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  • 21.09.2016, 18:15h           15      Teilen:   |

Baden-Württemberg

SPD mokiert sich über "Ehe-Öffnung" durch Grün-Schwarz



Die SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg stört sich am Wort "Homo-Ehe" im neuen Flüchtlings-Guide der Landesregierung – wir finden das Wort "erlaubt" noch viel schlimmer.

Das Wort "Homo-Ehe" war schon immer eher daneben und diskriminierend, weil es sich abgrenzt von der vermeintlich "richtigen" Ehe aus Mann und Frau. Zudem verstehen einige unter einer "Homo-Ehe" die eingetragene Lebenspartnerschaft, die anderen jedoch die Ehe für alle – das Verwirrspiel zieht sich seit Jahren durch alle Medien und Parteien.

Nun mokiert sich die oppositionelle SPD-Fraktion in Baden-Württemberg über sprachliche Schlampigkeit der grün-schwarzen Landesregierung. Anlass ist ein neuer Flüchtlings-Guide, in dem es über Deutschland heißt: "Homo-Ehe ist erlaubt".

In einem etwas zickigen, aber durchaus unterhaltsamen Twitter-Post vom Mittwochnachmittag schreiben die Sozis: "Die @RegierungBW hat einen neuen 'Flüchtlings-Guide' herausgegeben – und setzt nebenbei die #Ehefüralle durch. Nice! Oder, @CDU_BW?!"

Twitter / spdlandtagbw


Noch viel mehr als die "Homo-Ehe" stört uns allerdings das Wort "erlaubt" in diesem Zusammenhang. Es konterkariert den gutgemeinten Versuch der grün-schwarzen Landesregierung, geflüchteten Menschen "unsere" Vorstellungen von Demokratie und Menschenrechten zu vermitteln. Gleiche Rechte für Lesben und Schwule sollten eine Selbstverständlichkeit, kein Gnadenakt sein!

Den neuen Flüchtlings-Guide gibt es hier zum Download. (mize)

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Tags: homo-ehe, flüchtlings-guide, baden-württemberg, grün-schwarz
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Reaktionen zu "SPD mokiert sich über "Ehe-Öffnung" durch Grün-Schwarz"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
21.09.2016
21:12:56


(+1, 5 Votes)

Von braune soße


>>Noch viel mehr als die "Homo-Ehe" stört uns allerdings das Wort "erlaubt" in diesem Zusammenhang. Es konterkariert den gutgemeinten Versuch der grün-schwarzen Landesregierung ...

nein, nein, es konterkariert nicht den gut gemeinten versuch - es zeigt nur ungewollt deutlich, wie die grün-schwarze christen-psychopathen in wirklichkeit über homos denken!


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#2
22.09.2016
09:06:20


(+3, 9 Votes)

Von Felix


Sorry, aber ich kann an dem Wort "erlaubt" echt nichts verwerfliches finden. Es ist nun mal das Gegenteil von "verboten". Die schreiben ja nicht "toleriert" oder sowas mit bitterem Beigeschmack.

Man darf auch nicht vergessen, dass sich die Broschüre an Leute wendet, deren Sprachkompetenz oft eher gering ist und die selbst in ihrer Muttersprache oft Analphabeten sind.

Da ist einfacher Satzbau, einfache Wortwahl, etc. das zentrale Kriterium.

Vor diesem Hintergrund finde ich es auch vollkommen legitim von "Homo-Ehe" zu sprechen. Denn würde man korrekterweise von "eingetragener Lebenspartnerschaft zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren" sprechen, wäre das für diesen Zweck viel zu komplex. Alleine schon das Wort "gleichgeschlechtlich" erfordert einen zusätzlichen kognitiven Transfer oder auch das Verständnis, dass eine "eingetragene Partnerschaft" eben keine Geschäftspartnerschaft o.ä. ist, sondern dass es da um anerkannte Liebesbeziehungen geht.

Dass man mit dem Ausdruck "Homo-Ehe" nur auf eine Ehe 2. Klasse verweisen kann und es keine echte Ehe für uns gibt, ist natürlich schade, aber das kann man nicht der baden-württembergischen Regierung anlasten, sondern das ist nun mal Schuld der schwarz-roten Bundesregierung.


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#3
22.09.2016
10:15:40


(+9, 11 Votes)

Von Carsten AC


Ausgerechnet die SPD hat es nötig, sich über andere zu mokieren... Die sollten lieber mal ganz still sein...

Wem haben wir es denn zu verdanken, dass wir gezwungen sind von einer "Homo-Ehe" zu sprechen, weil es eben nur eine Ehe 2. Klasse ist statt einer Ehe für alle?

Würde die SPD Wort halten, hätten wir schon längst die Eheöffnung und bräuchten uns nicht mehr über Terminologie den Kopf zu zerbrechen. Da braucht die SPD auch gar nicht die Schuld auf die Union zu schieben, denn die Union kann das nur verhindern, weil die SPD ihr das ermöglicht. Ohne die SPD könnte die Union gar nichts dagegen ausrichten.

Würde die SPD ihr Recht auf freies Mandat (Art. 38 GG) nutzen und (wie sie es versprochen hatte und wie es auch die Mehrheit der Bürger will) für die volle Gleichstellung stimmen, könnte das noch dieses Jahr umgesetzt sein. Denn die Mehrheit im Parlament gibt es eigentlich - aber die SPD zieht es vor, lieber der Union weiterhin unsere Diskriminierung zu ermöglichen.


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#4
22.09.2016
12:07:17


(+9, 11 Votes)

Von Peer
Antwort zu Kommentar #3 von Carsten AC


Wenn andere Parteien Fortschritte für GLBTI erzielen, versucht die SPD immer das Haar in der Suppe zu finden und das runterzureden. So will die SPD von ihrem eigenen Totalversagen in dieser Frage ablenken.

Und besonders dünnhäutig reagiert die SPD, wenn die Grünen die Union zum Einknicken in Homofragen zwingen. Denn das beweist, dass die SPD lügt, wenn sie behauptet, die Union sei zu keinerlei Zugeständnissen zu bringen. Die Grünen beweisen aber immer wieder, dass das durchaus möglich ist, wenn man es nur will. Da muss die SPD dann natürlich mit Dreck werfen und irgendwelche hanebüchenen Nachteile konstruieren.


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#5
22.09.2016
17:23:33
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von markusbln11


Also wenn ich mir die punkte überhalb und unterhalb der sog. homo-ehe ansehe, dann hätte ich eine formulierung erwartet wie:

Zwei männer oder zwei frauen können eine eingetragene lebens-partnerschaft eingehen, im umgangs-sprachlich auch homo-ehe genannt.

Der satz ist jetzt ein militärisch kurzer wink mit der aussage im hintergrund. Das thema fass ich nur mit der beisszange an. Wie: cdu ist erlaubt.

Wo war denn da der lektor.


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#6
22.09.2016
21:54:58


(+2, 4 Votes)

Von Berufswahl
Antwort zu Kommentar #5 von markusbln11


"Wo war denn da der lektor."

Schwierige Frage! Wahrscheinlich gab es keinen; es sei denn, es war doch einer vor Ort. Der hat dann aber schlampige Arbeit geleistet oder hat nur den Text überflogen und für gut befunden. Dann hat er bzw. sie den Beruf verfehlt!


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#7
23.09.2016
06:12:19


(+3, 5 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #4 von Peer


Was Du schreibst, mag stimmen. Ob es bei einer Regierung Schwarz mit Juniorpartner Gruen auch wirklich funktionieren wuerde, sei dahingestellt. Ich bin da skeptisch. Doch die Hoffnung, so heisst es ja so schoen, stirbt zuletzt.

Zu erinnern sei daran, dass im Laendle Gruen am laengeren Hebel sitzt. Und - dass Papa Kretschmann gern schon mal Zugestaendnisse macht, die durchaus Zweifel an der "inneren Stabilitaet" der Gruenen im Ernstfall aufkommen lassen koennen.


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#8
23.09.2016
13:15:50


(+3, 3 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Mich würde mal interessieren, ob es bei den Punkten rund um die Menschenwürde oder freie Lebensentfaltung, sofern sie in solchen Heften angesprochen werden, auch heißt, dass GLBTIQ-Menschen hier "erlaubt" sind.

Eine Ehe-Öffnung ist das nicht, wenn man Homo-Ehe schreibt. So viel über die Unterschiede müsste inzwischen aber auch im weltfernen Orbit geläufig sein...


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#9
24.09.2016
18:42:48


(+5, 5 Votes)

Von funktioniert
Antwort zu Kommentar #7 von Miguel53de


"Ob es bei einer Regierung Schwarz mit Juniorpartner Gruen auch wirklich funktionieren wuerde, sei dahingestellt."

Z.B. in Hessen funktioniert es. Da sind die Grünen der Juniorpartner (mit viel weniger Stimmen als die SPD), aber sie bringen die Union immer wieder zu Homo-Fortschritten. Und Hessen war mal einer der konservativsten Landesverbände der CDU...


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#10
24.09.2016
19:04:46


(0, 2 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von funktioniert


""Z.B. in Hessen funktioniert es.""..

Landespolitik ist keine Bundespolitik..

Vor allem weil sich die Union im Bund auch nicht als Junior-Partner zur Verfügung stellen würde..


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