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In der britischen Hauptstadt bleiben LGBT-Symbole auf grünen Ampeln erhalten

Rund um den Trafalgar Square bleiben die Ampel-Pärchen und grüne LGBT-Symbole erhalten, die eigentlich nach dem Ende der CSD-Saison wieder abmontiert werden sollten.

Die Londoner Verkehrsbehörde hat am Wochenende bekannt gegeben, dass die während des CSDs eingeführten Fußgängerampeln mit gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen oder LGBT-Symbolen vorerst nicht wieder mit traditionellen Ampelmännchen ersetzt werden. "Die Schablonen sollten eigentlich nicht permanent sein, aber wir haben im Augenblick keine Pläne, sie in der nahen Zukunft wieder abzubauen", erklärte ein Sprecher von "Transport for London" gegenüber der Boulevardzeitung "Sun".

Die Stadt hatte im Juni zirka 50 grüne Schablonen bei Fußgängerampeln rund um den touristischen Trafalgar Square ersetzt. Londons Bürgermeister Sadiq Khan stellte die Ampeln persönlich vor (queer.de berichtete). Insgesamt gibt es sieben verschiedene Motive: Neben einem schwulen, einem lesbischen und einem heterosexuellen Pärchen, die ihre Hände jeweils zu einem Herz formen, gibt es erstmals Symbole für Homo-, Hetero- und Transsexualität. Alle Schablonen sollten nach dem Ende der CSD-Saison wieder abmontiert werden.

Vorwurf: Ampeln verwirren Besucher

Vereinzelt gab es in der Stadt Widerstand gegen die Aktion. So behauptete das nationalkkonservative Boulevardblatt "Daily Express" allen Ernstes, dass die Ampeln Fußgänger verwirren würden. Die Zeitung zitierte einen zweifachen Vater aus der Provinz mit den Worten: "Als das Licht grün wurde und ich zwei weibliche Symbole gesehen habe, dachte ich: 'Oh klar. Meine Frau darf mit mit meinem kleinen Mädchen über die Straße, aber was sollen ich und mein Sohn tun?" Eine 26-Jährige aus Nordengland soll gefragt haben: "Heißt das, dass ich auf der einen Seite laufe und Männer auf der anderen?" Normalerweise hängt in London ein traditionelles (männliches) Ampelmännchen. Bei ihnen gibt es bislang keine Berichte über verwirrte Fußgängerinnen, die nach einer Ampelfrau suchen.


Das sind die sieben Ampelsymbole in London

Die Idee der Ampelpärchen stammt aus Österreich. Im Vorfeld des Eurovision Song Contest 2015 wurden in Wien die ersten Homo-Ampeln installiert (queer.de berichtete). Das führte zu weltweiter Berichterstattung, was Wien dazu brachte, die eigentlich zeitlich begrenzte Aktion fortzusetzen. Die Idee wurde seitdem von mehreren Städten in Deutschland, Österreich und den Niederlanden übernommen, sie verbindet ein Zeichen von Akzeptanz mit vergleichsweise kostengünstiger PR. LGBT-Aktivisten begrüßten, dass damit die Sichtbarkeit von sexuellen Minderheiten erhöht werde.

In mehreren Orten kam es zu Auseinandersetzungen um die Ampeln, insebsondere in Österreichs drittgrößter Stadt Linz. Im vergangenen Jahr ließ ein neuer Verkehrsstadtrat von der rechtspopulistischen FPÖ kurz vor Weihnachten Ampel-Schablonen mit gleich- und verschiedengeschlechtlichen Paaren wieder abmontieren, weil sie Ausdruck einer "linken Gesinnungs-Lobby" seien. Das führte zu einem Aufschrei unter LGBTI-Aktivisten und Lokalpolitikern, die einen Imageschaden für ihre Stadt fürchteten. Knapp zwei Monate später wurden die Schablonen wieder montiert (queer.de berichtete). (dk)



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