Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 23.09.2016, 12:42h               Teilen:   |

Orlando-Massaker

Ex-Frau von "Pulse"-Attentäter bekräftigt: Omar war schwul

Artikelbild
Während das FBI keine Hinweise auf eine Homosexualität von Omar Mateen sieht, gibt sich seine erste Ehefrau davon immer überzeugter

Sitora Yusufiy behauptet in einem neuen TV-Interview, der Angreifer könnte aus Selbsthass und für die Anerkennung durch den Vater gehandelt haben.

Fast 15 Wochen nach dem Anschlag auf den LGBT-Club "Pulse" in Orlando mit 49 Toten und 53 Verletzten ist die Motivation des von der Polizei erschossenen Attentäters Omar Mateen weiter nicht gänzlich geklärt. Am Mittwoch hat seine erste Ehefrau Sitora Yusufiy in einem Interview im US-Fernsehen erneut behauptet, der 29-Jährige könnte die Tat aus Ablehnung der eigenen Homosexualität begangen haben.

Yusufiy, die mit Mateen 2009 für einige Monate verheiratet war, nachdem sich das Paar durch Online-Dating kennengelernt hatte, sagte der Sendung "Crime Watch Daily", ihr Ex-Mann sei nie sexuell an ihr interessiert gewesen: "Alles, was er tun wollte, war, Kinder zu haben, um den Ansprüchen seines Vaters zu genügen und die Familie stolz zu machen."

"Ich glaube, dass er mit sich selbst kämpfte, weil er schwul war. Ich glaube wirklich, dass er das war", so Yusufiy weiter. "Er hat definitiv ein Doppelleben geführt". Als sie in dem Interview meinte, da seien "all die Dating-Apps", all die Besuche in Gay Clubs gewesen, scheint sie sich allerdings auf entsprechende Medienberichte zu beziehen, nicht auf eigene Erfahrungen.

Fortsetzung nach Anzeige


Anschlag, um Anerkennung des Vaters zu erlangen?

Dass Mateen den Anschlag in eigener Verpflichtung dem "Islamischen Staat" gegenüber ausgeführt habe, halte sie für Unsinn, sagte seine Ex-Frau weiter in dem Interview. Er habe seinem Vater gefallen wollen, der sich andauernd homophob geäußert habe und denke, dass Homosexuelle bestraft gehörten. "Omar sagte immer: Das sind die größten Sünder. Und sie sollten nicht am Leben sein." Seddique Mateen habe den Sohn mehrfach ermahnt, sich wie ein Mann zu verhalten, und ihn mehrfach als "schwul" bezeichnet – "Omar tat so, als hätte er das nicht gehört."

Direktlink | Teil 1 der recht boulevardesken Sendung "Crimewatch Daily", der zweite Teil findet sich hier


Yusufiy, die in der Sendung erneut über Gewalt gegen sie durch Mateen berichtete, meinte weiter: "Er hat so viele Menschen erschossen, im für Muslime heiligen Monat Ramadan. Er hat vielleicht gedacht, er mache das für seinen Vater, um ihn stolz zu machen, indem er in diesem heiligen Monat soviele Homosexuelle tötete. [distanziert:] So als mache er die Arbeit Gottes."

FBI: Keine Beweise für Homosexualität

Yusufiy hatte schon mehrfach in Interviews über eine mögliche Homosexualität ihres Ex-Mannes gesprochen, dabei anfänglich noch deutlich mehr im Bereich des Möglichen. Ihr aktueller Ehemann sagte in einem Interview, dass FBI habe ihr geraten, nicht über die Homosexualität Mateens zu sprechen – was sie nach Ansicht einiger Kommentatoren wenig glaubhaft erscheinen lässt.

In den Tagen nach dem Angriff auf das "Pulse" hatten Lokalzeitungen berichtet, mehrere regelmäßige Besucher des Clubs hätten unabhängig voneinander behauptet, Mateen mehrfach in dem Club gesehen zu haben (andere Besucher und das Management des "Pulse" wiesen diese Berichte hingegen zurück). Mehrere Personen meinten, er habe Dating-Apps wie Jack'd genutzt. Ein Jugendfreund berichtete anonym in Interviews, dass der spätere Attentäter sich ihm gegenüber als schwul anvertraut habe.

In einem TV-Interview mit dem US-Network Univision behauptete ein Mann sogar, ein Ex-Freund Mateens gewesen zu sein. Das FBI hat den Wahrheitsgehalt der Geschichte wenig später öffentlich komplett zurückgewiesen – die Obduktion des Attentäters habe u.a. ergeben, dass dieser nicht wie von dem Mann angegeben HIV-positiv gewesen sei.


Blumen am Tatort, Bild: flickr / Daniel Ruyter / cc by 2.0


Auch insgesamt hatten die Ermittlungsbehörden gegenüber Medien Berichte über eine Homosexualität des Attentäters zurückgewiesen. Die "New York Times" und die "Los Angeles Times" meldeten unter Berufung auf ihre Quellen, es hätten sich keine Beweise gefunden, dass Mateen schwul oder bisexuell gewesen sei oder entsprechende Dating-Apps genutzt habe. Die "New York Times" meldete, das FBI habe stattdessen herausgefunden, dass Mateen seine zweite Ehefrau mit mehreren Affären mit Frauen betrogen habe.

Der Zeitungsbericht hatte zugleich für Verägerung in der Community gesorgt, weil die Behörden eine homosexuellenfeindliche Intention der Tat komplett in Frage stellten – bei seinem Notruf während des Attentats sei Mateen etwa nicht auf das Thema eingegangen.

In diesem Notruf und in Facebook-Posts hatte sich Mateen mit einem Treueschwur auf den "Islamischen Staat" gebrüstet. Unklar bleibt die genaue Art der Beziehung Mateens zu der Terrororganisation, für konkrete Verbindungen scheint es keine Belege zu geben (auch wenn sich der "IS" später mit dem Anschlag brüstete). Das FBI fand allerdings Propaganda- und Tötungsvideos des "Islamischen Staates" auf Mateens Computer.

Die demokratische Justizministerin Loretta Lynch sagte wenige Tage nach dem Attentat, Menschen würden oft aufgrund mehrerer Motivationen handeln. "Das war definitiv ein Akt des Terrors und ein Akt des Hasses".

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher keine Reaktionen | FB-Debatte
Teilen: 56       1       3     
Service: | pdf | mailen
Tags: orlando, pulse, omar mateen, sitory yusufiy
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Ex-Frau von "Pulse"-Attentäter bekräftigt: Omar war schwul"


 Bisher keine User-Kommentare


 POLITIK - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

TV-Tipps für Schwule und Lesben
  • TV Teaserbild09:40h, SWR:
    Die Akte Zarah Leander
    Nazi-Diva, Künstlerin oder Sowjetspionin, was ist dran an den Gerüchten um die Diva, die heute von der schwul-lesbischen Szene geliebt wird?
    Doku, D 2013
  • 9 weitere TV-Tipps »



Queer.de Terminkalender


 POLITIK

Queer.de mobil
  • Queer.de QR-CodeKennst Du schon unsere Version für unterwegs?
    mobil.queer.de bringt Dir aktuelle Nachrichten, TV-Highlights und CSD-Termine und natürlich auch Galerien. Ob iPhone, Android oder Nokia: unser schwules Magazin sieht auch in klein gut aus!


24 STUNDEN
    • Top gelesen


    DAMALS: 25.09. auf Queer.de
      • 2015




      Anderswo
      Bild des Tages
      Aktuell auf queer.de
      "Looking: The Movie" im Oktober im deutschen TV Coming-out einer werdenden Mutter Zwei schwule Männer in Berlin-Mitte niedergeschlagen Bettina Böttinger traut sich nach Greifswald
       © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt