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  • 19.09.2016, 15:55h           2      Teilen:   |

Kämpfen für ihre Majestät

Erstmals Transsexuelle in britischer Kampftruppe

Artikelbild
Nicht bloß Hetero-Jungs dürfen an die Front; die britischen Streitkräfte wollen eine "integrierende Organisation" sein. (Bild: flickr / Defence Images / cc by 2.0)

Eine transsexuelle Soldatin ist die erste Frau, die offiziell an der Front eingesetzt werden könnte.

Das britische Militär hat am Samstag erklärt, dass erstmals eine transsexuelle Frau Teil einer Einheit sei, die in Kampfeinsätze geschickt werden könnte. Dabei handle es sich um die 24-jährige Chloe Allen aus der nordenglischen Grafschaft Cumbria, die den Dienstgrad Guardsman (Gardistin) trägt. Sie dient in der Schottischen Garde, eines von fünf Leibregimentern von Königin Elisabeth II.

Bislang war es Frauen in den britischen Streitkräften generell verboten, an Kampfeinsätzen teilzunehmen. Im Juli setzte jedoch der damalige Premierminister David Cameron einen Vorschlag von Armeechef Nick Carter um, wonach Frauen auch in diesem Bereich gleichgestellt werden sollten.

Im Gespräch mit der Boulevardzeitung "The Sun" sagte Allen, sie fühle sich erleichtert, dass sie sich nicht mehr verstecken müsse. "Ich würde gerne andere Menschen inspirieren, sich zu outen und einfach sie selbst zu sein", so die 24-Jährige. Es sei einfacher, wenn man "seine Kumpels und seine Chefs" hinter sich habe.

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"Ich brauchte den Tritt in den Arsch"

Die Soldatin erklärte, sie habe sich seit ihrer Kindheit als Mädchen gefühlt; so habe sie die Kleider ihrer Mutter angezogen, seit sie acht Jahre alt war. Vor vier Jahren sei sie als Mann der Royal Army beigetreten. Später hätten sie Kameraden in weiblicher Kleidung gesehen – allerdings hätten die anderen Soldaten und ihre Vorgesetzten sehr offenherzig reagiert und hätten sie so akzeptiert, wie sie ist. "Wenn das nicht passiert wäre, würde ich immer noch eine Lüge leben", so Allen. "Es war Glück im Unglück: Ich brauchte den Tritt in den Arsch, um mit der Sache umgehen zu können." Nun unterziehe sie sich einer Hormonbehandlung und habe vor einem Monat auch ihren Vornamen von Ben zu Chloe ändern lassen.

Ihr Vorgesetzter General James Everard lobte Allen für ihren Mut: "Ich freue mich, dass wir die erste Frau in einer Kampfeinheit haben. Die britische Armee zeigt, dass sie eine integrierende Organisation ist, die jeden willkommen heißt und in der jeder sich entwickeln kann", so Everard.

Das britische Militär hatte bis zum Jahr 2000 keine offen schwul oder lesbisch lebenden Soldaten in seiner Reihe geduldet. Danach engagierten sich die Streitkräfte allerdings dafür, sexuelle Minderheiten in den eigenen Reihen gleichzubehandeln. In einer Anfang des Jahres veröffentlichten Studie der LGBTI-Organisation Stonewall bekam das Militär gute Noten: So schaffte es die britische Marine auf Rang zehn der 100 besten LGBT-Arbeitgeber in Großbritannien – die Armee erreichte immerhin Platz 32 (queer.de berichtete).

Die LGBTI-Freundlichkeit des Militärs führte in dieser CSD-Saison jedoch auch zu Auseinandersetzungen in der Community: So protestierten Pazifisten unter dem Motto "No Pride in War" gegen die Teilnahme des Militärs beim CSD London (queer.de berichtete). (dk)

Mehr zum Thema:
» Das Transgender-Verbot im US-Militär soll fallen (25.06.16)
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Tags: militär, transsexuelle, transpersonen, großbritannien, royal army
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Reaktionen zu "Erstmals Transsexuelle in britischer Kampftruppe"


 2 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
19.09.2016
17:26:47


(-3, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Ihr Vorgesetzter General James Everard lobte Allen für ihren Mut: "Ich freue mich, dass wir die erste Frau in einer Kampfeinheit haben.""..

""Im Juli setzte jedoch der damalige Premierminister David Cameron einen Vorschlag von Armeechef Nick Carter um, wonach Frauen auch in diesem Bereich gleichgestellt werden sollten.""..

Ich kann mir grad nicht helfen, aber das stinkt..

Als würde man hier durch den Einsatz einer Transsexuellen Frau den "Vorschlag" Frauen in der Armee gleichzustellen umsetzen wollen..

Wie viele andere Frauen dienen denn noch in dieser Einheit, die auch ""in Kampfeinsätze geschickt werden könnte"" ?

Andere Armeen sind dort längst weiter..
Frauen dienen seit langem in der Israelischen Armee auch im Fronteinsatz..
Ebenso in anderen Armeen der Welt..
Ob das dann wirklich eine Form von Gleichstellung ist, oder bezogen auf die Militarisierung eher ein Rückschritt, darüber kann man sicher auch ausführlich kontrovers diskutieren..


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#2
19.09.2016
19:15:45


(+1, 3 Votes)

Von agneta
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wenn ich weiß, ich kann mich im Einsatz auf jemand 100% verlassen, dann ist es egal, welche Geschlechtsidentität die Person hat. Deshalb reagieren Kameraden dieser Soldatin gelassen. Ich bin alt genug, um noch mit WK2 Veteranen gesprochen zu haben. Die Erzählungen von russischen Fraueneinheiten und ihrer fanatischen Kampfmoral waren beeindruckend.


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