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  • 13.09.2016, 14:27h           10      Teilen:   |

Déjà-vu

Jetzt klagt Gabriele Kuby gegen "Fear"

Artikelbild
Gabriele Kuby macht seit Jahren Stimmung gegen Homosexuelle (Bild: Wiki Commons / Derzsi Elekes Andor / CC-BY-SA-3.0)

Nachdem Beatrix von Storch und Hedwig von Beverfoerde bereits vor einem Dreivierteljahr mit Klagen gegen das Theaterstück "Fear" gescheitert sind, will nun eine weitere Homo-Hasserin vor Gericht ziehen.

Die katholische Publizistin Gabriele Kuby hat am Montag über ihren Rechtsanwalt erklären lassen, dass sie juristisch gegen das Theaterstück "Fear" vorgehen werde. Die homophobe Aktivistin habe in Berlin Klage gegen die Schaubühne, in der das Stück seit einem Jahr aufgeführt wird, sowie den schwulen Autor Falk Richter eingereicht. Außerdem gehe sie in Hamburg gerichtlich gegen den Deutschlandfunk vor, der über das Stück berichtet hatte. Sie verlange Schadensersatz, weil ihr Persönlichkeitsrecht verletzt worden sei.

Kuby wolle sich so gegen eine gegen sie gerichtete "Rufmordkampagne" wehren und "für Meinungsfreiheit in Deutschland" kämpfen, heißt es pathetisch in einer Pressemitteilung. Sie wirft dem Autor demnach vor, Originalzitiate manipuliert zu haben. Den Deutschlandfunk beschuldigt sie, diese Zitate eins zu eins übernommen zu haben.

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Kuby beklagt "totalitären Geist"

"Falk Richter demonstriert mit seinem Machwerk 'Fear' genau den totalitären Geist, vor dem ich stets warne", erklärte Kuby. Es könne nicht angehen, "für gut begründete Positionen, welche dem Mainstream zuwider laufen, auf einer staatlich subventionierten Bühne dem Rufmord ausgesetzt zu werden."

Sie beklagte etwa, dass in "Fear" mit sinnentstellenden Zitaten der Eindruck erweckt werde, sie spreche sich für totalitäre staatliche Kontrolle aus. Dabei setze sie sich stets für Demokratie ein, die vom "freien öffentlichen Diskurs" lebe. Ihr Anwalt kündigte an, bis zum "Bundesgerichtshof oder dem Verfassungsgericht" ziehen zu wollen.

Ihre neu gefundene Opfer-Rolle erscheint ein wenig überraschend, da Kuby selbst sehr gut gegen Schwule und Lesben austeilen kann: So bezeichnete sie "praktizierte" Homosexualität pauschal als "Sünde" und "erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko" (queer.de berichtete). Bei der homophoben "Demo für alle" erklärte sie 2014, dass die "systematische Förderung der Homosexualität" keine "Lebenspolitik" sei. "Sie fördert nicht die lebensfähigen Strukturen unserer Gesellschaft", sagte die Publizistin.


Ausschnitt aus dem Stück Fear. (Bild: Berliner Schaubühne)


Das Stück "Fear" hatte vor rund einem Jahr Premiere und soll Ende Oktober erneut an der Schaubühne aufgeführt werden (Infos zu den Terminen hier). Es thematisiert insbesondere rechtspopulistische und rechtsradikale Bewegungen wie AfD und Pegida. So wird beklagt, dass sich Politiker und Aktivisten aus diesem Dunstkreis menschenverachtende Stimmungen zunutze machen und diese weiter befördern. Dabei werden auch Bilder und Zitate verschiedener Personen aus diesem Umfeld gezeigt, darunter neben Marine Le Pen und Geert Wilders auch deutsche Aktivistinnen wie die AfD-Politikerin Beatrix von Storch, die Publizistin Birgit Kelle, "Demo für alle"-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde und eben Gabriele Kuby.

Bereits Storch und Beverfoerde vor Gericht gescheitert

Bereits im vergangenen Jahr waren Storch und Beverfoerde vor dem Berliner Landgericht mit einer Klage gegen "Fear" gescheitert (queer.de berichtete). In der mündlichen Verhandlung hatte das Gericht deutlich gemacht, dass es keine Verletzung der Menschenwürde der beiden Antragstellerinnen in dem Stück sah. Storch wollte eigentlich weiter juristisch gegen "Fear" kämpfen, zog aber im Mai diesen Jahres eine Berufungsklage zurück (queer.de berichtete).


Hedwig von Beverfoerde vor ihrer juristischen Niederlage im Dezember 2015. (Bild: Johannes Kram)


"Fear" sorgt seit seiner Premiere unter rechten Aktivisten für Aufruhr. Sie schreiben seit Monaten gegen das Stück an, etwa im Onlineportal "Freie Welt", das vom Ehemann von Beatrix von Storch betrieben wird. In einem aktuellen Artikel auf dieser Seite wirft etwa die ehemalige Bundestagsabgeordnete Vera Lengsfeld Falk Richter vor, ein "untalentierte[r] Stückeschreiber" zu sein, der mit "demagogischen Mitteln" vorgehe. "Fear" sei eine "übelste Hasstirade auf Andersdenkende". (dk)

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Tags: fear, gabriele kuby, berlin, schaubühne, falk richter
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Reaktionen zu "Jetzt klagt Gabriele Kuby gegen "Fear""


 10 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
13.09.2016
15:54:56


(+12, 12 Votes)

Von die mal wieder


Jawoll! Soll die Haßprediger auch noch vor Gericht ziehen. Die wurde im Persönlichkeitsrecht verletzt? Und was tut die seit Jahren? Ach ja, sie verletzt kein Persönlichkeitsrecht, wenn sie ihre Haßpredigten gegen Homosexuelle hält. Die Frau ist definitiv geisteskrank. Zwei der Weiber haben schon den Prozess verloren. Die wird es auch!


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#2
13.09.2016
16:39:08


(+8, 10 Votes)

Von Marek


Freiheitsrechte wie die Freiheit der Kunst waren solchen Leuten immer schon ein Greuel.

Denn Freiheitsrechte passen nicht in solche totalitären Weltbilder.


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#3
13.09.2016
17:34:33


(+7, 9 Votes)

Von goddamn liberal


Spannend ist ja der Begriff 'totalitär' als sei Falk Richter eine Kreuzung von Hitler, Franco und Stalin.

Umgekehrt wird ein Schuh draus.

Mit ihrer Verbindung einer angeblichen 'Homosexualisierung' und einer 'Zerstörung der Wertebasis' bewegt sich Kuby in der homophoben Volksschädlingsideologie der oben genannten Diktatoren, die vielen homosexuellen Menschen das Leben kostete.

Ob 'Homosexualisierung' oder 'Verjudung'.

Die Sündenbockfunktion von Minderheiten ist dieselbe.

Postfaschismus im Land des rosa Winkels eben.


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#4
13.09.2016
20:05:21


(+8, 8 Votes)

Von Linus


Bereits Frau Storch und Frau Beverfoerde sind vor Gericht jämmerlich gescheitert und jetzt will auch noch Gabriele Kuby die eh schon überlasteten Gerichte noch weiter mit unsinnigen Klagen zumüllen...


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#5
13.09.2016
20:12:26


(+7, 7 Votes)

Von Mariposa


Neues von der Oberschreckschraube......


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#6
13.09.2016
21:10:17


(+7, 7 Votes)

Von Jasper


Aha, sie will also "für Meinungsfreiheit in Deutschland" kämpfen und für einen "freien öffentlichen Diskurs" eintreten.

Aber gleichzeitig will sie die Freiheit der Kunst einschränken und sogar die Berichterstattung der Medien verbieten, also auch gleich mal die Pressefreiheit abschaffen.

Das zeigt, das es ihr gar nicht um diese demokratischen Grundrechte geht, sondern dass sie die nur missbraucht, um ihre Gesinnung durchzusetzen.

Sie darf alles sagen und tun und sich dabei auf Freiheitsrechte berufen, aber für ihre Kritiker sollen diese Rechte dann plötzlich nicht mehr gelten...


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#7
13.09.2016
21:43:41


(+8, 8 Votes)

Von Carsten AC


"erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko"

Wie immer bei diesen Leuten:
da werden einfach mal Behauptungen in den Raum geworfen, in der Hoffnung, dass irgendwas davon hängenbleibt. Dass das wissenschaftlich totaler Schwachsinn ist, wird bewusst ignoriert.

-------------------------------

"totalitären Geist"

Wer will anderen denn vorschreiben, wie sie zu leben haben? Bzw. ihnen gleiche Rechte verwehren, wenn sie sich nicht beugen?

Wir haben noch nie Frau Kuby oder sonstwem Vorschriften gemacht, wie sie zu leben hat. Aber sie und ihresgleichen machen das andauernd. Wer ist jetzt totalitär?

----------------------

"Sie fördert nicht die lebensfähigen Strukturen unserer Gesellschaft"

Wieso nicht? Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität gehören auch zum Leben und zur Vielfalt des Lebens.

Im übrigen:
wenn man GLBTI diskriminiert, werden die dadurch nicht plötzlich hetero.


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#8
13.09.2016
22:05:41


(+6, 6 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Die stykischen Schwestern haben das Auge verloren und sind sauer, weil Perseus nicht im Blubberkessel gelandet ist...

Ausgerechnet eine übelste Hass-Tirade auf Andersdenkende sei das Stück.
Wenn die Kuby sich da mal selbst reden hören könnte, mit verstellter Stimme...
Welche Hass-Tiraden auf Andersdenkende (-empfindende) verbreitetsie selber denn seit Jahren? Darf m,an sie folglich auch verklagen, weil ihre Hass-Tiraden sich gegen GLBTIQ-Menschen richten?

Sind diese Anschuldigungen immer nur dann geltungsrichtig, wenn sie aus der Ecke der Homophobikerinnen kommen?

Bei der alten Schabracke brennt wohl das Bett!


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#9
13.09.2016
22:16:04


(+7, 7 Votes)

Von Julian 80


Es war immer schon Taktik der größten Hetzer, sich selbst als Opfer zu präsentieren.

Alle anderen sind böse und nur man selbst ist integer und kann die Welt noch vor der angeblichen Verschwörung des Bösen retten.

Immer dieselbe Leier, irgendwo zwischen ignorantem Größenwahn, krankhaftem Selbstmitleid und totalem Realitätsverlust.


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#10
14.09.2016
13:43:15


(+5, 5 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


Ich warte nur drauf, dass diese Schnalle wegen "Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte" gegen die "Gesammelten Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm klagt. Also, ich meine ja nur. In "Hänsel und Gretel" kommt die Hexe ja auch nicht so ganz gut weg.


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