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Die Kirchenfürsten können nicht ertragen, dass ein lesbisches Paar in der Böblinger Stadtkirche gesegnet wurde (Bild: Bildarchiv Stadt Böblingen)

In der Landeskirche Württemberg dürfen Pfarrer die Partnerschaft von Schwulen und Lesben nur still und heimlich anerkennen. Bislang hält die Kirchen-Führung am restriktiven Kurs fest.

Die Landeskirche Württemberg macht ihrem Ruf alle Ehre, zu den homophobsten Teilen der EKD zu gehören: Laut einem Bericht des Südwestrundfunks hat die Kirche nun den Böblinger Dekan Bernd Liebendörfer kritisiert, weil er im Juni ein lesbisches Paar öffentlich in der Stadtkirche gesegnet hatte (queer.de berichtete). Württemberg und Sachsen sind derzeit die einzigen der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland, die ihren Pfarrerinnen und Pfarrern untersagen, gleichgeschlechtliche Paare in der Öffentlichkeit zu segnen.

Liebendörfer habe zugesagt, "sich zukünftig an die landeskirchlichen Ordnungen zu halten und sein Fehlverhalten nicht zu wiederholen", erklärte Kirchensprecher Oliver Hoesch gegenüber dem SWR. Die Kirche wollte nicht mitteilen, ob es weitere Konsequenzen oder disziplinarische Maßnahmen gegen den Stadtdekan gebe.

Landesbischof Frank Otfried July hatte die Segnung des gleichgeschlechtlichen Paares als "nicht akzeptabel" bezeichnet. Er verwies dabei auf einen Beschluss aus dem Jahr 1995, nach dem in Ausnahmefällen nur heimlich und hinter geschlossenen Türen gleichgeschlechtliche Paare einen Segen erhalten dürfen.

"Initiative Regenbogen" wirbt für Gleichbehandlung

In der württembergischen Landeskirche regt sich zugleich immer mehr Widerstand gegen die homophobe Haltung: Im Juli erklärten 16 Kirchengemeinden, dass sie der "Initiative Regenbogen" beigetreten seien, die sich für die Gleichbehandlung von schwulen und lesbischen Paaren in der Kirche einsetzt (queer.de berichtete). Unter ihnen waren auch zwei Gemeinden in Böblingen. Eine Online-Petition für die Trauung von Homosexuellen wurde bereits rund 13.000 Mal unterzeichnet.

Die Auseinandersetzung unter den schwäbischen Protestanten zeigt sich auch an den beiden innerkirchlichen Organisationen "Lebendige Gemeinde" und "Offene Kirche". Während die fortschrittliche "Offene Kirche" dem Dekan Respekt für seinen Schritt zollte, erklärte die konservative "Lebendige Gemeinde": "Gottesdienstliche Handlungen, die fahrlässig oder gar vorsätzlich geltende kirchliche Ordnungen missachten, stellen für uns keine geeigneten Beiträge in der sachlichen Debatte dar." Alle Beziehungen außerhalb der heterosexuellen Ehe sind für diese Gruppe inakzeptabel: "Wir stehen für das aus der Bibel begründbare Modell von Ehe und Familie." Die Konservativen sehen "keinen biblischen Auftrag" für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren.

Innerhalb der evangelischen Kirche in Deutschland gibt es bereits seit Jahren Auseinandersetzungen darüber, ob Schwule und Lesben gleichbehandelt werden sollen. 2013 stellte die EKD eine Orientierungshilfe vor, nach der gleichgeschlechtliche Paare als "gleichwertig" anzusehen seien (queer.de berichtete). Konservative Teile der Kirche, insbesondere in Württemberg, haben dieses Papier allerdings nie akzeptiert.

In den letzten Jahren sind immer mehr Landeskirchen auf gleichgeschlechtliche Paare zugegangen. Die Evangelische Landeskirchen von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, von Hessen und Nassau sowie des Rheinlandes erhalten in diesem Jahr den von internationalen LGBTI-Organisationen vergebenen Tolerantia-Preis, weil sie gleichgeschlechtlichen Paaren inzwischen eine Trauung ermöglicht haben (queer.de berichtete). Zuletzt kündigte vergangene Woche die Nordkirche an, Trauzeremonien für Schwule und Lesben anbieten zu wollen (queer.de berichtete). (dk)



#1 markusbln11Anonym
  • 21.09.2016, 21:34h

  • Vielleicht vermögen die württemberger noch, sich den reform-moslems anzuschliessen. Dies bedarf allerdings eines innovativeren auftritts als bisher gegeben. Was ist denn nur los mit unseren christlichen protestantischen kirchen, sind sie konservativer als der islam?
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#2 GeorgGProfil
  • 22.09.2016, 10:23hBerlin
  • Die Synode dieser Landeskirche setzt sich aus 4 Flügeln zusammen:

    Lebendige Gemeinde: konservativ-evangelikales oder pietistisches Spektrum.

    Evangelium und Kirche: Mittelgruppe, die 1933/1934 aus dem Widerstand gegen die Deutschen Christen entstanden ist.

    Offene Kirche: sozialliberales bis linkes Spektrum.

    Kirche für Morgen ist erst seit der 13. Synode dabei und ist eine Initiative zur Reform der Württembergischen Landeskirche.

    Bemerkenswert in dieser Kirche ist ihr starker evangelikaler Flügel, den es in dieser massiven Form in keiner anderen Landeskirche gibt.

    Wer Reformen will, auch für Schwule und Lesben, muss gegen diese Evangelikalen ankämpfen. Bisher haben dieser es geschafft, dass Württemberg der homophobste Teil der EKD bleibt.
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#3 panzernashorn
  • 22.09.2016, 12:23h
  • Alles scheinheilige, verlogene Drecksvereine!

    Schickt dieses menschenverachtende Pack am besten gleich in die Andromeda-Galaxie ohne Rückfahrkarte, und die Welt wird um Universen besser sein...................

    Kein vernünftig denkender (!) Mensch braucht Religion!
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