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Komödie "4th Man Out"

Hilfe, unser Bro ist schwul!


Das Leben der vier Kumpel Adam, Chris, Nick und Ort besteht aus Alkohol, Pokerabenden und allerlei Kraftausdrücken – doch dann outet sich einer von ihnen als schwul (Bild: Edition Salzgeber)

Neu auf DVD: Andrew Nackmans Langfilmdebüt "4th Man Out" ist eine Bromantic Comedy mit einem queeren Twist.

Von Carsten Moll

Alle Zeichen stehen auf Coming-out: "Ich bin schwul", sagt Adam mit zittriger Stimme, doch niemand ist im Raum, um sein Bekenntnis zu hören. Der Automechaniker aus einer ruhigen Kleinstadt im Bundesstaat New York übt für seinen großen Auftritt, denn heute, an seinem 24. Geburtstag, möchte er seinen drei besten Freunden endlich mitteilen, dass er auf Männer steht.

Den passenden Moment zu finden, ist allerdings alles andere als einfach – zu sehr sind Chris, Nick und Ortu damit beschäftigt, über Pornos zu reden, mit Frauen zu flirten oder den in ihren Augen allzu wählerischen Adam zu verkuppeln. Als dem jungen Mann die Wahrheit über seine sexuelle Orientierung dann schließlich über die Lippen kommt, gibt es kein Zurück mehr.

Seine Kumpels tun sich trotz ihrer betonten Lässigkeit schwer mit einem Schwulen in ihrer Mitte, und vor allem Chris, Adams engster Vertrauter seit Kindertagen, fühlt sich vor den Kopf gestoßen. Eine turbulente Zeit bahnt sich an, in welcher Adam sich nicht nur seinen Eltern anvertrauen und sich gegen streng katholische Nachbarn zur Wehr setzen, sondern vor allem einen neuen Umgang mit seinen Freunden finden muss.

Kindsköpfe und Männlichkeitsgehabe


Die Edition Salzgeber hat die Komödie "4th Man Out" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht

"4th Man Out", das Spielfilmdebüt des Regisseurs Andrew Nackman, ist trotz seiner Prämisse kein klassischer Coming-out-Film, sondern entpuppt sich rasch als typische Bromantic Comedy. Statt einen jugendlichen Außenseiter bei der Selbstfindung zu begleiten, porträtiert Nackman nämlich mit breitem Strich eine Gruppe von kindsköpfigen Männern, wie man sie sich auch in einer Judd-Apatow-Komödie vorstellen könnte: Alkohol, Pokerabende und allerlei Kraftausdrücke prägen den Alltag der Protagonisten, die durch ihr klischeehaftes Männlichkeitsgehabe anscheinend keinen Zweifel an ihrer Heterosexualität aufkommen lassen wollen.

Adams Coming-out soll diesen geordneten Kosmos nun völlig aus der Bahn werfen und erweist sich als Twist für ein Genre, in dem Zweideutigkeiten und homoerotische Anspielungen zwar wie selbstverständlich dazugehören, das aber selten von offen schwulen Figuren erzählt.

Dabei werden Adams Erfahrungen lediglich oberflächlich geschildert, im Fokus steht nicht seine Entdeckung einer schwulen Subkultur, sondern die schwierige Beziehung zu seinen besten Freunden. Dass "4th Man Out" heterosexuelle Bettszenen sowie eine Verlobung bietet, sich bei der Darstellung von homosexueller Intimität jedoch so schwer tut, hat in diesem Kontext einen bitteren Beigeschmack. Bezeichnend für diese Haltung ist ein Kuss zwischen Adam und einem Date, der durch einen vollkommen deplatzierten Furz-Gag abgebrochen wird.

Formelhaft, unglaubwürdig – aber gut besetzt

Überhaupt verfehlt Nackmans Film oft den richtigen Ton und pendelt mitunter orientierungslos zwischen derben Pointen sowie um Sensibilität bemühten Momenten. Das von Aaron Dancik faul nach Formeln konstruierte Drehbuch tut sich ebenso wie die Inszenierung schwer damit, Dynamiken glaubhaft zu vermitteln und sinnvolle Übergänge zu finden. Vollkommen abrupt etwa wandelt sich der raue Umgangston der Helden zum kitschigen Finale hin in steriles Feel-good-Flair.

Lediglich die starken Darsteller, besonders Evan Todd als Adam und Parker Young ("Suburgatory") als Chris können den zahlreichen Schwächen des Films etwas entgegensetzen und sorgen dafür, dass "4th Man Out" zumindest streckenweise ganz passabel funktioniert. Zum Cast gehört sogar Chord Overstreet aus "Glee", der ihren Bro Nick spielt. Das Potenzial, die Bromantic Comedy zu neuen Ufern aufbrechen zu lassen, hat Andrew Nackman mit seiner Komödie allerdings verspielt.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zur DVD

4th Man Out. Komödie. USA 2015. Regie: Andrew Nackman. Darsteller: Parker Young, Evan Todd, Chord Overstreet, Jon Gabrus. Laufzeit: 84 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 12. Edition Salzgeber
Galerie:
4th Man Out
8 Bilder


#1 ALex452Anonym
#2 seb1983
#3 Steve2Anonym
  • 19.09.2016, 06:22h
  • Ja, Netflix Deutschland scheint sein LGBT-Angebot auszubauen, was sehr erfreulich ist. "Pride" (ein sehr empfehlenswerter Film!) ist dort auch im Angebot. Auch ein (ich glaube) koreanischer Film über einen Transgender-Cop ("High Heels" oder so ähnlich).
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