Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?27029

In Amerika ist College-Sport ein Millionengeschäft (Bild: flickr / inboundpass / by 2.0)

Der in den USA überaus beliebte College-Sport macht bei Pokalspielen nicht mehr in North Carolina halt. Grund ist das homo- und transphobe Gesetz HB 2.

Der nordamerikanische Verband für College-Sport (NCAA) hat am Montag beschlossen, alle sieben für die kommende Saison geplanten Sportevents in North Carolina in andere Bundesstaaten zu verlegen, weil wegen des homo- und transphoben Gesetzes HB 2 die Bürgerrechte nicht mehr garantiert seien. Dabei handle es sich um Pokalspiele in den Sportarten Fußball, Basketball, Golf, Tennis, Lacrosse und Baseball.

In einer Pressemitteilung erklärte der Verband, dass NCAA-Spiele eine "integrative Atmosphäre für alle College-Athleten, Trainer, Funktionäre und Fans" bieten müssten. Die gegenwärtigen Regionalgesetze in North Carolina stellten diese Voraussetzung in Frage.

NCAA verlangt Respekt für alle Menschen

"Bei Fairness geht es um mehr als die Chance, beim College-Sport oder den Meisterschaften mitmachen zu dürfen", erklärte NCAA-Chef Mark Emmert. Der Verband wolle Rahmenbedingungen für die Veranstaltungen bieten, die Sicherheit und gegenseitigen Respekt garantierten. Dies sei aber in North Carolina nicht mehr möglich.

Das Ende März beschlossene Gesetz HB 2 untersagt Städten und staatlichen Einrichtungen jeglichen Antidiskriminierungsschutz aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität; außerdem verbietet HB 2 Transsexuellen, die Toiletten zu nutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Seit Monaten gibt es Proteste, Absagen und Boykotte gegen den Bundesstaat. So kündigte die Basketball-Profilliga bereits im Juli an, ein NBA-All-Star-Game wegen des Gesetzes zu verlegen (queer.de berichtete).

Allerdings hält die republikanische Regierung an HB 2 fest. Gouverneur Pat McCrory argumentiert, das Gesetz schütze Frauen in öffentlichen Toiletten vor "Jungs, die vielleicht denken, dass sie heute ein Mädchen sind".

Republikaner: Abschaffung von HB 2 wäre frauenfeindlich

Die regierenden Republikaner üben scharfe Kritik an der Entscheidung der NCAA. "Das ist so absurd, es ist fast schon komisch", sagte Kami Mueller, die Sprecherin der Partei in North Carolina. Sie machte sich über die Forderung nach Abschaffung des Gesetzes lustig: "Ich freue mich schon darauf, wenn die NCAA alle Männer- und Frauenteams zusammenlegt. Mit dieser Logik sollten Cheerleaderinnen und Football-Spieler ja auch Toiletten, Duschen und Hotelzimmer teilen." Ferner meinte die Politikerin, die Entscheidung sei ein "Schlag ins Gesicht" für weibliche Athletinnen, und kritisierte, dass die NCAA nicht genug gegen Vergewaltigungen vorgehe.


Kami Mueller (hier bei einer Demonstration gegen LGBT-Rechte) glaubt, dass die Gleichbehandlung von Transsexuellen zu mehr Gewalt gegen Frauen führt

LGBT-Aktivisten begrüßten dagegen den Boykott des Sportverbandes. Chris Sgro von der Organisation Equality NC erklärte, dass HB 2 "unserer Wirtschaft, unserem Image und unserem Volk" tagtäglich Schaden zufügten. "Pat McCrory wusste, dass er mit HB 2 nicht nur für die LGBT-Bevölkerung North Carolinas gefährlich ist, sondern auch für unsere Geschäftsbeziehungen, unseren Tourismus und Veranstaltungen wie die NCAA-Sportevents."

Vor dem Gouverneurswahlen Anfang November wird nicht erwartet, dass sich McCrory bewegt, da ihn das die Stimmen von evangelikalen Wählern kosten könnte. Der Republikaner, der vor vier Jahren die Wahl deutlich mit elf Prozentpunkten Vorsprung vor seinem demokratischen Herausforderer gewann, liegt derzeit laut Umfragen fünf Prozentpunkte hinter dem Demokraten Roy Cooper, einem erklärten Gegner von HB 2. (dk)



#1 MarekAnonym
  • 13.09.2016, 16:42h
  • Richtig so.

    Solche Hassstaaten darf man nicht auch noch fördern.

    Die müssen gezeigt bekommen, dass sie im Unrecht sind und nicht die Anderen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 markusbln11Anonym
  • 13.09.2016, 19:05h
  • Antwort auf #1 von Marek

  • Das wäre doch auch für die uefa in europa eine überlegung wert.

    Warum müssen sportler in homophoben staaten spielen? Hat olympia in sotschi nicht gereicht?

    Und wenn ich das richtig sehe. Nur russland und belarus sind in ihrer gesetzgebung so homophob, dass man einen unweg um sie machen sollte.

    Im übrigen: Best practice aus den usa sollte auch den weg nach europa finden.

    Das hiesse in der praxis etwa zenith st. petersburg macht eben seine heimspiele der europa league in helsinki, minsk in warschau.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Svetlana LAnonym
  • 14.09.2016, 06:28h
  • In meinen Augen eine richtige Entscheidung der NCAA.
    Da stellt Frau Mueller mal alle trans*-Menschen auf ein Stufe mit Vergewaltigern (bestimmt auf Grund eines religiösen "Gefühls"). "Das ist so absurd, es ist fast schon komisch", um mit Muellers Worten zu antworten, wenn es nicht so traurig wäre.

    Und was bitte schön hat die Zusammenlegung von Frauen- und Männerteams eigentlich mit dem Thema zu tun? Da werden doch ohne Sinn und Verstand lächerliche Behauptungen am Fließband rausgekloppt und das bibeltreue Wahlvolk klatscht vor Begeisterung. Dass der republikanische Kandidat jedoch aktuell hinter dem Demokraten liegt zeigt, dass es in NC auch noch vernünftige Menschen gibt und die Hoffnung noch nicht verloren ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 falken42
  • 14.09.2016, 10:41h
  • Antwort auf #2 von markusbln11

  • Leider falsch, Russland und Weißrussland werden in der Propaganda nur ständig deswegen benannt.
    In den baltischen Staaten, Polen, Slowakei, Ungarn sieht es ähnlich aus, nur besser versteckt. In Litauen beispielsweise wurden vor einigen Jahren alle schwülen Lehrer und Erzieher entlassen wegen angeblichem Jugendschutz. Die Pis Partei in Polen argumentiert ähnlich. In Estland gilt Homosexualität weithin als krankhaft.
    Europa drückt die Augen zu, sind ja verbündete und nicht die bösen Russen.
    Ich würde freiwillig heutzutage kein Land des ehemaligen Ostblocks oder ein islamisches Land besuchen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 falken42
  • 14.09.2016, 10:45h

  • Die Amerikaner sind ja in vielem, Grad was Arroganz und kriegslüsternheit angeht, nicht gerade mein wirkungsvoll.
    Um so mehr freut es mich, dass hier mal was in die richtige Richtung geht.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 markusbln11Anonym
  • 14.09.2016, 12:43h
  • Antwort auf #4 von falken42

  • Deine aussagen zu polen und dem baltikum sind weithin nicht korrekt und spiegeln die tatsächliche lebenssiuation der lgbt in den genannten ländern nicht richtig wider.

    Natürlich ist die soziale und politische lage nicht optimal, etwa mit der pis in polen oder rechtsradikalen im baltikum. Aber immer noch weit besser als in russland. Trotz oder gerade wegen putin.

    Bitte informiere dich vorab. So etwa auf wwe.queer.pl. Dort gibt es wohl auch eine englische version.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 falken42