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Vaterloses Embryo (etwa sechs Wochen) im Bauch der Mutter (Bild: lunar caustic / wikipedia)

Ein verpartnerter Mann aus Neuss will vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, damit er als Vater seiner in den USA eingefrorenen Embryonen anerkannt wird.

Das höchste deutsche Gericht soll darüber entscheiden, ob auch für Embryonen eine rechtliche Vaterschaft anerkannt werden kann. Für dieses Ziel kämpft seit mehreren Jahren der verpartnerte Neusser Axel Haase mit einer Klage durch alle Instanzen, allerdings ohne Erfolg. Zuletzt hatte der Bundesgerichtshof am 24. August entschieden, dass nach deutschem Recht eine Vaterschaft grundsätzlich erst mit der Geburt erfolgt (Az. XII ZB 351/15).

Zusammen mit seinem Partner Jürgen zieht Haase unter anderem die drei Jahre alten Zwillinge Alisha und Anna groß, die mit Hilfe von Eizellspenden und einer Leihmutter geboren wurden. Bei der Befruchtung blieben neun Embryonen übrig, die in einer Fortpflanzungsklinik in Kalifornien eingefroren wurden.

Mit seiner Klage wollte Haase erreichen, dass er automatisch als sorgeberechtigt gilt, falls weitere Kinder aus diesen Embryonen entstehen sollten. Derzeit würde er nach deutschem Recht nicht automatisch als Sorgeberechtigter feststehen, beispielsweise wenn die Eizellenspenderin widersprechen sollte.

Reform des Embryonenschutzgesetzes gefordert

Das deutsche Embryonenschutzgesetz aus dem Jahr 1990 sei veraltet, kritisierte Haase gegenüber der "Rheinischen Post" und forderte vom Gesetzgeber klare Regeln: "Seit rund 30 Jahren gibt es künstliche Befruchtung. Seitdem sind dabei eine Vielzahl von mehrere Tage alten überschüssigen Embryonen entstanden, die irgendwo eingefroren lagern." Es könne doch nicht sein, "dass der deutsche Gesetzgeber sagt: 'Geh doch ins Ausland und mach' da, was du willst.' Schließlich kommen die Paare mit den im Ausland geborenen Kindern ja wieder nach Deutschland zurück".

Trotz des Rechtsstreits freuen sich die Haases auf bereits neuen Nachwuchs: "Zwei von neun Embryonen, die bisher in einer Fortpflanzungsklinik in Kalifornien eingefroren waren, sind seit Anfang September im Bauch einer Leihmutter", erklärte der Neusser gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Die ersten Schwangerschaftstests sind positiv verlaufen. Wir warten auf den ersten Herzschlag."

Die anderen sieben Embryonen waren laut "Rheinischer Post" nicht lebensfähig. An der angekündigen Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ändert dies jedoch nichts. Es gehe ums Prinzip, meinte Axel Haase. Er kämpfe für alle – homo- wie heterosexuellen – Paare, die sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden. (cw)



#1 Ralle76Anonym
  • 19.09.2016, 09:38h

  • Klagen, deswegen?
    Hat er sich nicht schon strafbar gemacht wegen der Leihmutterschaft, die ist doch eigentlich verboten
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#2 TheDad
  • 19.09.2016, 14:13h
  • Antwort auf #1 von Ralle76
  • ""Hat er sich nicht schon strafbar gemacht wegen der Leihmutterschaft, die ist doch eigentlich verboten""..

    Hat er nicht da die Leihmutterschaft in den USA nicht verboten ist !

    Darüberhinaus bietet die Klage aber noch einige andere "Fallstricke" die man beleuchten muß, denn würde die Vaterschaft bereits nach der Zeugung im Reagenzglas anerkannt, erhielte der anerkannte Vater damit auch ein Mitspracherecht bei einer zukünftigen Abtreibung..

    Zusätzlich bestünde auch die Gefahr den Vater zu Zahlungen heranzuziehen, die in Verbindung mit dem Embryo stehen..
    Etwa Unterhalt des Kindes nach der Geburt, aber auch Zahlungen für die Aufbewahrung des eingefrorenen Embryos wären hier denkbar..

    Es ist eine Sache ein Recht einzuklagen..
    Dabei aber nicht zu bedenken das sich aus den Rechten auch unterschiedliche Pflichten ergeben können, scheint hier nicht durchgehend beachtet worden zu sein..
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