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"Was erreicht ihr dadurch, dass ihr andere schlechterstellt?"

UN: Spitzentreffen über LGBTI-Rechte


UN-Generalsekretär Ban Ki-moon setzt sich seit Jahren für LGBTI-Rechte ein (Bild: Ministerie van Buitenlandse Zaken / flickr / by-sa 2.0)

Zum ersten Mal trafen sich Spitzenpolitiker im UN-Rahmen, um über LGBTI-Rechte zu sprechen. US-Vizepräsident Biden übte dabei besonders Kritik an Russland, Uganda und Ägypten.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat am Mittwoch beim ersten Spitzentreffen der Vereinten Nationen in New York zu LGBT-Rechten Verfolgerstaaten kritisiert, weil sie sich "dem Lauf der Geschichte" entgegenstellten. "In unserem 21. Jahrhundert ist kein Platz für Diskriminierung auf Grundlage der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität", sagte Ban.

"Diejenigen, die sich auf religiöse oder kulturelle Argumente berufen, um homo-, bi- und transsexuelle Menschen ihrer Rechte zu berauben, frage ich: Was erreicht ihr dadurch, dass ihr andere schlechterstellt? Ist eure Religion oder Kultur so schwach, dass sie nur erhalten werden kann, indem man anderen die Grundrechte nimmt?"

Der Südkoreaner, dessen Amtszeit Ende des Jahres ablaufen wird, hat sich bereits wiederholt für die Gleichbehandlung von LGBTI eingesetzt. 2014 erkannte die UN auf seine Initiative hin die Lebenspartnerschaften und Ehen von schwulen und lesbischen Mitarbeitern an (queer.de berichtete). Russland versuchte daraufhin, diesen Schritt wieder rückgängig zu machen, scheiterte aber in einem UN-Ausschuss (queer.de berichtete).

Chilenische Präsidentin verspricht Ehe-Öffnung

An dem Treffen nahmen rund 20 Spitzenvertreter aus mehreren Ländern teil, darunter die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet, die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg und der amerikanische Vizepräsident Joe Biden. Bachelet, die im vergangenen Jahr ein Gesetz über eingetragene Lebenspartnerschaften in ihrem Land unterschrieben hatte, kündigte dabei an, noch in diesem Jahr ein Gesetz für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben in Chile auf den Weg bringen zu wollen.

Vizepräsident Biden kritisierte Verfolgerstaaten scharf – besonders Russland, Uganda und Ägypten müssten ihre Politik ändern, forderte der 73-Jährige. Die Gleichstellung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transpersonen sei "die Bürgerrechtsfrage unseres Zeitalters", so Biden weiter. "Keine Regierung, keine Gesellschaft, keine Person, keine Umstände sollten anderen vorschreiben, wenn sie lieben dürfen."

Obama: Homo-Verfolgung ist unzivilisiert

Einen Tag vor der LGBTI-Konferenz hatte Barack Obama bereits in der UN-Vollversammlung die Verfolgung von Schwulen und Lesben scharf kritisiert. In seiner wohl letzten Rede als amerikanischer Präsident vor dem Gremium sagte der 55-Jährige: "Wenn unsere Religion dazu führt, dass wir Andersgläubige verfolgen, wenn wir Menschen, die homosexuell sind, einsperren oder verprügeln, wenn unsere Traditionen dazu führen, dass wir Mädchen keine Schulbildung geben, wenn wir auf der Basis der Rasse oder der Stammes- oder ethnischen Zugehörigkeit diskriminieren, wird unsere zerbrechliche Zivilisation weiter geschwächt". (dk)



#1 Julian SAnonym
  • 22.09.2016, 16:19h
  • "Was erreicht ihr dadurch, dass ihr andere schlechterstellt?"

    Das frage ich mich auch regelmäßig. Und die Homohasser können das selbst nicht beantworten, weil das eben nicht auf irgendwelchen Fakten basiert, sondern nur auf deren persönlichem Hass.

    Wenn man GLBT gleichstellt und nicht mehr diskriminiert, nimmt man ja niemand anderem was weg. Im Gegenteil: davon profitieren auch andere, weil der gesellschaftliche Zusammenhalt viel stärker und das Miteinander viel angenehmer wird. So geht man doch leichter und glücklicher durchs Leben, als wenn man sich immer über alles mögliche aufregt.

    Und im übrigen profitiert eine Gesellschaft ja auch wirtschaftlich davon, wenn man GLBT nicht diskriminiert.
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#2 GleichheitAnonym
  • 22.09.2016, 16:45h
  • "Vizepräsident Biden kritisierte Verfolgerstaaten scharf besonders Russland, Uganda und Ägypten müssten ihre Politik ändern, forderte der 73-Jährige."

    Und was ist mit Saudi-Arabien, dem Iran, etc. Und allen anderen Staaten, wo Homosexualität mit Haft, Folter oder gar dem Tod bestraft wird? Wieso werden die nicht auch genannt?

    Oder nennt man nur die Staaten, die man eh gerade (wenn auch zu recht) auf dem Kieker hat, während man Erdöl-Lieferanten mit dem Samthandschuh anfasst?
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#3 JadugharProfil
  • 22.09.2016, 17:59hHamburg
  • Antwort auf #2 von Gleichheit
  • Leider wird noch in fast allen Staaten immer noch diskriminiert. Selbst Deutschland ist davon nicht ausgenommen, sonst bräuchten wird wir keine LGBTI-Aktivisten und diese Seite Queer.de nicht mehr, um auf mangelnde Rechtszustände hinzuweisen und zu kämpfen.
    Selbst wenn wir letzlich irgendwann rechtlich völlig gleichgestellt sind, muß dieses fragile Kulturgut von homohassenden Menschen stets geschützt werden, die ihrerseits immer bemüht sind, andere zu entrechten oder für Entrechtung zu sorgen mit Aktionen gegen uns.
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