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  • 20. April 2005, noch kein Kommentar

In Turin findet zum 20 Mal das internationale schwul-lesbische Filmfestival statt. Zum Jubiläum kommt Trash-Regisseur John Waters nach Italien.

Von Christian Scheuß

Francois Ozon, Gus van Sant, Derek Jarman, Rosa von Praunheim: Alle waren sie schon da in den vergangenen Jahrzehnten. Das internationale schwul-lesbische Filmfestival feiert vom 21. bis 28. April seinen 20. Geburtstag. Rund 200 Filme werden in dieser Woche gezeigt, tausende von Künstlern, Filmschaffenden und Cineasten werden in den drei Kinosälen zusammenströmen. Und jeden Abend gibt es irgendwo in der Stadt eine wilde Party. "Von Sodom nach Hollywood" lautet treffenderweise der Untertitel dieses Events...

Als Giovanni Minerba mit seinem damaligen Freund vor zwanzig Jahren das erste Mal zum Filmfestival lud, dachte er in seinen kühnsten Träumen nicht daran, dass sein Baby einmal solch eine Größe und vor allem solch ein Alter erreichen wird. Eigentlich wollte er nur die Filme zeigen, die er sich gern immer mal angesehen hätte, die aber in keinem Kino der Gegend gezeigt wurden. Der Festivaldirektor steht bis heute eher bescheiden im Hintergrund, und ein bisschen wirkt er immer so, als könne er gar nicht glauben, was da in dieser Woche alles auf der Leinwand, auf der Bühne und in der Stadt geschieht. Das Filmfestival in Turin, das weiterhin jedes Jahr hart um Zuschüsse der Kommune, der Region Piemonte und des Landes kämpfen muss, ist inzwischen ein internationaler Magnet für schwul-lesbische Filminteressierte.

Letztes Jahr war Moritz de Hadeln als Jurymitglied der Star der Veranstaltung. In diesem Jahr wird es Trash-Regisseur John Waters sein, der seinen neuen Film "A Dirty Shame" direkt am Eröffnungsabend zeigen wird. In der Woche wird es außerdem ein Wiedersehen seiner Kultfilme aus den Siebzigern und Achtzigern von "Polyester" bis "Pecker" geben. Der Berliner Jochen Hick stellt seine Fortsetzung von "Sex/Life in L.A." vor, außerdem werden die Legenden Marlon Brando und Pier Paolo Pasolini in Retrospektiven geehrt. Eine mehrköpfige Jury, der unter anderem der Filmemacher Bruce LaBruce angehört, kürt zum Ende der Woche jeweils Sieger aus den Bereichen Spielfilm, Doku, Kurzfilm und Video.

20. April 2005