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Ideal für den Urlaub: Vier neue Sprachführer von Berlitz informieren auch über schwulen Slang.

Von Micha Müller

Hätte der Englisch-Unterricht in der Schule mehr Spaß gemacht, wenn der Lehrer sprachlich etwas mehr zur Sache gekommen wäre? Wäre Spanisch mehr als nur stumpfes Vokabeln lernen gewesen, hätte der Lehrplan auch die Aspekte zwischenmenschlichen Lebens behandelt, auf die es wirklich ankommt? Wer seinen Nachholbedarf in Sachen Slang stillen möchte, für den kommen die neuen Jugendsprachführer von Berlitz gerade recht.

Dass Französisch mehr als nur eine Sprache ist, weiß natürlich jeder, erst recht jeder Schwule. Aber wenn es darum geht, dem göttlichen Franzosen in der Lederbar mitzuteilen, was man wirklich von ihm will, hört es bei den meisten auf. Oder man will der aufgedonnerten britischen Föntucke mal so richtig sagen, was man über sie denkt. Schulenglisch? Fehlanzeige. Abhilfe schaffen nun vier Büchlein von Berlitz, die dem Leser helfen sollen, durch Kenntnisse von Slang, Szenesprache und den passenden Schimpfwörtern in jeder Situation die Oberhand zu gewinnen. Auf diese Weise kann der Leser nachholen, was ihm in der Schule seinerzeit schamvoll vorenthalten wurde. Neben "Vorsicht Englisch!" liegen die Sprachführer in Französisch, Spanisch und Italienisch vor.

Vom Ver- und Entlieben über Sex und Anmache, Shoppen, Mode und Tratsch bis hin zu Entertainment und unanständigen Gesten decken 14 Kapitel alle Bereiche zwischenmenschlicher Kommunikation ab. So erfährt man, dass "We shagged" zwar äußerst treffsicher einen stattgefundenen Koitus beschreibt, aber aufgrund der Derbheit nicht in jeder Situation angemessen ist. Und ob man seinen spanischen Lover als "caballero" (Gentleman) oder "cabrón" (Hurenbock) bezeichnet, will ebenfalls gut überlegt sein.

Für dem homosexuellen Leser besonders interessant ist in allen Bänden Kapitel vier, das sich der Schwulen- und Lesbenszene widmet. Dass "faggot" ein beleidigendes englisches Wort für einen Schwulen ist, ist nicht neu. Aber wie wäre es mit "pillow biter" oder "fudge packer"? Etwas eleganter im Klang, aber nicht netter in der Aussage ist der spanische Satz "Petro es una loca", was soviel wie "Pedro ist eine Ziertucke" heißt. Und eine französische Lesbe wird gerne als "brouteuse" bezeichnet, was wörtlich übersetzt "Schleckerin" bedeutet.

Unentbehlich für den Schwulen von Welt natürlich auch die Kapitel über Shoppen und Mode: "Where's the junior's department" führt ihn auf direktem Weg zur Young-Fashion-Abteilung. Mit "Quisiera depilarme las cejas" bittet man auf Spanisch darum, sich die Augenbrauen zupfen zu lassen, und wenn man eine neue Fönfrisur nötig hat, haucht man dem französischen Friseur einfach ein "J'ai besoin d'un brushing" entgegen.

Die Bücher sind flott geschrieben, witzig illustriert und mit jeweils 112 Seiten Umfang gerade dick genug, um einen guten Überblick über die trendige Jugendsprache der vier Länder zu geben. Somit dürfte der Leser nach Studium der Lektüre in der Lage sein, bei seinem nächsten Urlaubstrip schneller ans Ziel zu kommen.

Vorsicht Englisch! (auch für Französisch, Spanisch und Italienisch), Berlitz, jeweils 112 Seiten, Preis je Band: 7,95 €

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21. April 2005



#1 Micha K.Anonym
  • 21.07.2006, 09:56h
  • Ich habe mir vor einiger Zeit das "Vorsicht Englisch!" Buch gekauft. Es ist nicht schlecht. Und ein extra Kapitel "Schwulen- und Lesbenszene", ja wer hätte das vor zwanzig Jahren gedacht. Allerdings ist die deutsche Übersetzung bzw. die Auswahl der deutschen Begriffe - zumindest in diesem Kapitel - nicht immer richtig bzw. etwas seltsam. Da wird der Satz "Jeff is straight" mit "Jeff ist ein Hete" übersetzt. Es heißt DIE Hete und nicht DER Hete, egal ob die Person männlich oder weiblich ist. Die Bezeichnung "Schwucko" find ich nicht sehr gebräuchlich. Ich hätte eher "Schwuppe" genommen. "Gewitterlesbe" habe ich noch nie gehört. Auch Google findet das Wort nur einmal.
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