Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 20.09.2016, 17:47h           67      Teilen:   |

Homo-Hass

AfD-Abgeordneter bezeichnete Homosexuelle als "genetisch degeneriert"

Artikelbild
Kay Nerstheimer war früher Division Leader der "German Defence League" und sitzt heute für die AfD im Berliner Abgeordnetenhaus (Bild: AfD Lichtenberg)

Schwule und Lesben haben nach Ansicht des direkt gewählten Berliner Abgeordneten Kay Nerstheimer einen Gendefekt und sind pauschal eine Gefahr für Kinder.

Homosexuelle sind "unnormal", "widernatürlich" und "genetisch degeneriert". Mit solchen Beschimpfungen hatte der AfD-Politiker Kay Nerstheimer im Jahr 2014 im sozialen Netzwerk Facebook gegen Schwule und Lesben polemisiert, wie die Facebookgruppe Gegen die Alternative für Deutschland am Dienstag aufdeckte.

Nerstheimer ist erst am Sonntag ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt worden und dort einer von 25 Parlamentariern der Rechtspopulisten. Im Ostberliner Wahlkreis Lichtenberg 1 konnte er sich mit 26,0 Prozent das Direktmandat sichern.

In seiner Facebook-Tirade schrieb Nerstheimer unter anderem über Homosexuelle: "Die Natur sagt eindeutig, normal ist, was der Erhaltung der Art dient. Alles andere ist unnormal und und in diesem speziellen Fall genetisch gegeneriert! (sic!) Vor so etwas muß man Kinder SCHÜTZEN!!!!" Es habe seinen Sinn, dass die "degenerierte Spezies" sich nicht vermehren könne: "So löscht die Natur Fehler im Programm."

Er fuhr fort: "Gendefekt, degeneriert, egal wie man es dreht, es ist schlicht und ergreifend widernatürlich." Er selbst sieht sich dagegen als wertvollen Familienvater. Schwule und Lesben forderte er in der Diskussion auf, dass sie ihre sexuelle Orientierung "einfach für sich behalten und es nicht immer so rausposauen" sollten. "Es ist kein Verdienst diesen Gendefekt zu besitzen", so Nerstheimer. "Also etwas leiser und die normalen Menschen nicht immer mit eurem Mist belästigen, dann klappt auch das Zusammenleben!"

Fortsetzung nach Anzeige


Nerstheimer spielt Aussagen als "flappsige Antwort" herunter

Der Kommentarthread, in dem Nerstheimer ausfällig wurde
Der Kommentarthread, in dem Nerstheimer ausfällig wurde

Die homophobe Hetztirade stammt aus einem Kommentar-Thread vom 5. Dezember 2014 im Facebook-Profil der AfD-Politikerin Beatrix von Storch und bezieht sich auf eine Forderung des Grünenpolitikers Volker Beck, die Benachteiligung von Lebenspartnerinnen bei einer künstlichen Befruchtung zu beseitigen. Die Kommentare Nerstheimers sind dort weiterhin online.

Selbst die sonst handzahme Gruppe "Homosexuelle in der AfD" hat nach den bekanntgewordenen Äußerungen Nerstheimers Konsequenzen gefordert: "Hier erwarte ich von Kay Nerstheimer eine Erklärung und eine Entschuldigung", meinte Gruppenchef Mirko Welsch am Mittwoch auf Facebook. "Solche dümmliche Phrasen sind nicht die AfD."

Nerstheimer hat Welsch inzwischen in seinem privaten Profil geantwortet: "Lieber Mirko, das war das Ergebnis eines längeren Hin und Her , welches dann immer absurder wurde in den Unterstellungen und Antworten. Es war dann nur noch nervig und deshalb dann meine flappsige Antwort. Es ging eigentlich am Anfang um das Aufdrängen der Minderheiten Meinung. Ganz ehrlich, es ist mir völlig egal wie jemand orientiert ist!! Er soll es aber bitteschön für sich behalten. Es interessiert niemanden und es ist auch keine Qualifikation für irgendwas. Ich bin dafür, das Lebenspartner füreinander Entscheidungen treffen können, das ist ja auch der Fall, aber absolut keine Gleichstelllung mit einem Ehepaar."

Erst vor drei Wochen hatte der schwule AfD-Kandidat Frank-Christian Hansel, der am Sonntag ebenfalls ins Abgeordnetenhaus gewählt worden ist, noch erklärt, dass niemand in der AfD homophob sei (queer.de berichtete). Bereits am Wochenende wurde diese Aussage aber allein in der Hauptstadt-AfD deutlich ad absurdum geführt, als Bilder auftauchten, die einen anderen AfD-Kandidaten beim Verbrennen einer Regenbogenfahne zeigen sollen (queer.de berichtete). Ohne Mandatsverzicht oder Rücktritten gewählter Bewerber hatte Jörg Sobolewski den Einzug über die Landesliste der Partei knapp verfehlt und zu dem Vorwurf bislang keine Stellung genommen.

Der 1964 geborene Nerstheimer stand schon in den letzten Wochen wegen seiner Rechtsaußen-Vergangenheit in der Kritik. So war bekannt, dass er im Jahr 2012 im Internet als Berliner Division-Leader der "German Defence League" auftrat und ankündigte, diese zur Miliz auszubauen. Die Organisation ist später in Verfassungsschutzberichten als rechtsextrem eingestuft worden.

Dem AfD-Landesvorstand war diese Vergangenheit bekannt, er sah darin aber offenbar kein Problem. Landeschef Georg Pazderski erklärte gegenüber "Spiegel Online", Nerstheimer sei schließlich aus der League "nach seiner eigenen Aussage […] 2012 ausgetreten, also noch vor Gründung der AfD im Jahr 2013 und vor der Beobachtung durch den Bremer Verfassungsschutz". Entgegen manchen Medienberichten gebe es bislang auch kein Ordnungsverfahren gegen den Neu-Abgeordneten. "Ich denke, Herr Nerstheimer hat sich glaubhaft vor seiner früheren Mitgliedschaft distanziert", so Pazderski gegenüber "Spiegel Online" über eine entsprechende Befragung im Landesvorstand. Man müsse Menschen eine "zweite Chance" geben.

Die "German Defence League" unterstützt noch heute in sozialen Netzwerken die AfD. Und noch heute ist auf der Facebook-Seite des homophoben Neu-Parlamentariers folgender Satz aus dem Jahr 2012 zu lesen: "Kay Nerstheimer gefällt german-defence-league.de". Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" schrieb Nerstheimer in anderen Facebook-Postings u.a. von Schwarzen als "Bimbos", von Flüchtlingen aus Syrien als "widerliches Gewürm" und von einigen deutschen Politikern als "Hochverräter". Auch habe er "geschichtsrevisionistische Beiträge" verfasst, die NS-Zeit "glorifiziert" und NS-Massaker "beschönigt", so die Zeitung. Zu Volker Beck, der beim Moskauer CSD 2010 von Rechtsradikalen verprügelt wurde, schrieb Nerstheimer: "Die Dresche die er in Moskau bekommen hat, hat ihm bestimmt gefallen". (dk)

Direktlink | Tilo Jung von "Jung & Naiv" hatte am Montag den Berliner AfD-Landeschef Georg Pazderski und die Bundesvorsitzende Frauke Petry zu antisemitischen Äußerungen aus der Partei und zu Nerstheimer befragt


Aktualisiert um 19.20 Uhr um klareren Screenshot (über Lupenfunktion) und den Hinweis, dass der Kommentar aus einer Diskussion auf der Facebook-Seite von Beatrix von Storch stammt. (Nachtrag 21h: Nerstheimer hat sein Facebook-Profil deaktiviert, seine Kommentare auch auf anderen Seiten sind nicht mehr abrufbar)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 67 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 15330       82       17     
Service: | pdf | mailen
Tags: afd, kay nerstheimer, homophobie, abgeordnetenhaus
Schwerpunkte:
 AfD
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "AfD-Abgeordneter bezeichnete Homosexuelle als "genetisch degeneriert""


 67 User-Kommentare
« zurück  1234567  vor »

Die ersten:   
#1
20.09.2016
18:07:30


(+11, 11 Votes)

Von Sebo


Aha, der meint es also besser als alle wissenschaftlichen Fakten zu wissen.

Typischer Fall von Realitätsverlust gepaart mit Größenwahn.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
20.09.2016
18:11:17
Via Handy


(+10, 14 Votes)

Von Chaosmaedchen
Aus - (Sachsen)
Mitglied seit 25.08.2016


LGBTI+, die die AfD wählen , schießen sich ins eigene Bein, genauso wie Ausländer und Migranten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
20.09.2016
18:19:59
Via Handy


(+14, 16 Votes)

Von Nick


Wieso eigentlich immer noch diese Verharmlosung als "Rechtspopulisten"?

Er war vorher in einer rechtsextremen terroristischen vereinigung.. jetzt in der afd..

Die AfD ist der parlamentarische Arm der rechtsterroristen


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
20.09.2016
18:25:26


(+13, 13 Votes)

Von paolo


na.. als kindermädchen würd ich den auch nicht engagieren


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
20.09.2016
18:51:01


(+11, 13 Votes)

Von Norisette
Aus Nürnberg (Bayern)
Mitglied seit 26.04.2013


Der schaut aber "Mirko"-würgig aus. Schwule und Lesben, die so was wählen, sind für mich schizophren... hochgradig.

Sollte diese braune Partei jemals an die Macht kommen, werden wir es erleben, wie Lesben und Schwule in KZs wandern.

Also lasst gefälligst die Finger von denen, auch dann, wenn ihr meint, protest-wählen zu müssen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
20.09.2016
19:05:31


(+15, 15 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


.......ja eine Iris blau ,die andre schwarz ....das ist ein Gendefekt (nicht geeignet fuer arische Nachzucht) ....gibts auch bei Katzen ,oft sind die dann nicht fortpflanzungsfaehig....



Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
20.09.2016
19:33:06


(-4, 8 Votes)

Von Paulus47


Darüber kann er sich nun ausführlich mi seinem AfD Kollegen Frank-Christian Hansel im Abgeordnetenhaus von Berlin unterhalten...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
20.09.2016
19:33:31


(+11, 15 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


...oder ist der auf dem rechten Auge blind ??

bestens geeignet fuer einen Posten beim Verfassungschutz....


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
20.09.2016
19:55:10


(+11, 15 Votes)

Von entartet
Aus Hürth (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 07.07.2016


Die Zielrichtung ist doch sonnenklar. Schwule sollen als Triebtäter diffamiert werden, vor denen man die Öffentlichkeit schützen muss. Also erst mal in die Klapse, wenn die Gesetze dafür da sind, hinter Gitter, und wenn die Zeit reif ist, ab ins Jenseits...

Für was soll er sich denn entschuldigen? Die Klientel der AfD, die Wohnheime anzündet, in denen Menschen leben, wird das doch genau so sehen: Nur ein toter Schwuler ist ein guter Schwuler. Leider, ach leider darf man das noch nicht sagen. Aber sie arbeiten daran... Und wenn sie können, werden sie das auch umsetzen - gnadenlos. Das ist nicht polemisch gemeint, sondern meine tiefste Überzeugung.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
20.09.2016
20:23:43


(0, 10 Votes)

Von Lars


Huch, in solchen Fällen muss man immer tief durchatmen, um Kraft für die Auseinandersetzung zu tanken. Herr Nerstheimer, hier zwei Mahnungen von einem in ihren perfekten Augen degenerierten Menschen.

Gendefekt:
Ich habe mal im Fernsehen einen Beitrag über einen Jungen mit Downsyndrom gesehen, der zusammen mit seiner Mutter ein Buch geschrieben hat und sehr kreativ und charaktervoll war. Er meinte, er würde gern als der leben, der er ist, unangenehm sei nur, "wenn die Leute blöd gucken." Ich frage mich, wer wen belästigt? Der "normale" den "unnormalen",oder umgekehrt? Und wer lernt Kraft und Selbstakzeptanz und Selbstbehauptung von wem? Der Defekte von dem Nicht defekten oder umgekehrt?

Fehler im Programm:
Ein kluger Marokkaner sagt in einem Intrnetvortrag, wir sollen nicht perfekt sein, denn wenn Du perfekt bist, nimmt dich Gott aus dem System raus und ersetzt dich durch wen anders.

Ihr "System", gedanklich und politisch, ist mir zu perfekt ...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234567  vor »

Registrier Dich!
Als Mitglied der Gay Community von Queer.de hast Du viele Vorteile:
- Anonyme Kommentare weiterhin möglich
- Bewertung anderer User-Meinungen
- Andere Ansichten und Sortierung für Kommentare
- Schnellübersicht: Deine, neue Kommentare
- Bild, Profil, gesicherter Username
- Alle anderen Vorteile unserer schwul-lesbischen Community
Melde Dich jetzt an! Natürlich kostenlos.


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

TV-Tipps für Schwule und Lesben
  • TV Teaserbild03:30h, rbb:
    Historienspektakel Prenzlau - Eine Stadt macht Theater
    Fiktive Geschichte um Mord und gleichgeschlechtliche Liebe im historischen Prenzlau des Jahres 1250
    Doku, D 2016
  • mehr TV-Tipps »



Queer.de Terminkalender


 POLITIK

Queer.de mobil
  • Queer.de QR-CodeKennst Du schon unsere Version für unterwegs?
    mobil.queer.de bringt Dir aktuelle Nachrichten, TV-Highlights und CSD-Termine und natürlich auch Galerien. Ob iPhone, Android oder Nokia: unser schwules Magazin sieht auch in klein gut aus!


24 STUNDEN
    • Top gelesen


    DAMALS: 30.09. auf Queer.de
      • 2015



       QUEER.DE-VOTE
      • Berichtet queer.de zuviel über die AfD?
      • Ja. Die AfD will mit ihren homo- und transfeindlichen Tiraden bewusst provozieren und setzt auf die Empörungsspirale.
        Nein. Es ist wichtig, immer wieder auf die Hetze dieser Partei aufmerksam zu machen und die Leser aufzuklären. Sonst macht es kaum einer.
      • Abstimmen | Ergebnis | Archiv



      Anderswo
      Bild des Tages
      Aktuell auf queer.de
      Nordkirche beschließt Segnung von Homo-Paaren Amerikaner bei LGBTI-Rechten tief gespalten Indien: Über 200 Minderjährige wegen Gesetzes gegen Homosexuelle festgenommen Axel Ranisch hat sich verpartnert
       © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt