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"Freiburger Deklaration"

Reformmuslime gegen Homophobie


Auch Kopftuch und Regenbogenfahne passen zusammen: Szene vom Istanbul Pride 2015. Die "Freiburger Deklaration" spricht sich gegen "Bekleidungszwänge" aus

In einer "Freiburger Deklaration" werben namhafte Muslime aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für eine tiefgreifende Reform im Islam.

Eine Gruppe von Reformmuslimen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat am vergangenen Wochenende eine "Freiburger Deklaration" veröffentlicht, die eine tiefgreifende "Islamreform" fordert. In der Erklärung werden auch die Rechte von Lesben und Schwulen hervorgehoben.

"Wir träumen von einer muslimischen Gemeinschaft, die alle Formen der individuellen Persönlichkeitsentfaltung respektiert und schützt, die alle Formen der individuellen Lebensgestaltung respektiert und schützt, die alle Formen des Miteinanders und alle Lebensformen respektiert und schützt", heißt es in der "Freiburger Deklaration". Alle Menschen seien gleichberechtigt und gleichwertig. "Darauf fußend lehnen wir Diskriminierungen jedweder Art ab. Dazu gehören insbesondere auch Antisemitismus und Homophobie."

Klare Absage an Scharia-Gesetzgebung

Demokratie und Menschenrechte werden in der Erklärung als "Grundlage für das friedliche Miteinander aller Menschen in unserer Gesellschaft" bezeichnet: "Der Artikel 30 der Menschenrechte (Auslegungsregel), die für uns bindend sind, steht über jedem Anspruch, der möglicherweise aus einer islamischen Rechtsprechung erwachsen könnte."

Darüber hinaus bekennen sich die "Reformmuslime" zu einer strikten Trennung von Staat und Religion: "Wir träumen von einer muslimischen Gemeinschaft, die den Glauben als eine persönliche Angelegenheit zwischen Gott und dem Einzelnen sieht, die sich nicht davor scheut, ihre Religion kritisch zu hinterfragen und ihre Positionen immer wieder neu zu überdenken, weiterzuentwickeln und sie in Einklang mit der Lebensrealität zu bringen."

Zu den Unterzeichnern der "Freiburger Deklaration" gehören unter anderem der Leiter der islamischen Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Abdel-Hakim Ourghi, der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland, Ali Ertan Toprak, die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün, die österreichische Grünen-Abgeordnete Berivan Aslan sowie die Rechtsanwältin und Autorin Seyran Ateş.

Der Humanistische Pressedienst nannte die Initiative eine "erfreuliche Entwicklung, die nicht nur dem Islamismus entgegenwirkt, sondern hoffentlich auch positive Auswirkungen auf einen traditionellen und rückständigen Volksislam hat, der von einer Minderheit der MuslimInnen in Deutschland (organisiert bei DITIB, Milli Görüs, dem Zentralrat der Muslime und anderen) gepflegt wird". (mize)



#1 panzernashorn
  • 21.09.2016, 09:18h
  • Die beste Reform des Islams wäre dessen Abschaffung!

    Das Gleiche gilt für die restlichen "Religionen" - wäre ein unendlicher Segen für die Menschheit.
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#2 Alice
  • 21.09.2016, 09:31h
  • Ich wünsche der "Freiburger Deklaration" viel Erfolg, und bekunde meine uneingeschränkte Hochachtung den Unterzeichner*innen.
    Möge auch unsere derzeitige Bundesregierung davon Kenntnis erhalten.

    Die Freiburger Deklaration beginnt mit den weisen Worten aus dem 12ten Jahrhundert, einer Zeit in der das Abendland von dieser Weisheit noch sehr weit entfernt war:

    "Unwissenheit führt zu Angst, Angst führt zu Hass und Hass führt zu Gewalt. Das ist eine einfache Gleichung."

    Ibn Ruschd, 1126 1198, muslimischer Philosoph und Arzt.

    Sehr gefreut hat mich dass Punkt EINS der Werte da lautet:
    "1. Darauf fußend lehnen wir Diskriminierungen jedweder Art ab. Dazu gehören insbesondere auch Antisemitismus und Homophobie."
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#3 Alice
  • 21.09.2016, 09:52h
  • Antwort auf #1 von panzernashorn
  • Woher will er das wissen - das Religionen abgeschafft gehören? Ja sie haben viel Unheil gebracht, das hat das Eisen (Ferrum, Fe) aber auch.

    Ein inneres Bedürfnis vieler, vielleicht aller, Menschen scheint es zu sein "an etwas" zu glauben.
    Eine Abschaffung oder Verbannung ist somit ähnlich unsinnig wie die Abschaffung oder Verbannung von LSBTTIQ.

    Bei den Göttern von Kobol solltest Du diesen Kommentar richtig einordnen durch das Wissen, dass:
    * ich mich für _nicht_religiös_ halte,
    * bewusst keiner Religion (mehr) angehöre und
    * wünsche auch nicht einer angehören zu müssen!

    Das Lesen der Freiburger Deklaration hilft, denn dort findet man unter anderen die Aussage:
    "Wir träumen von einer muslimischen Gemeinschaft, die den Glauben als eine persönliche Angelegenheit zwischen Gott und dem Einzelnen sieht, die sich nicht davor scheut, ihre Religion kritisch zu hinterfragen und ihre Positionen immer wieder neu zu überdenken, weiterzuentwickeln und sie in Einklang mit der Lebensrealität zu bringen."
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#4 FOX NewsAnonym
  • 21.09.2016, 09:57h

  • Es ist also eine Meldung wert, wenn ein Moslem sagt, dass das geltende Recht in Europa auch tatsächlich gelten soll und keine fiktiven Märchenbuchgesetze. Toll. Ich bin begeistert.
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#5 maaaartinAnonym
#6 Paulus47Anonym
  • 21.09.2016, 11:29h
  • Es gibt ihn also auch, den liberal ausgelegten Islam, der sogenannten Reformmuslime, die in Europa vorwiegend zu finden sind, und die einen anderen Islam wollen, der nicht so konservativ gelehrt und gepflegt wird. Dies kann Auwirkungen auf den traditionellen und rückständigen Volksislam haben, der von einer Minderheit der MuslimInnen in Deutschland (organisiert bei DITIB, Milli Görüs, dem Zentralrat der Muslime) gelehrt und gepflegt wird.

    "Alle Menschen sind gleichberechtigt und gleichwertig.
    1. Darauf fußend lehnen wir Diskriminierungen jedweder Art ab. Dazu gehören insbesondere auch Antisemitismus und Homophobie." [..]

    Leider gibt es in den traditionell islamisch geprägten Gebieten Nordafrikas/Naher Osten/Zentralasien keinen Reformislam und dort wird an den Moscheen ein sehr rückständiger zu großen Teilen auch antisemitischer und homophober Islam gelehrt, der auch die Stellung der Frau anders bewertet, als dies in den westlichen säkular geprägten Industriestaaten gelebt und an in den christlichen Kirchen überwiegend gelehrt und gepredigt wird.

    Ich begrüße es als liberaler evangelischer Christ einer Landeskirche der EKD, wenn sich liberale Muslime in Europa, gegen die eher konservativen Islamverbände wie DITIP, usw. wehren.
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#7 lucdfProfil
  • 21.09.2016, 11:53hköln
  • Religionen kann man nicht abschaffen. Ob man sie reformieren kann ist auch fraglich. Vielleicht..... Der Staat sollte aber dafür sorgen, dass Religion eine rein persönliche Angelegenheit bleibt. Darauf kommt es an.
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#8 daVinci6667
  • 21.09.2016, 11:58h
  • Antwort auf #1 von panzernashorn

  • Yep, sehe ich genauso!

    Die die glauben, Religion würde ihnen Schutz geben wenn sie in Not sind irren sich gewaltig. Man kann jedem Menschen jederzeit alles nehmen, nur seine Würde nicht.

    Nur in sich selber kann man Frieden, Sicherheit und uneingeschränktes Vertrauen finden. Wer Glück hat findet einen Partner der ihm das auch geben kann, zusammen ist Mann dann noch stärker.

    Religion hingegen bietet nur eine Scheinsicherheit und macht gleichzeitig extrem abhängig. Es ist entsetzlich anzusehen wie viele Menschen verzweifelt zu irgendwelchen Hirngespinsten beten wie ein Junkie der sich immer wieder eine Spritze setzen muss.
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#9 LarsAnonym
  • 21.09.2016, 12:30h
  • Antwort auf #1 von panzernashorn
  • Bei den vielen Milliarden Menschen, die auf der welt einer Religion angehören, ist so eine Grundsatzüberlegung ein Kampf gegen Windmühlen, zumal religionsfeindliche Staaten es auch nicht besser gemacht haben.

    Mit einer so radikalen Haltung, die das (bzw. Dein) Paradies auf Erden jetzt und sofort und für alle fordert, lässt Du viele im Stich, die innerhalb ihrer Gemeinschaft das menschenmögliche tun und ihrereits von den "Paradies-sofort-und hier" Leuten scheel angeguckt werden.

    Und eine grundsätzliche Haltung klingt hier im Netz zwar stark, aber sie "schützt" auch davor, in der Praxis mit Menschen umzugehen, die Dir fremd sind, Euch gegenseitig mit Eurer Wirklichkeit und Verletzlichkeit zu konfrontieren - nicht von Kanzel zu Kanzel, sondern von Mensch zu Mensch.

    Hierzu eine Fundstelle aus den Tiefen des Netzes:

    "Hilf heute nicht nur demjenigen, den du kennst, magst oder der deinen Glauben hat... Dann wird dir Allah morgen auch jemanden schicken, der dich nicht kennt, mag oder deines Glaubens ist, und dir trotzdem hilft."

    www.facebook.com/fadil.naima/
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#10 markusbln11Anonym
  • 21.09.2016, 12:30h
  • Antwort auf #1 von panzernashorn

  • Ich sehe das auch so. Sehr positiv.

    Kürzlich hatten wir von einem einzigen homofreundlichen prediger gehört, jetzt von einer reformerklärung, die von zahlreichen personen getragen wird.

    Und ich bin sicher, dass daraus eine bewegung wird. Viele moslemische menschen warten auf zeitgemässe antworten innerhalb ihres glaubens.
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