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  • 14.09.2016, 18:43h           14      Teilen:   |

Christlicher Fundamentalismus trifft Neue Rechte

Berlin: Hedwig von Beverfoerde referiert über ihre "Demo für alle"

Artikelbild
Hedwig von Beverfoerde bei einer "Demo für alle" in Stuttgart (Bild: nb)

Am Vorabend des "Marsches für das Leben" spricht die homophobe Aktivistin u.a. über die "Verteidigung" der Ehe.

Von Norbert Blech

Die Organisatorin der homofeindlichen Protestbewegung "Demo für alle", Hedwig von Beverfoerde, wird am Freitag ab 19 Uhr in der Berliner "Bibliothek des Konservatismus" über Wege referieren, den Kampf gegen LGBT-Rechte, Abtreibung und Co. zu "führen und zu gewinnen".

"Die Angriffe gegen Ehe, Familie und Lebensschutz werden immer aggressiver", heißt es in der Einladung zu der Veranstaltung, "auf Betreiben von europaweit agierenden Lobbygruppen arbeiten EU-Organe sowie nationale Regierungen und Parlamente an der Zerstörung von Ehe und Familie". Die "Gender-Ideologie" bedrohe die "seelische und moralische Gesundheit unserer Kinder", während "Rufe nach einem 'Menschenrecht auf Abtreibung' und einer Liberalisierung der Leihmutterschaft" immer lauter würden. "Eifrig wird an der Öffnung der 'Ehe für alle' inklusive Adoptionsrecht für Homo-Paare gearbeitet, während der Schutz der echten Ehe, der Familie und des Kindeswohls auf der Strecke bleiben."

Immer mehr Menschen leisteten allerdings "Widerstand", so die Einladung, "mit wachsendem Erfolg": "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch."

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Einschwörung auf neurechten Großkampf

Beverfoerde, die die "Demo für alle" gegen Schulaufklärung über Homo- und Transsexualität und später auch gegen eine Ehe-Öffnung für Homo-Paare oder Aktionspläne gegen Homophobie bis im letzten Sommer aus dem Büro der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch aus organisierte, hatte bereits im August 2015 beim Kongress "Freude am Glauben" ein Referat über ihre Bewegung gehalten – ihre ausführliche Kampfansage gegen die "Homo- und Genderlobby" ging allerdings medial unter, weil der Schweizer Bischof Vitus Huonder bei der gleichen Veranstaltung ohne Distanz Bibelstellen zur Todesstrafe für Homosexuelle zitiert hatte (queer.de berichtete).


In Fulda redete Beverfoerde erstaunlich offen über Methoden und Ziele ihrer Bewegung. Einen Videomitschnitt gibt es hier.


In ihrem Referat hatte Beverfoerde ausführlich skizziert, wie man Druck auf Medien und Politiker ausübt – wie die erhitzte Debatte um den Bildungsplan in Stuttgart zeigte, durchaus mit einigem Erfolg. Erst am Montag hatten Beverfoerde und die homofeindliche und rechtspopulistische Publizistin Birgit Kelle, beides CDU-Mitglieder, den bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) zu einem Gespräch getroffen, der danach eine Überprüfung von neuen Richtlinien zur Sexualkunde in Aussicht stellte, die eigentlich in Kraft treten sollten (queer.de berichtete).

Beim Bildungsplan in Baden-Württemberg habe man eine "Kampagnenfähigkeit" gespürt, so Beverfoerde in Fulda, die "Themenpalette" weite sich aber aus, "weil alles zusammengehört. Wir müssen das ganze Paket bekämpfen." So sei etwa die "Zivilehe zu verteidigen": "Wenn man Ehe umdefiniert und entgrenzt, schafft man sie ab." Unter Beifall schloss sie damals: "Man kann die Ehe für alle noch verhindern." Sie warb für ihre nächste Demo in Stuttgart, bei der ein von Homo-"Heilern" behandelter junger Schwuler davon sprach, seine Sexualität nicht auszuleben (queer.de berichtete) – ein Hinweis, wohin die "Demo für alle" samt ihrer politischen Einbettung noch führen kann.

Aktivismus zwischen CDU und AfD, Kirche und "Junge Freiheit"

Die "Bibliothek des Konservatismus" in der Fasanenstraße in Charlottenburg wird den Neuen Rechten zugeordnet, ihre "Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung" vergibt zusammen mit der "Jungen Freiheit" einen Journalistenpreis, den unter anderem Birgit Kelle erhielt. Im Oktober hält u.a. die AfD-Politikerin Alice Weidel in der Bibliothek einen Vortrag.

Beverfoerde selbst war in Videos der "Jungen Freiheit" aufgetreten, im Rahmen einer ausufernden Mobilisierungskampagne der Neuen Rechten sowie christlichen Fundamentalisten unter dem Schlagwort "Gender", unter das sie von Frauenemanzipation über LGBT-Rechte bis hin Wissenschaft und Kultur geradezu als Verschwörung alles packen, was sie bekämpfen wollen.


Die Einladung zur Veranstaltung am Freitag


Die Veranstaltung in Berlin trägt das Logo des "Marsches für das Leben" – die Antiabtreibungsdemo will am Samstag wieder durch die Hauptstadt ziehen, organisiert und getragen von teilweise den gleichen Personen, die auch gegen LGBT-Rechte agitieren.

Während der LSVD im Rahmen eines großen Bündnisses zu Gegenprotesten aufruft (queer.de berichtete), haben mehrere CDU-Politiker, darunter die rheinland-pfälzische Parteichefin Julia Klöckner, Grußworte verfasst. Der Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, will an dem Marsch teilnehmen, der Bischof von Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer, den ökumenischen Abschlussgottesdienst leiten.

 Update  15.9., 8.55h: Gegenveranstaltung geplant

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, das die Gegenveranstaltungen zum "Marsch für das Leben" veranstaltet, hat bereits vor einigen Tagen zu einer Mahnwache an der "Bibliothek des Konservatismus" aufgerufen. Es weist darauf hin, dass es darin auch eine Sammlung zum Thema "Lebensschutz" gibt.

"Mit spontanen Aktionen und Redebeiträgen wollen wir der vielen Frauen weltweit gedenken, die aufgrund einer restriktiven Gesetzgebung den Versuch eines Schwangerschaftsabbruchs mit ihrem Leben bezahlen mussten", erklärt Ines Scheibe, Bündniskoordinatorin und selbst für den Humanistischen Verband in der Schwangerschaftskonfliktberatung tätig. Man wolle die Besucher der Veranstaltung "vorab im Rahmen der 'alternativen Gehsteigberatung' aufklären, welche tödlichen Folgen ihre Politik für Frauen in Deutschland haben kann und weltweit bereits hat." Außerdem wolle man die Öffentlichkeit mobilisieren, am Samstag, 17.9. ab 13:30 Uhr am Brandenburger Tor am Aktionstag "Mein Körper – meine Verantwortung – meine Entscheidung. Weg mit §218!" teilzunehmen.

Die Mahnwache ist von 18 bis 21 Uhr an der Fasanenstraße 4 in 10623 Berlin-Charlottenburg geplant, weitere Infos gibt es bei Facebook.

Mehr zum Thema:
» Gegen-Demo zum "Marsch für das Leben" (09.09.2016)
» Bayerns Kultusminister traf Homo-Gegner (13.09.2016)
» "Freude am Glauben" in Fulda: Beverfoerde ruft zum Kampf gegen die "Homo- und Genderlobby" (01.08.2015)
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Tags: demo für alle, hedwig von beverfoerde, marsch für das leben, berlin, junge freiheit
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Reaktionen zu "Berlin: Hedwig von Beverfoerde referiert über ihre "Demo für alle""


 14 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.09.2016
01:39:46


(+3, 3 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Freude am Glauben"

>> Da weiß man wieder mal wirklich nicht, ob man lachen oder kotzen soll!

"Freude am Hetzen" trifft den Sachverhalt wohl eher!

Was für kranke Hirne............


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#2
15.09.2016
08:39:07


(+5, 5 Votes)

Von Felix


Wieso soll die Gleichstellung von GLBTI die Ehe zerstören? Niemand wird Hetero-Ehen etwas wegnehmen. Im Gegenteil: durch die Ausweitung wird die Ehe sogar noch gestärkt, wie man in anderen Staaten sieht, die diesen Schritt längst vollzogen haben.

Deren Rhetorik von angeblich nötigen "Verteidigung" der Ehe soll nur diffuse Ängste erzeugen, denn es gibt nichts zu verteidigen.

Hinter all dem Geschwafels von angeblich bedrohten Ehen und Familien soll nur der blanke Homohass kaschiert werden, der sich in Wirklichkeit dahinter verbirgt.


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#3
15.09.2016
09:01:24


(+4, 4 Votes)

Von Linus


Ich hoffe nur, dass die Gegenveranstaltung nicht nur das Thema Abtreibung nutzt, wie es in der Ankündigung den Anschein hat, sondern auch auf die homo- und transfeindlichen Positionen dieser ewiggestrigen Fanatiker eingeht.

Man muss die Lügen dieser braunen Sippe entlarven und ihre wahren Absichten hinter der Fassade demaskieren.


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#4
15.09.2016
10:19:00


(+5, 5 Votes)

Von goddamn liberal


"Mit spontanen Aktionen und Redebeiträgen wollen wir der vielen Frauen weltweit gedenken, die aufgrund einer restriktiven Gesetzgebung den Versuch eines Schwangerschaftsabbruchs mit ihrem Leben bezahlen mussten"

Solche Fälle kannten meine Eltern noch aus eigenem Erleben.

Wenn man allerdings ein im Herrenhaus hochwohlgeborener Herrenmensch wie von Beverfoerde ist, dann kennt man diese Not natürlich nicht.

Und man sehnt sich nach den Zeiten zurück, als die Vorfahren ihren Leibeigenen das Heiraten einfach verbieten durften.

Das Privileg will die Freifrau jetzt wenigstens gegenüber Untermenschen wie unsereinem durchsetzen.

Das Stammhaus der schwarzbrauen Sippe direkt neben dem Untertanendorf:

Youtube-Video:


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#5
15.09.2016
11:59:37


(+1, 5 Votes)

Von Lars


Marsch für "das Leben". Klingt ja gigantisch - und ganz schön überheblich. Das Leben folgt keiner Marschrichtung und es braucht auch keine Aufforderung, es entsteht da, wo es will, wie es will, auch in Regenbogenfamilien. Und es produziert, was es will, Heten und LGBT´s. "Respekt gegenüber dem Leben" - in all seiner Vielfalt - wäre eine angebrachtere, bescheidenere Haltung, die gerade den wertkonservativ-religiösen Menschen besser zu Gesicht stände. Vielleicht denkt z.B. Herr Koch mal drüber nach, bevor er da mitrennt mit Leuten, die die Spaltung der Gesellschaft und künstliche Gegensätze von angeblichen Lebensfreunden und -feinden fördern.


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#6
15.09.2016
13:00:17


(+3, 5 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #4 von goddamn liberal


Neu- und altrechter Adel im Anmarsch.
Ausgangspunkt: Bibliothek des Konservatismus
Förderstiftung: Förderstiftung konservative Bildung und Forschung
Gründer: Caspar Freiherr von Schrenck-Notzing

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Caspar_von_Schrenck-Notzing


Nicht im Sortiment dieser Rechten:

Link zu www.wbg-verlage.de


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#7
15.09.2016
13:05:45
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Alex


Niemand von uns schreibt denen vor, wie sie zu lebem haben und niemand von uns will denen Rechte nehmen oder sie diskriminieren, nur weil uns deren Gesinnung nicht passt.

Wieso können die das nicht umgekehrt genauso sehen?

Das sind totalitäre Geister, die allen anderen ihre Ansichten aufzwingen wollen.


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#8
15.09.2016
13:14:18


(+4, 4 Votes)

Von Pascal Gosker


Hedwig von Beverfotze ist eine unbelehrbare, notorische Hetzerin, die vor keiner Lüge und keiner Faktenverdrehung zurückschreckt.

Eigentlich gehört die wegen Volksverhetzung verurteilt oder mindestens vom Verfassungsschutz beobachtet. Aber in Deutschland sind die entsprechenden Stellen ja auf dem rechten Auge gerne blind.


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#9
15.09.2016
13:23:23


(+5, 5 Votes)

Von Julian S


Diese Frau und ihre Mitstreiter sind dermaßen von Hass und Fanatismus zerfressen, dass sie einem eigentlich nur leid tun könnten, wenn sie nicht so viel Unheil über die Welt brächten.

Die werden niemals erfahren, wieviel Glück und Zufriedenheit sie in ihrem Leben verpassen.


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#10
16.09.2016
06:58:55


(+2, 2 Votes)

Von annoym


Für welchen Arbeitgeber hat

Hedwig (geborene Freiin von Lüninck) Freifrau von Beverfoerde,

in Dülmen gearbeitet.

Details wären interessant zu erfahren.

Die Verbindungen mit dem westfälischen Adel, sind bislang noch zu intransparent.


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