Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?27061

Heterosexuelle Familien rutschen günstiger: Größte Attraktion im Freibad Hermeskeil ist eine 114 Meter lange Wasserrutsche

"Wo ist der Mann?", soll die Kassiererin ein lesbisches Paar mit zwei Kindern gefragt haben.

Diskriminierung in Rheinland-Pfalz: Im Freibad Hermeskeil im südwestlichen Teil des Hunsrücks wurde Ende August einer Regenbogenfamilie nach eigenen Angaben die ermäßigte Familientageskarte verweigert. Statt nur sieben Euro sollten die beiden lesbischen Frauen und ihre beiden Kinder elf Euro Eintritt bezahlen.

"Wo ist der Mann? Nein, das geht nicht! Mann und Mann und Frau und Frau geht hier nicht!", soll die Kassierein gegenüber den perplexen Badegästen erklärt haben. In einem vielgeteilten Facebook-Post machte eine der betroffenen Mütter ihrem Ärger über die "kleinkarierte Spießbürgerin von der Freibadkasse" Luft.

"Homosexuelle Paare sind also nach wie vor in der Öffentlichkeit mehr geduldet als wirklich akzeptiert", schlussfolgert die lesbische Frau in ihrem Beitrag und fragt: "Und wenn es beispielsweise darum geht, finanzielle Vorzüge in Form eines kleinen Rabatts zu nutzen, hört der Spaß auf?"

Hirschfeld-Stiftung schaltet Landesantidiskriminierungsstelle ein

Eine offizielle Stellungnahme des Freibads gibt es bislang nicht – am Freitag wurde es zum Ende der Saison auch erst einmal bis zum kommenden Frühjahr geschlossen. Jörg Litwinschuh, der geschäftsführende Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, kündigte jedoch an, wegen der verweigerten Familienkarte die Landesantidiskriminierungsstelle in Rheinland-Pfalz einzuschalten.

Mit fragwürdigen Baderegeln war Hermeskeil bereits Ende des vergangenen Jahres in die Schlagzeilen geraten: Bürgermeister Michael Hülpes (CDU) hatte für Flüchtlinge einen eigenen "Badepass" eingeführt. Alle Bewohner der Aufnahmestelle für Asylbegehrende dürfen das Hallen- sowie das Freibad erst dann betreten, wenn sie in Hygiene- und Benimmregeln unterwiesen wurden und sich per Unterschrift verpflichtet haben, diese einzuhalten.

Streit um Familienkarten gab es zuvor bereits vereinzelt in anderen Orten: So hatte der Leipziger Zoo bis 2013 ebenfalls nur Hetero-Paare und deren Kinder als Familien angesehen (queer.de berichtete). Der Klagenfurter Miniaturenpark "Minimundus" akzeptierte erst nach einer Welle des Protestes auch Regenbogenfamilien für sein Familienticket (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr hatte auch das Wabach-Bad im westfälischen Bad Laasphe einem homosexuellen Paar mit Kindern den Familienrabatt verwehrt (queer.de berichtete). (mize)



#1 TheDad
  • 17.09.2016, 06:16h
  • Institutionalisierte Diskriminierung nach Gutsherren-Art..

    Keine Ermäßigungen für Regenbogenfamilien..

    Extra Baderegel-Unterweisung mit abverlangter Unterschrift für "Ausländer"..

    Und natürlich kommt das Personal nicht von selbst auf die Idee, das derlei Verhalten andere Menschen diskriminiert..

    Unfaßbar..
  • Antworten » | Direktlink »
#2 EHkaAnonym
  • 17.09.2016, 07:54h

  • Bei den Eintrittspreisen auf der Homepage steht ganz klar, dass "Familien mit ein oder mehreren Kindern" 7 Euro für den Familienpass zahlen bezahlen.
    Und Frau, Frau, Kind ist eine Familie!

    Diese Freibad kann man über die Google bewerteten und genau das sollte man machen. Es stehen auch alle Kontaktinformationen auf der Homepage!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Marceline
  • 17.09.2016, 08:27h
  • Antwort auf #2 von EHka
  • Ich hab vorhin die Verbandsgemeinde Hermeskeil angeschrieben und gefragt, welche konkreten Konditionen eine "Familie" im Sinne der "Familienkarte" definieren.

    Bin mal gespannt, ob es da irgendwelche schriftlich niedergelegten Richtlinien gibt, die (z.B.) homosexuelle Eltern und/oder adoptierte Kinder und/oder unverheiratete / un"verpartnerte" Paare ausschließen. Kann ich mir eigentlich kaum vorstellen - aber man weiß ja nie.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 RobinAnonym
  • 17.09.2016, 08:41h
  • Ein weiteres Beispiel dafür, dass wir endlich einen besseren Anti-Diskriminierungs-Schutz brauchen. Und volle rechtliche Gleichstellung.

    Beides sollte in einem demokratischen Rechtsstaat selbstverständlich sein.

    Und beides könnten wir längst haben, wenn die SPD Wort gehalten hätte und unsere Rechte nicht für ein paar gutdotierte Ministersessel verscherbelt hätte.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 EHkaAnonym
  • 17.09.2016, 08:50h

  • Da umgeht die homophobe Kassiererin gleich mal das Lexikon um ihre widerliche Homophobie ausleben zu können.

    Auszug aus Wikipedia:
    Familie (lateinisch familia Hausgenossenschaft[1] oder Hausgemeinschaft) bezeichnet soziologisch eine durch Partnerschaft, Heirat, Lebenspartnerschaft, Adoption oder Abstammung begründete Lebensgemeinschaft, im westlichen Kulturraum meist aus Eltern oder Erziehungsberechtigten sowie Kindern bestehend, gelegentlich durch weitere, mitunter auch im selben Haushalt lebende Verwandte oder Lebensgefährten erweitert.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 tobiasProfil
  • 17.09.2016, 09:11hbremerhaven
  • was wäre denn mit oma, mutter und zwei enkeln?
    ^^ist das keine familie?
    oder bruder, bruder mit ihren jeweiligen kindern?
    etc.
    zum glück hatte ich diese probleme im Bad 1 in bremerhaven noch nie, als ich mit meinem (ex)freund und meinen beiden söhnen schwimmen war. :)
  • Antworten » | Direktlink »
#7 AntiFantiProfil
  • 17.09.2016, 09:18hBerlin
  • ...gleich polizei rufen und sich bezeugen lassen dass der eintritt als paar verweigert wird, dann anzeige erstatten, mit guten worten u. "bitte bitte" appellen kommt man hier nicht weiter.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 JarJarProfil
  • 17.09.2016, 09:23hKiel
  • Ja, das geht nicht, wenn man ausweisen kann dass man eine Familie ist sollte man den Rabatt bekommen, egal welche Konstellation man hat.
    Da liegt denke ich auch zum Teil der Hase im Pfeffer. Jeder der im Dienstleistungsgewerbe tätig ist, besonders an Kassen wird die Kunden kennen die alles umsonst haben wollen und dafür einen jede noch so dreiste Story auftischen.
    Ich kann es halt verstehen wenn man dann misstrauisch wird wenn keine reguläre Familie an der Kasse steht. Nur, wie gesagt wenn es klar wird dass das eine Familie ist, dann kann man den Rabatt nicht verweigern.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 JarJarProfil
#10 Komischer VogelAnonym
  • 17.09.2016, 09:42h
  • Also in so einem Bäderbetrieb würd ich mir 2 mal überlegen ob ich da in eine geschlossene Duschkabine gehen würde.... wobei da ist reinlichkeit ja pflicht wie der Bürgermeister seine ja ermahnt...
  • Antworten » | Direktlink »