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Eine geschmacklose Karikatur in der meistverkauften überregionalen Zeitung Australiens sorgt für scharfe Kritik.

In Australien wird weiter über die Öffnung der Ehe debattiert – und falls es zu einem Volksentscheid kommen sollte, gibt Karikaturist Bill Leak bereits einen Vorgeschmack darauf, wie schmutzig der Wahlkampf werden wird. In der in Sydney herausgegebenen Rupert-Murdoch-Zeitung "The Australian" veröffentlichte er diese Woche eine Karikatur, die offensichtlich marschierende Nazi-Soldaten darstellt, die Regenbogenuniformen tragen. Darunter prangt die Aufschrift "Waffen-SSM"; SSM steht in Australien für "Same-Sex Marriage", also die gleichgeschlechtliche Ehe.



An dem Nazi-Vergleich gab es scharfe Kritik. Eine lesenswerten Artikel lieferte etwa Ben McLeay, ein Redakteur des Senders SBS. In "Warum es nicht in Ordnung ist, Schwule mit Nazis zu vergleichen" zieht er das Fazit:

Die Geschichte wird nicht freundlich zu Bill Leak oder "The Australian" sein. In 20 bis 30 Jahren werden wir auf diese Karikaturen auf die gleiche Art zurückschauen, wie wir heute auf Leute zurückschauen, die sich über die gemischtrassige Ehe oder das Frauenwahlrecht aufgeregt haben. Es ist fast unmöglich, Bill verständlich zu machen, wie schädlich und moralisch verwerflich seine Ausbrüche sind. Aber immerhin können wir uns damit trösten, dass diese Leute einen aussichtslosen Kampf kämpfen und dass sich seine Enkelkinder einmal sehr für ihn schämen werden.

Freilich ist Leaks Karikatur keine Ausnahme: Immer wieder kommt es zu Nazivergleichen, wenn es um die Gleichbehandlung oder Antidiskriminierung von sexuellen Minderheiten geht – oft wird eine "Diktatur" einer vermeintlichen Homo-Lobby beklagt. Ein besonders krasses Beispiel lieferte 2011 das britische Boulevardblatt "Daily Mail", das ein gleichgeschlechtliches Paar mit einem Nazi-Tattoo zeigt, das in ein "christliches Hotel" einchecken will (queer.de berichtete).


Die Karikatur prangt noch heute auf der Website der "Daily Mail"

In der Karikatur wurde die Entscheidung eines Gerichts kommentiert, wonach gleichgeschlechtliche Paare beim Zugang zu Hotels nicht diskriminiert werden dürfen. (dk)



#1 Reto77
  • 21.09.2016, 18:30h
  • Vor kurzem lief hier eine Debatte, ob Kunst alles darf oder nicht. Für mich ist die Antwort klar. Auch ein Künstler darf nicht Volksverhetzung betreiben. Würde der "Karikaturist" Bill Leak in Deutschland arbeiten oder für ein deutsches Publikum publizieren, wäre eine Anzeige wegen § 130 StGB unumgänglich.
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#2 finkAnonym
  • 21.09.2016, 20:00h
  • Und falls jemand denkt, das könne man aber zumindest im deutschsprachigen Raum nicht bringen, irrt er*sie:

    "[Bischof] Laun behauptet, dass alle, die Homosexualität ablehnen, verfolgt würden (Jobverlust etc.). Und sagt dann: 'Wir werfen der Eltern-und Großelterngeneration immer wieder vor, gegenüber den Untaten der Nazis geschwiegen zu haben. (...) Wir erregen uns zu Recht über Kindesmissbrauch. Den genderkonformen Missbrauch von Kindern aber, die in Desorientierung und Unglück gestürzt werden, nehmen wir schweigend hin, ebenso wie den hunderttausendfachen Mord im Mutterleib. Wir nehmen es hin, dass man Kinder vom Religionsunterricht abmelden kann, aber nicht vom Sexualkundeunterricht.'

    Laun geht weiter, Gender sei ein 'totalitäres System': 'Heute habe ich noch die Chance, in meinem Bett zu sterben. Mein Nachfolger hat die, im Gefängnis zu sterben -und der nächste unter der Guillotine.' "

    www.oe24.at/oesterreich/politik/Bischof-vergleicht-Schwule-m
    it-Nazis/174608471
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#3 markusbln11Anonym
  • 21.09.2016, 22:18h

  • Volksabstimmungen zu lgbt-rechten sind unfug! Was nur die sog. konservative partei australiens zu solch einem blödsinn verleitet.
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#4 wiking77
  • 22.09.2016, 14:27h
  • Antwort auf #1 von Reto77
  • ich denke mal, in der angelsächsischen Welt sieht man solche Dinge lockerer; in Deutschland natürlich verbissener.

    Denkt dran, wie Prinz Harry, das rothaarige Schnuckel, da mit einer Pseudo-Nazi-Uniform auf eine Party ging. Vielleicht ist es auch der britische Humor, den die Deutschen einfach nicht verstehen, weil sie manches zum Fetisch bzw. zur Ersatzreligion erhoben haben.
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#5 VollpfostenwatchAnonym
  • 22.09.2016, 14:49h
  • Antwort auf #4 von wiking77
  • "Denkt dran, wie Prinz Harry, das rothaarige Schnuckel, da mit einer Pseudo-Nazi-Uniform auf eine Party ging."

    Was einen Sturm der Entrüstung auch in Großbritannien auslöste und deinen dummen Beitrag damit eher widerlegt als bestätigt.

    Einen konsequenten Antifaschismus als "Fetisch" und "Ersatzreligion" zu verunglimpfen entspricht wieder mal deiner perfiden Verharmlosungsstrategie, sobald es um menschenfeindliche Ideologien geht.

    Ekelerregend, was man hier lesen muss.
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#6 wiking77
  • 22.09.2016, 23:01h
  • Antwort auf #5 von Vollpfostenwatch
  • .... dann trink einen Korn oder Whisky drauf und schon geht's Deinem Magen besser...

    aber ernsthaft, der Rest der Welt kann nicht immer auf deutsche Befindlichkeiten und die German Angst vor Symbolen Rücksicht nehmen.

    Nachdem Prinz Harry danach zu den Fallschirmjägern gegangen ist, hat man ihm schnell seinen Party-Gag verziehen.

    Auch in diesem Fall über Karikatur, Kunst, Satire und sonstigen bösen Dingen heftig zu debattieren ist mühsam, da das deutsche Strafgesetzbuch bekanntlich in Australien keine Macht hat.
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