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  • 23.09.2016, 18:44h           55      Teilen:   |

Gemeinsam gegen "Gender-Ideologie" und Ehe für alle?

Bundestag: Homophobe CDU-Abgeordnete träumt von Koalition mit der AfD

Artikelbild
Die Abgeordnete Veronika Bellmann findet, man müsse die "Sorgen" von AfD-Wählern ernst nehmen. Es sind wohl auch ihre Sorgen. (Bild: CDU Sachsen)

Veronika Bellmann macht Schlagzeilen mit Überlegungen zu "Machtoptionen" der CDU. Mit ihren ständigen Ausfällen gegen LGBTI-Rechte passt sie ganz gut zu den Rechtspopulisten.

Die sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann hat sich in einer von Medien viel verbreiteten Stellungnahme gegenüber der "Huffington Post" dafür ausgesprochen, dass die Union eine Koalition mit der rechten Partei "Alternative für Deutschland" nicht ausschließen dürfe.

"Die CDU muss sich in Zukunft die Frage stellen, welche Machtoptionen sie hat", sagte die 55-Jährige dem Portal. "Vielleicht nicht heute oder morgen, aber für immer und ewig kann die Union eine Koalition mit der AfD auf Landes- und Bundesebene nicht ausschließen." Die Union habe die AfD zu lange ignoriert, so das Mitglied des konservativen "Berliner Kreises" der Partei, und müsse "sich nun inhaltlich mit ihr auseinandersetzen und die Sorgen ihrer Anhänger ernst nehmen".

Wenn jemand diese Koalition ausschließe, ignoriere "er auch die Anhänger und Wähler der AfD", so Bellmann. "Und dort gibt es durchaus akzeptable Leute, mit denen ein Dialog möglich ist." Zwar gebe es bei der AfD "straffällig gewordene und zwielichtige Personen", von denen sich die Union abgrenzen müsse. "Wo AfD und CDU nun Seit an Seit in der Opposition sitzen", werde sich aber zeigen, wie groß die Gräben tatsächlich sind.

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Bellmann: Ehe für alle diskriminiert Heteros

Allzu groß dürften die Gräben zumindest zwischen Bellmann und der AfD nicht sein. So zieht die Abgeordnete in ihrer aktuellen "Bundestagsdepesche" u.a. über eine "Lückenpresse", "Sozis" und das "Wir schaffen das" der eigenen Kanzlerin her.

Auch mit Homophobie war die Politikerin in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen – samt einem sehr eigenen Verständnis von Demokratie. Aus der Volksabstimmung in Irland zur Ehe-Öffnung für Homo-Paare wollte sie kein Zeichen für ein entsprechendes Handeln in Deutschland sehen: "Wer sagt überhaupt, dass im katholisch geprägten Irland das ganze Land für die sogenannte Homo-Ehe gestimmt hätte?", schrieb sie im letzten Sommer in einem Blogeintrag auf ihrer Webseite. "Beachtet man die Wahlbeteiligung am Referendum, sind es letztlich nicht einmal 40% der Iren, die für die Homoehe gestimmt haben, und erst recht keine 100%."

Folgt man dieser Argumentation und Mathematik, dürfte man freilich die "Sorgen" von AfD-Anhängern erst recht nicht ernst nehmen – und Bellmann sich selbst nicht: Sie hatte 2013 in ihrem Walkreis 51,9 Prozent der Stimmen bei 69,1 Prozent Beteiligung erhalten, das ist eine Zustimmung von knapp unter einem Drittel der Wähler – und damit weniger als bei der Ehe-Öffnung in Irland. Diese sei aber ohnehin keine "Frage der politischen Kultur, sondern der Gott gegebenen Natur", so Bellmann in dem Blogeintrag unter dem Titel "Ehe beliebig im Zeichen des Regenbogens?"


Bellmann (4. v.l.) bei einem Frühstücks-Empfang von Unions-Abgeordneten für die homophoben Autoren Birgit Kelle und Manfred Spieker im Bundestag (queer.de berichtete)


Die Abgeordnete schrieb damals weiter, zwar solle jeder "nach seiner Fasson glücklich werden, das steht schon so sinngemäß in der Bibel", und es sei "auch gut so", dass es eine Lebenspartnerschaft gebe – ebenso wie es "auch gut so" sei, dass diese in ihren Rechten beschränkt sei. Ansonsten drohten u.a. "das Recht auf Kinder durch künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft, Retorten- und Designerbabys und so weiter und so fort". Die Ehe aus Mann und Frau habe "mit Blick auf die Kinder und die Zukunft unseres Volkes einen besonderen Rang". Eine Samenbank, zitiert sie die FAZ, sei hingegen "nicht die Keimzelle der Gesellschaft".

Letztlich seien Fragen wie die Ehe für Lesben und Schwulen oder die Regenbogenbeflaggung von Gebäuden mit Regenbogenflaggen eine Frage der Diskriminierung – "aber nicht eine der 30.000 gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder der vier bis sechs Millionen Homosexuellen, sondern eine der 19 Millionen Ehen in diesem Lande (380.000 Eheschließungen pro Jahr) und aller heterosexuellen Partnerschaften".

Bereits 2012 hatte Bellmann bei abgeordnetenwatch "Designerbabys" & Co. gegen die weitere rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften in Stellung gebracht, auch gegen die damals noch nicht umgesetzte steuerrechtliche Gleichbehandlung. Lebenspartnerschaften leisteten keinen Beitrag zum Generationenvertrag, so Bellmann, "dieser Mangel kann auch nicht durch Adoption geheilt werden." Auf die Frage, ob sie sich im "Schlusslicht" Sachsen für mehr LGBT-Rechte und für mehr Akzeptanz für Lesben und Schwule einsetzen wolle, antwortete sie, dass man die aktuelle Rechtsprechung beachten werde. "Darüber hinaus gehende 'Werbung' unterstütze ich nicht!"

Die Abgeordnete, die schon seit 2002 im Bundestag sitzt, hatte sich bereits 2008 im Magazin "Der Selbstständige" gegen ein Adoptionsrecht für Homo-Paare ausgesprochen: "Irgendwann lassen sich gleichgeschlechtliche Partner vielleicht noch ihre Kinder aus ihren Körperzellen auf Bestellung herstellen. Wenn ich mir die Ergebnisse beim Klonen oder der Stammzellenforschung anschaue, weiß ich, dass nichts unmöglich ist."

"Natur" und Bibel statt "Gender-Ideologie"

Bellmann ist Teil des "Berliner Kreises", der bereits im Mai ein warnendes Positionspapier für eine konservativere Haltung der Partei verfasst hatte und darin unter anderem eine "Familienpolitik, die Ehe und Familie ins Zentrum rückt", ebenso forderte wie eine "Abkehr von der Gender-Ideologie". Mit diesen Forderungen schrieb Bellmann auch einen Gastkommentar im "Handelsblatt".

Die Union bemühte sich am Freitag, ihre Äußerungen aus der "Huffington Post" herunterzuspielen. Politische Gemeinsamkeiten für eine Koalition mit der AfD seien "noch nicht einmal andeutungsweise zu erkennen", meinte der Unionsvizefraktionschef Wolfgang Bosbach, ebenfalls Mitglied im "Berliner Kreis".

Der Generalsekretär der CDU in Sachsen, Michael Kretschmer, betonte laut MDR, Bellmann sei schon 2014 mit ihrer Ansicht nicht mehrheitsfähig in der Union gewesen, daran habe sich bis heute nichts geändert. Erst in diesem Juni hatte die örtliche CDU Bellmann allerdings wieder für die Bundestagswahlen im nächsten Jahr als Direktkandidatin aufgestellt, mit 88,5 Prozent der Stimmen.

2013 hatte die CDU im Wahlkreis Mittelsachsen 45,3 Prozent der Zweitstimmen geholt, die AfD 6,3 Prozent. (nb)

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Tags: cdu, union, veronika bellmann, afd
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Reaktionen zu "Bundestag: Homophobe CDU-Abgeordnete träumt von Koalition mit der AfD"


 55 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
23.09.2016
19:57:26


(+10, 12 Votes)

Von Peer


Es ist ja kein Geheimnis, dass weite Teile der Union über eine Koalition mit der AfD ernsthaft nachdenken. In vielen Bereichen liegen die ja auch voll auf einer Linie.

Das wird halt nur aus taktischen Gründen noch nicht so offen gesagt. Aber wenn es sich ergibt, wird das genau so kommen...


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#2
23.09.2016
20:42:54


(+12, 12 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Es wird für mich deutlicher und deutlicher: Die CDU schickt schon mal Drohnen los, um zu sondieren, wie viel Rechtsextremismus die Deutschen beklatschen und wie gut eine schwarz-blaubraune Koalition ankommen würde:

Rheinland-Pfalz: CDU und AfD gemeinsam gegen volles Adoptionsrecht für Homosexuelle
Link zu www.queer.de

Bundestag: Homophobe CDU-Abgeordnete träumt von Koalition mit der AfD (dieser Artikel)

Bellmann selbst ist aus der sächsichen Provinz noch nicht viel rausgekommen, scheint es: Neukirchen, Oederan, Flöha, Freiberg ... So was prägt vermutlich das Denken.
Link:
de.wikipedia.org/wiki/Veronika_Bellmann


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#3
23.09.2016
21:17:04


(+8, 8 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Warum denke Ich immer an Erika Steinbach, wenn ich dieses Gesicht sehe?

"Der Schoss ist fruchtbar noch..."

Ohne Zweifel.


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#4
23.09.2016
21:52:15


(+11, 11 Votes)

Von ehemaligem User entartet


Ich habe ja schon mehrfach die Auffassung vertreten, dass die AfD der natürliche Koalitionspartner der Union ist. Inhaltlich gibt es da die größten Schnittmengen in der Parteienlandschaft.

Die Äußerung von Edelnazi Kretschmer kann man ruhig in die Tonne kloppen. Der hat über seine ganze politische Laufbahn Äußerungen von sich gegeben, die absolut NPD-fähig waren.


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#5
24.09.2016
03:33:54


(+12, 12 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


...immer wieder Sachsen,Sachsen,Sachsen,
langsam bekomme ich Gaensehaut wenn ich deren Dialekt hoere...

aber wen wundern die Aeusserungen der "Dame"

hiesen die Christ-Parteinen nicht fruher "Centrum"
und waren sie nicht die "Steigbuegelhalter" welchen den Nazis damals 33 an die Macht verhalfen.

Irgendwie scheint sich alles zu wiederholen ,im auch so "christlichen " Deutschland.

Fuer viele "Christen-Fans" trifft leider immernoch der Song zu:

SCHWARZ-BRAUN ist die Haselnuss--
SCHWARZ-BRAUN bin auch ich...


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#6
24.09.2016
08:44:16
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Nick


Da passt das auch ganz gut, das die CSU, die ja nicht gerade durch ihr Engagement gegen Rechtsterrorismus auffällt, ein Konzert der Band FSF verbieten will:
Link zu www.neues-deutschland.de


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#7
24.09.2016
09:14:35


(+11, 13 Votes)

Von Prolino


Ich frage mich immer mehr warum Lesben und Schwule diese Nazi-Partei AfD wählen !
Versprechen sie sich davon ein warmes Plätzchen im KZ ????
Wer diesen Nazi-Abschaum wählt kann doch nur geistig unterbelichtet sein !
Lernen sie nicht aus der Geschichte ?


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#8
24.09.2016
10:09:47


(+6, 8 Votes)

Von Petrillo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


55 ist die? Dann ist das hier zur Illustration verwendete Bild entweder schon ziemlich angejahrt oder die "Dame" wurde gewaltig gephotoshopped! Dabei ist Eitelkeit doch eine Todsünde bei den Christen?!

Vielleicht erinnert mich das Ding deshalb so an Matt Lucas als Marjorie Doors, die Vorsitzende der Fat-Fighters?

Youtube-Video:


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#9
24.09.2016
10:18:32


(+12, 12 Votes)

Von Robin


"Bellmann: Ehe für alle diskriminiert Heteros"

Die Lüge wird durch ständiges Wiederholen nicht wahrer.

Wieso sollen Heteros diskriminiert werden, wenn andere auch heiraten dürfen? Das heißt weder, dass Heteros plötzlich nicht mehr heiraten dürfen, noch nimmt es Heteros irgendetwas weg.

Solche Personen haben null Argumente und verzichten deshalb ganz darauf, sondern wiederholen einfach nur immer ihre zusammengelogenen Mantras in der Hoffnung, dass irgendwas davon schon hängen bleibt.


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#10
24.09.2016
10:25:46


(+9, 11 Votes)

Von Robin
Antwort zu Kommentar #1 von Peer


Ehrlich gesagt liegen Union und AfD nicht nur in "vielen Bereichen", sondern sogar in fast allen Bereichen ganz auf einer Linie.

Es ist nur eine Frage, bis die beiden koalieren. Zunächst in Landtagen, aber früher oder später werden die das auch auf Bundesebene versuchen, wenn sie da eine Mehrheit haben.

Denn die Union weiß auch, dass sie am meisten von ihrer Politik mit der AfD umsetzen kann und so die meisten ihrer Wähler zufriedenstellen kann.

Umso dramatischer ist es auch, dass die SPD die historische Chance, der aktuellen Bundestagsmehrheit für volle Gleichstellung nicht nutzt, sondern stattdessen der Union ihren homophoben Kurs ermöglicht. Denn in Zukunft wird es dank des Einzugs der AfD wohl keine Mehrheit mehr geben.

Und da wird die SPD dann behaupten, dass sie ja gerne würden, es aber keine Mehrheit gibt. Dass sie die jetzige historische Chance nicht genutzt haben und die zukünftige Situation erst verursacht haben, werden viele Wähler dann vergessen haben.


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