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  • 19.09.2016, 17:30h           13      Teilen:   |

Pirat nahm sich offenbar das Leben

Gerwald Claus-Brunner ist tot

Artikelbild
Der bisexuelle Gerwald Claus-Brunner war von 2011 bis 2016 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (Bild: (cc) ben / flickr)

Einen Tag nach der verheerenden Wahlniederlage hat sich der queere Berliner Piraten-Politiker offenbar das Leben genommen. Laut seiner Partei litt er an einer "unheilbaren Erkrankung".

Der Berliner Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner ist am Montag im Alter von 44 Jahren gestorben. Er ist laut "Berliner Morgenpost" in Steglitz-Zehlendorf tot aufgefunden worden – neben ihm sollen die Polizisten dem Bericht zufolge eine weitere männliche Leiche gefunden haben.

Die "B.Z." berichtet, dass bei Claus-Brunner als Todesursache Suizid festgestellt worden sei. Die Berliner Polizei habe das gegenüber der Boulevardzeitung bestätigt. Weitere Informationen sind noch nicht bekannt.

Die Berliner Piratenpartei hat auf ihrer Website einen Nachruf veröffentlicht. Man habe den Tod mit "sehr großer Bestürzung" aufgenommen. "Nach Mitteilung der Polizei war es weder ein Unfall noch Fremdverschulden, sondern er hat wohl selbst seinem Leben ein Ende gesetzt. Genauere Umstände sind uns nicht bekannt; allerdings wussten wir von einer unheilbaren Erkrankung", heißt es in dem Text.

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"Pragmatisch mit Haltung"

"Faxe, wie wir ihn alle nannten, war nie unumstritten, Faxe war nie einfach und er hatte es auch nie leicht", so die Piratenpartei. "Jeder von uns kann eine Geschichte über ihn erzählen. Auch sein Auftreten, immer in Latzhose und mit Kūfiya (Palästinensertuch) um den Kopf, seine im wahrsten Sinne große Erscheinung, hat ihn immer sofort für alle sichtbar gemacht. Im Oktober 2011, als er als Mitglied der ersten Piratenfraktion ins Abgeordnetenhaus von Berlin einzog, hat er nach einigen Querelen um eben diese Kūfiya diese einfach um eine Kette mit Davidstern ergänzt. Auch so war Faxe – pragmatisch mit Haltung".

Claus-Brunner war bei der Wahl 2011 mit 14 weiteren Piraten ins Berliner Abgeordnetenhaus gestürmt. Am Sonntag rutschte die Partei aber auf unter zwei Prozent und scheiterte an der Sperrklausel. Statt auf Platz 13 stand er diesmal nur auf Platz 26 der Landesliste.

Der langhaarige Elektriker bezeichnete sich auf seiner Website als bisexuell ("95% schwul / 5% hetero"). Er ist auch wegen parteipolitischer Querelen aufgefallen: Anfang des Jahres wäre er fast aus der Piraten-Fraktion ausgeschlossen worden. Grund sollen "verbale Angriffe auf Angestellte und Mitglieder der Fraktion" gewesen sein (queer.de berichtete). Auch von queer.de war Gerwald Claus-Brunner wegen seiner Umgangsformen vor vier Jahren einmal als "Deutschlands peinlichster schwuler Abgeordneter" kritisiert worden.

Nun wird der streitbare Basisaktivist in der Berliner Politik fehlen. (dk)

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Tags: piratenpartei, gerwald claus-brunner
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Reaktionen zu "Gerwald Claus-Brunner ist tot"


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
19.09.2016
18:28:38


(+4, 6 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


neben ihm sollen die Polizisten dem Bericht zufolge eine weitere männliche Leiche gefunden haben.

....... eigenartig ..doppelte Selbsttoetung ..??.

... da bleiben einige Fragen offen....


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#2
19.09.2016
19:15:11
Via Handy


(+3, 5 Votes)

Von falken42
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Fredinbkk


ev. Liebe?


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#3
19.09.2016
20:03:19


(-1, 7 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Der RBB berichtete soeben, dass Claus-Brunner an einer unheilbaren Krankheit gelitten hatte.


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#4
19.09.2016
21:43:30


(+3, 3 Votes)
 
#5
19.09.2016
21:54:27


(+7, 7 Votes)

Von Niedergemeiert


"Einen Nachruf zu schreiben, möchten wir uns nicht anmaßen. Dafür kannten wir Gerwald Claus-Brunner (Faxe) nicht gut genug. Doch ist es uns ein Bedürfnis, seine politische Arbeit, soweit sie uns betraf, zu würdigen, weil sie in mancherlei Hinsicht herausragte. Wer unsere Pressemitteilungen und zuletzt unser Redemanuskript für den Piraten-Bundesparteitag im August gelesen hat, weiß, dass sein Beitrag für die Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe unersetzlich war. Zu diesem Herzensanliegen von uns und von der überwältigenden Mehrheit der Berliner Bürger haben sehr viele beigetragen doch ohne ihn wäre die vollständige Rekommunalisierung vermutlich nicht geglückt. Die Wasserprivatisierung hatte die Berliner bekanntlich mehrere Hunderte Millionen Euro gekostet insofern hat er mehr für die Stadt getan, als manche seiner Kollegen, die im Politbetrieb mehr Erfolg hatten und haben."
Link:
berliner-wassertisch.info/statt-eines-nachrufs_ger
wald_claus-brunner/


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#6
19.09.2016
21:57:50


(+4, 6 Votes)

Von Niedergemeiert
Antwort zu Kommentar #3 von GeorgG


Stand bereits in der Piraten-PM und wird auch im Queer.de-Artikel erwähnt.


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#7
19.09.2016
22:33:34


(0, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von GeorgG


Äh ?
Artikel von 17.30 Uhr :
"" Laut seiner Partei litt er an einer "unheilbaren Erkrankung".""..

Dein Kommentar um 20.03 Uhr veröffentlicht läßt vermuten, Du hast den Artikel nicht gelesen..

Gibt es dazu nähere Gründe so in der Gegend herum zu kommentieren ?

Unfaßbar !


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#8
19.09.2016
22:56:45


(-4, 12 Votes)

Von Pardyyhart
Antwort zu Kommentar #7 von TheDad


TheDad, Wächter über alle LGBTI-Foren im deutschsprachigen Raum, in seinem Element!


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#9
19.09.2016
23:25:15


(0, 6 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #8 von Pardyyhart


""TheDad, Wächter über alle LGBTI-Foren im deutschsprachigen Raum""..

Das ist nun wahrlich zu viel der Ehre..
Denn wenn ich mich irgendwo äußere, dann immer unter diesem Pseudonym !
Das bin ich mir wert..


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#10
20.09.2016
06:43:30


(+3, 3 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Na ob die den Film "Harakiri" gesehen haben, oder über die politische Entwicklung so psychiosch abgestürzt sind, oder beide unheilbar krank gewesen sein mögen, werden wir wohl nicvht mehr erfahren.

Für die Piraten-Partei habe ich mich einige Zeit interessiert, aber nie verstanden, warum die soziale Themen nie besonders beachtet haben. Mit Piraterie bzw. Liekedeelertum, ( Gleichteiler) Freibeutertum hatte das so viel wohl nicht gemein.

Personen mit schwierigen Lebensumständen wird in unserer durchnormierten Gesellschaft ja ganz gerne das Leben zur Hölle gemacht. Wer nicht die besten Voraussetzungen für eine eisenharte Mentalität und den nötigen Aufstehmännchen-Motor mitbringt, wird zwischen all den Anforderungen und Zwängen hoffnungslos zermörsert.

Das Recht auf ein menschenwürdiges Sterben hat der sich nicht aus der Hand nehmen lassen. Das verdient auch Anerkennung für ein selbstbestimmtes Leben und die Entscheidung dazu, wann man(n) aussteigt.

Hoist the colors!


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