Kinder heilen lassen.)
Aber der Stadtrat hätte das eben nicht sagen dürfen.
Das ist so das, was man als typische Ossi-Denke als Folge der DDR kennt. Und seitdem beobachte ich den Osten etwas genauer.


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#8
13.09.2016
12:53:29


(-6, 8 Votes)

Von LoreleyTV
Antwort zu Kommentar #5 von miepmiep


in Osteuropa, mir bekannt aus der Russsichen Förderation, sieht man Männer die Hand in Hand oder Arm in Arm durch die Straßen ziehen,dass sind meistens Personen,die aus den ehemaligen asiatischen Republiken der ehemaligen Sowjetunion kommen.Besonders in Wladivostok sieht man sehr viele Männer,die Hand in Hand oder Arm in Arm durch die Straßen ziehen.Das wird von der Umgebung überhaupt nicht beachtet. Auch in Bukarest sieht Männer Hand in Hand,die sich küssen oder umarmen.Ob sie schwul,bi- oder heterosexuell sind kann man als Außenstehender nicht beurteilen.


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#9
13.09.2016
12:56:31
Via Handy


(-4, 6 Votes)

Von Maggi53


Also nach meinem Eindruck sind in strukturschwachen, AfD-lastigen Städten und Stadtvierteln Lesbierinnen - gerade besonders burschikos daherkommende - stark überrepräsentiert. Als homophiler Mann in Greifswald Händchen halten? Wohl in der Tat ein No-Go. Als sapphisch veranlagte Frau aber? Wohl eher ein alltäglicher Anblick für die meisten Greifswalderinnen und Greifswalder!


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#10
13.09.2016
12:58:15


(+3, 7 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von LoreleyTV


<°(((rot)))>>


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