Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 20.09.2016, 12:23h           6      Teilen:   |

Nach Tod des Piratenpolitikers

Parteifreund: Claus-Brunner litt unter Trennung von Freund

Artikelbild
Gerwald Claus-Brunner machte bereits in seiner letzten Parlamentsrede Andeutungen darüber, dass er sich offenbar das Leben nehmen möchte (Bild: Piratenpartei)

Gerwald Claus-Brunner hat wegen einer schweren Krankheit offenbar schon länger über Suzid nachgedacht. Auch privat und in der Fraktion habe es erhebliche Probleme gegeben.

Nach dem Tod des Berliner Piraten-Abgeordneten Gerwald Claus-Brunner verdichten sich die Hinweise auf einen Suizid weiter. Der 44-Jährige war am Montag tot in seiner Wohnung aufgefunden worden, neben ihm lag laut der Polizei eine weitere männliche Leiche. Die Beamten erklärten sofort, sie gingen in Claus-Brunners Fall von Selbstmord aus (queer.de berichtete). Zum anderen Toten gibt es bislang keine Informationen.

Laut der Boulevardzeitung B.Z. soll der Politiker bereits vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus am Sonntag tot gewesen sein. Er sei durch einen Stromschlag gestorben, heißt es weiter.

Eine Mordkommission der Kriminalpolizei hat laut einem rbb-Bericht vom Dienstag inzwischen die Ermittlungen übernommen. Das sei in Fällen eines unnatürlichen Todes üblich. Beide Leichen würden derzeit obduziert, erste Ergebnisse würden noch heute erwartet.

Fortsetzung nach Anzeige


Piraten-Chef bestätigt schwere Erkrankung

Der Chef der Berliner Piraten, Bruno Kramm, bestätigte am Montagabend gegenüber dem rbb, dass Calus-Brunner schwer krank gewesen sei und ein Arzt ihm nur noch ein Jahr gegeben habe. Es soll sich um eine chronische Erkrankung gehandelt haben, die zum Organversagen führe. Außerdem habe der 44-Jährige unter der Trennung von seinem langjährigen Freund gelitten.

Kramm sagte weiter, dass Claus-Brunner, der sich in der Fraktion isoliert gefühlt haben soll, seinen Tod offenbar geplant habe. Am Montag sei ein Brief in seinem Abgeordnetenbüro angekommen, in dem er geschrieben habe, dass er bereits tot sei, wenn der Brief geöffnet werde. Daraufhin habe ein Mitarbeiter die Polizei informiert, so Kramm.

Suizid in Parlamentsrede angekündigt?

Bereits bei seiner letzten Rede im Abgeordnetenhaus am 23. Juni hatte Claus-Brunner Andeutungen gemacht, dass er sein Leben beenden wolle. In der Rede zu einem Gesetz über die Zusammenführung der Berliner Planetarien und Sternwarten , die im Parlamentsprotokoll (PDF, Seite 8667) aufgeführt wird, kritisierte er "Filz und Korruption" der Regierung und dass die eigene Fraktion nicht hinter ihm stehe. Nach dem Zuruf "Geh mal zum Arzt" eines nicht genannten Abgeordneten sagte er: "Mach mal weiter so! Könnt ihr gerne alles machen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Ihr werdet es ab dem 18. September noch bereuen, dass es diese Fraktion, der ich angehöre, nicht mehr geben wird." Der 18. September war der Wahlsonntag. Claus-Brunner fuhr fort: "Ihr werdet auch in der laufenden Legislaturperiode für mich am Anfang irgendeiner Plenarsitzung mal aufstehen dürfen und eine Minute stillschweigen. – Vielen Dank, das war es!"

Parlamentsvizepräsidentin Anja Schillhaneck (Grüne) ermahnte im Anschluss an Claus-Brunners Rede das Plenum zu mehr Disziplin. "Zwischenrufe wie 'Geh mal zum Arzt!' oder Ähnliches sind wirklich unangemessen! Das sollten Sie bitte unterlassen!", sagte Schillhaneck laut Protokoll.

Nach der Rede sollen laut "Spiegel Online" mehrere Abgeordnete und Senatoren zur Piratenfraktion gegangen sein, um sich nach Claus-Brunners Situation zu erkundigen. "Menschen wurden hellhörig", sagte ein Parlamentarier im Rückblick. Auch Beratungsstellen seien über den Auftritt des Piraten-Abgeordneten informiert worden.

Seinen letzten Tweet setzte Claus-Brunner am Freitag ab. Er schrieb: "Echter Kacktag heute, übertrifft sämtliche schlechten tage die ich je erlebt habe bisher. Hoffe das Wochenende machts besser."

Der langhaarige ehemalige Zeitsoldat, der als Elektriker und Mechatroniker ausgebildet worden war, bezeichnete sich auf seiner Website als bisexuell ("95% schwul / 5% hetero"). Er war 2011 mit 14 weiteren Piraten ins Berliner Abgeordnetenhaus gestürmt und wollte die Politik von Grund auf verändern. Schwerpunkte seiner Arbeit im Berliner Abgeordnetenhaus waren der Petitionsausschuss sowie zuvor der Sonderausschuss Wasserbetriebe.

Seine Fraktion machte aber immer wieder mit parteipolitischen Querelen von sich Reden. Claus-Brunner wurde etwa persönlich von Charlotte Knobloch, der Chefin des Zentralrats der Juden in Deutschland, wegen seines Palästinensertuches attackiert, das neben seiner Latzhose zu seinem Markenzeichen geworden ist. Das Tuch stehe für den bewaffneten Kampf gegen Juden, so Knobloch. Claus-Brunner lehnte das Ablegen des Tuches zwar ab, trug aber fortan zusätzlich eine Halskette mit einem Davidstern.

Anfang des Jahres wäre er sogar fast aus der Piraten-Fraktion ausgeschlossen worden. Grund sollen "verbale Angriffe auf Angestellte und Mitglieder der Fraktion" gewesen sein (queer.de berichtete). (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 6 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 46       4       6     
Service: | pdf | mailen
Tags: piratenpartei, gerwald claus-brunner
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Parteifreund: Claus-Brunner litt unter Trennung von Freund"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
20.09.2016
12:47:32


(+1, 3 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015


Wenn alles zusammenkommt (schwere Krankheit, Trennung vom langjähigen Partner, Häme und Spott von Partei- und Parlaments'kollegen') und sogar evtl. Hilferufe nicht erkannt werden wollten, ist ein solcher "letzter Ausweg" tragisch und vor allem auch nicht zu verurteilen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
20.09.2016
13:43:28


(+5, 5 Votes)

Von JarJar
Aus Kiel (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 30.10.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Laurent


Zu verurteilen ist ein Selbstmord in den wenigsten Fällen. Jeder Mensch sollte selbst das Recht besitzen dürfen zu sagen wann er sein Leben ein Ende setzten möchte. Das ist dann schlimm für die Hinterbliebenden, wenn es aus heiterem Himmel erfolgt, aber in diesem Fall, wenn man weiß man wird in 6 Monaten sterben und man vielleicht nicht auf den Verfall warten möchte, finde ich es nicht verwerflich. Ganz im Gegenteil, ich wüsste nicht wie ich reagieren würde.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
20.09.2016
13:51:38


(-3, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Laurent


An einem selbstbestimmten Ausscheiden aus dem Leben ist nichts "tragisches" !

Es ist ein Zeichen dafür sich auch im "letztem Moment" nicht vorschreiben zu lassen, was man zu tun und zu lassen hat..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
20.09.2016
14:23:41


(-1, 3 Votes)

Von Heideperle
Aus Lüneburg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 14.04.2016
Antwort zu Kommentar #1 von Laurent


Bild weiss mehr!
Er soll einen Mann missbraucht und getötet haben steht dort aktuell?
Was war da los,wer weiss mehr?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
20.09.2016
14:29:29
Via Handy


(-3, 5 Votes)

Von SJensi


Sich selbst das Leben zu nehmen ist tragisch, aber die Entscheidung der Person die sich selbst tötet.
Aber andere da mit reinzuziehen ist das Letzte. Das muss auch nicht mit " er hatte Probleme" marginalisiert werden.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
20.09.2016
14:56:25


(+3, 3 Votes)

Von Spekulationen
Antwort zu Kommentar #5 von SJensi


Es sind noch keine Fakten bekannt. Ball flachhalten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 BOULEVARD - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 BOULEVARD



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Parteitag in Essen: CDU gibt sich homofreundlich Bayern: Nur "Toleranz", aber keine "Akzeptanz" von LGBTI Clubkid verliebt sich in russischen Stricher Tom Ford: Jeder Mann sollte mal passiven Analverkehr haben
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt