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Edward Albee (1928-2016) bei einer Lesung im Jahr 2011 (Bild: kellywritershouse / flickr)

Der offen schwule Autor von "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" starb 88-jährig auf Long Island.

Der amerikanische Schriftsteller und Dramatiker Edward Albee ist am Freitag im Alter von 88 Jahren in seinem Haus auf Long Island gestorben. Dies bestätigte sein Assistent Jackob Holder gegenüber der "New York Times". Über die Todesursache wurde bislang nichts bekannt.

Mit seinem dramatischen Gesamtwerk gewann Albee alle wichtigen Preise, die in den USA für Literatur und Theater vergeben werden, darunter den Pulitzer-Preis und den Tony Award. Zu seinen wichtigsten und bekanntesten Werken gehören "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" (1962) und "Empfindliches Gleichgewicht" (1966).

Albee lebte offen schwul, wollte jedoch nicht als "schwuler Autor" festgelegt werden. "Ich bin ein Schriftsteller, der zufällig schwul ist", erklärte er in seiner Dankesrede für eine Auszeichnung der Lambda Literary Foundation für sein Lebenswerk. "Ein Schriftsteller, der schwul oder lesbisch ist, muss in der Lage sein, sich selbst zu überwinden." Seine eigene Homosexualität sei ihm bereits im Alter von zwölf Jahren bewusst gewesen.

Edward Albees langjähriger Lebenspartner, der Bildhauer Jonathan Thomas, war bereits 2005 an Krebs gestorben. (cw)



#1 Marceline
  • 17.09.2016, 11:51h
  • Im Original lautet der zitierte Satz: "A writer who happens to be gay or lesbian must be able to transcend self." Er muss also über sein Selbst hinausweisen - um Welthaltigkeit zu erreichen.

    Edward Albees Stück "The Zoo Story" war eine meiner ersten Begegnungen mit dieser leicht subversiven, implizit "etwas anderen" Weltsicht, die viele große und gleichzeitig schwule Autoren auszeichnet. Damals in den späten 1980ern - lange bevor ein Coming-out für mich auch nur denkbar war - war das eine Offenbarung, die meine eigene Weltsicht bis heute geprägt hat.
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#2 LinusAnonym
  • 17.09.2016, 15:08h
  • Möge er in Frieden ruhen.

    Aber 88 ist ja auch ein stolzes Alter und soweit ich das von außen beurteilen kann, hatte er ja auch ein gutes Leben. Er war (mit etwas, was ihm Spaß machte und ihn erfüllte) erfolgreich und sicher auch nicht arm. Er hatte bis zum Tode seines Partners eine glückliche Beziehung. Ich hätte ihm natürlich auch jedes weitere Jahr gegönnt, aber er hatte sicher ein erfülltes Leben.

    Er wird sicher nie vergessen werden, alleine schon aufgrund seines literarischen Werks. Gerade "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" ist ja echt ein Klassiker der Weltliteratur.
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#3 GayofCultureAnonym
  • 18.09.2016, 10:45h
  • Es sind diese schwulen Promis, wie Albee, die noch einen Blick auf eine andere Lebensweise jenseits von Konsum, Konformität (auch schwuler) und Gleichgültigkeit zulassen. Albee war neben Tennessee Williams der bedeutendste homosexuelle Dramatiker der USA im 20. Jahrhundert. Das schwule Theater verliert in Zeiten von DVD und Internet immer mehr an Bedeutung, dass ist sehr gefährlich. Leute wie Williams, Albee, Charles Ludlam u.a. die tot sind, wird es auch in den USA nicht mehr geben. Sie hatten versucht, ein anderes Theater darzustellen, jenseits auch des Films, in dem das Queere aus dem Leben kam und unmittelbar dem Zuschauer vor Augen geführt werden sollte. Mit dem Tod von Albee ist das alles untergegangen und gefährdet. Danke Queer-de., dass ihr über Albees Tod berichtet, denn viele Medien hier tun das nicht.
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