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  • 23.09.2016, 21:37h           18      Teilen:   |

Politiker weiter Parteimitglied

AfD-Nerstheimer beklagt "Hexenjagd"

Artikelbild
Dieser Politiker, der Homosexuelle als "Fehler der Natur" bezeichnete und ihnen einen "Gendefekt" vorwarf, wird die nächsten fünf Jahre im Berliner Abgeordnetenhaus sitzen (Bild: AfD Lichtenberg)

Der Berliner Abgeordnete, der Homosexuelle als "degenerierte Spezies" bezeichnete, sieht sich zu Unrecht verfolgt – und hetzt gegen Regenbogenfamilien.

Von Norbert Blech

Der umstrittene Politiker Kay Nerstheimer, der bei den Abgeordnetenhauswahlen am Sonntag in Berlin-Lichtenberg ein Direktmandat für die AfD holte, hat sich am Freitag nach Tagen des Schweigens in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" zu Wort gemeldet.

Der 52-Jährige war Anfang der Woche in die Schlagzeilen geraten – wegen einer Vergangenheit als "Division Leader" in der rechtsextremen "German Defence League", der eine Miliz aufbauen wollte, sowie wegen etlicher früherer Hass-Postings, die Medien aus sozialen Netzwerken hervorkramten.

Der Zeitung sagte der umstrittene Neu-Politiker nun, er halte die Kritik an seiner Person für nicht gerechtfertigt: "Es wurden Zitate aus einem ellenlangen Kontext gerissen und verdreht." So sei eine kritisierte Äußerung über die "degenierte Spezies" der Homosexuellen zu verstehen: "Ein User hat mich in dem Zusammenhang so lange provoziert, bis ich das dann geschrieben habe, ja. Das ist zwei Jahre her und seitdem habe ich nichts mehr davon gehört – bis eben vor ein paar Tagen."

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Keine Entschuldigung, kein Einsehen

Der Facebook-Thread Nerstheimers zu Schwulen und Lesben. Laut einem Bericht der "SZ" schrieb Nerstheimer in anderen Facebook-Kommentaren u.a. von Schwarzen als "Bimbos" und von einigen deutschen Politikern als "Hochverrätern"
Der Facebook-Thread Nerstheimers zu Schwulen und Lesben. Laut einem Bericht der "SZ" schrieb Nerstheimer in anderen Facebook-Kommentaren u.a. von Schwarzen als "Bimbos" und von einigen deutschen Politikern als "Hochverrätern"

Während Nerstheimer sich in dem Interview als verfolgte Unschuld gibt, finden sich darin keine Worte des Bedauerns oder der Entschuldigung. Auch mit der Wahrheit hat er es nicht so: Der entsprechende Facebook-Thread zur Homosexualität war noch bis vor wenigen Tagen im Profil der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch online – und dabei klar erkennbar, dass Nerstheimer sich vor allem selbst in Rage provozierte. Den Begriff "genetisch degeneriert" benutzte er bereits in seinem Einstiegskommentar.

Im "Tagesspiegel"-Interview behauptete Nerstheimer weiter: "Ich habe kein Problem mit Homosexuellen. Mein Stiefvater hatte eine Szene-Kneipe in Ost-Berlin, da habe ich genug Homosexuelle kennengelernt." Aber er wolle nicht wissen, "wie jemand in dieser Hinsicht tickt. Und ich will auch nicht, dass meiner Tochter das Thema in der Schule auf die Nase gebunden wird."

Weiter sprach sich Nerstheimer auf "Tagesspiegel"-Nachfrage gegen ein Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare aus: "Zu einer gesunden Erziehung gehören Vater und Mutter, das ist zum Wohl des Kindes. Wenn Homosexuelle ein Kind adoptieren, könnte das schlecht sein für dessen Psyche."

In dem Interview nahm der Politiker noch zu weiteren umstrittenen Äußerungen Stellung und redete seine geplante Miliz als "freiwillige Polizeireserve" schön. Seine einzige Lehre aus dem Shitstorm: Er hätte bereits nach den ersten kritischen Medienberichten seinen Facebook-Account schließen sollen. "Mich überrascht es, dass so eine Hexenjagd, wie sie mit mir veranstaltet wurde, in einer Demokratie möglich ist", so Nerstheimer. "Ich habe ja niemanden verhetzt. Nicht zu Mord und Totschlag aufgerufen."

Als AfD-Mitglied weiter im Abgeordnetenhaus

Dem Berliner AfD-Vorstand war die Vergangenheit des Kandidaten vor der Wahl bekannt, man hatte sich mit ihm zusammengesetzt und ihn dennoch antreten lassen. Laut FAZ wurde ein Antrag auf Parteiausschluss im letzten Sommer nicht weiter verfolgt. Man müsse Menschen eine "zweite Chance" geben, so der Landes- und neue Fraktionsschef Georg Pazderski noch am Montag zu "Spiegel Online".

Erst als die Medien nach und nach nicht nur Nerstheimer, sondern auch seine Parteioberen kritisierten, kamen aus der AfD die ersten Distanzierungsstimmen. Sie hatten sich schnell erübrigt, da der Politiker bereits am Dienstag schriftlich erklärte, auf eine Mitgliedschaft in der Fraktion zu verzichten. Danach schien die Sache, wie beim Abgeordneten Gedeon in Baden-Württemberg, für die Partei auch schon wieder erledigt – ansonsten müsste sie klare Grenzen definieren.

"Ich bleibe weiterhin Mitglied der AfD", so Nerstheimer im "Tagesspiegel", "und werde wohl in vielen Punkten mit der Partei stimmen."

Mehr zum Thema:
» Homosexuelle "degeneriert": AfD-Fraktion ohne Nerstheimer (22.09.2016)
» AfD-Abgeordneter bezeichnete Homosexuelle als "genetisch degeneriert" (20.09.2016)
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Tags: afd, berlin, kay nerstheimer
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Reaktionen zu "AfD-Nerstheimer beklagt "Hexenjagd""


 18 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
23.09.2016
21:44:16


(+8, 8 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Die Partei distanzieren sich. Er zieht sich aus der Fraktion zurueck. Bleibt aber Mitglied der AfD und "werde wohl in vielen Punkten mit der Partei stimmen."

Wie ueberaus geschickt.

Und wie ueberaus leicht durchschaubar, dieses Manoever.


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#2
23.09.2016
21:53:32


(+4, 4 Votes)

Von Petrillo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Hexenjagd?

Dann hoffen wir mal...

Youtube-Video:


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#3
23.09.2016
22:38:25


(+5, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Aaaaha..
Jetzt kommt die
"Hilfe, ich werde von der Homo-Lobby zu Unrecht verfolgt"-Nummer, in der sich ein Mensch wie er dann als "Opfer" einer Hetzkampagne geriert..

Voraussehbar..
In ein paar Tagen gibt es dann angeblich Angriffe auf sein Büro oder Wohnhaus, und er wird mit "Hass-Mails" im Netz überzogen..

Diese Leute sind so durchschaubar wie Fensterglas..


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#4
23.09.2016
23:55:39


(+8, 8 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


Nerstheimer: "Mich überrascht es, dass so eine Hexenjagd, wie sie mit mir veranstaltet wurde, in einer Demokratie möglich ist", so Nerstheimer. "Ich habe ja niemanden verhetzt. Nicht zu Mord und Totschlag aufgerufen."

Bei solche einer Logik läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Als ob Hetze erst mit dem Aufruf zu Mord anfangen würde. Auch der Holocaust begann nicht in Auschwitz. Aber er endete dort!!


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#5
24.09.2016
00:18:36


(+10, 10 Votes)

Von zorniger Gast


Hab in letzter Zeit immer mehr das Bedürfnis zu kommentieren, diesmal ganz kurz:

Liebe Protofaschisten,

Die Kombi aus abwechselnder Menschenhatz und Mimimimimimi-Opfergehabe kotzt mich sowas von an.

Schwerste Beleidigungen von Eurer Seite ist "Meinungsfreiheit", jede Kritik daran ist "Zensur".

Was Ihr unter Meinungsfreiheit versteht, ist nichts anderes, als die Freiheit, unwidersprochen hetzen zu dürfen.

Da habt Ihr nicht einmal die Basics demokratischer Diskurse begriffen.

Daher seid Ihr keine demokratische/bürgerliche/liberale/populistische Partei.

Die Strategie ist alt, das Lager, das seit Jahrzenhten so verfährt fängt mich T an und hört mit otilarismus auf.

Hitler,Stalin,Mao,Franco, Mussolini, Pol Pot etc. hatten da eine analoge Denke.

Natürlich habt Ihr, liebe AfD nie jemanden umgebracht....aber: Jeder schwule Junge der irgenwo mit Seil um den Hals im Geräteschuppen hängt, jedes brennende Flüchtlingsheim usw. hat "irgendwas" auch mit Euch zu tun- na?

Was jetzt sicherlich kommt entspricht wieder dem Schema oben:

Meine Kritik ist links-grün-versifftes Gutmeschengehabe und Zensur (Menschenhatz).

Ihr selber seid mal wieder missverstanden und werdet schlecht behandelt (Mimimimimimi).

Bin ich der Einzige, der das so sieht?


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#6
24.09.2016
08:17:22
Via Handy


(-6, 8 Votes)

Von Orthogonalfront
Antwort zu Kommentar #5 von zorniger Gast


"Die Strategie ist alt, das Lager, das seit Jahrzenhten so verfährt fängt mich T an und hört mit otilarismus auf."

Und was zum Teufel ist "Totilarismus"? Wenn du dich schon an Wortspielen versuchst, dann machs bitte wenigstens richtig, sonst lachen unsere Feinde nur über dich.


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#7
24.09.2016
10:12:29


(+5, 5 Votes)

Von Robin


Immer dieselbe Taktik:
solche Leute hetzen aufs Übelste gegen andere und schrecken nicht vor Nazivokabular, etc. zurück. Da werden Schwule als "degeneriert" und Schwarze als "Bimbos" bezeichnet, etc.

Und wenn man das dann kritisiert, spielen sie sich als Opfer einer angeblichen "Hexenjagd" auf. Dann sind sie plötzlich die armen Opfer.

Solche Leute laufen argumentativ Amok und gehen für ihre Ideologie über Leichen. Die sind brandgefährlich.


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#8
24.09.2016
10:35:35


(+5, 5 Votes)

Von Jasper


>>> "Mich überrascht es, dass so eine Hexenjagd, wie sie mit mir veranstaltet wurde, in einer Demokratie möglich ist", so Nerstheimer. "Ich habe ja niemanden verhetzt. Nicht zu Mord und Totschlag aufgerufen." <<<

1. Und mich überrascht es, dass Herr Nerstheimer eine Hexenjagd gegen Schwule starten kann, ohne dass das ein juristisches Nachspiel oder Verlust des Mandats nach sich zieht.

2. Wir haben "nicht zu Mord und Totschlag aufgerufen". Also müsste unsere Kritik für ihn doch vollkommen legitime freie Rede sein.

Ach nein, solche Leute haben grundsätzlich zweierlei Maß: ihre Aussagen sind generell freie Rede und andere Meinungen sind generell Hexenjagd.


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#9
24.09.2016
10:55:48


(+6, 6 Votes)

Von Carsten AC


"Zu einer gesunden Erziehung gehören Vater und Mutter, das ist zum Wohl des Kindes. Wenn Homosexuelle ein Kind adoptieren, könnte das schlecht sein für dessen Psyche."

Dumm nur, dass das Gegenteil längst wissenschaftlich bewiesen ist. Aber mit wissenschaftlichen Fakten haben solche Leute es ja nicht so...

Das einzige, was Kindern in Regenbogenfamilien schadet, sind solche Gestalten wie dieser Typ...


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#10
24.09.2016
11:34:26


(+5, 5 Votes)

Von remixbeb
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von zorniger Gast


zorniger Gast, Du bringst es eigentlich alles sehr schön auf den Punkt. Möchte die AfD tatsächlich ernst genommen werden, sollte sie mit diesem kindischen Gejammere aufhören und die Eier in der Hose haben, zu gemachten Äußerungen ohne wenn und aber zu stehen.
"Lustig" ist auch: Überall nur Lügenpresse! Aber wenn es darum geht, dann zu heulen, wie diskriminiert man doch sei, wird die selbe "lügenpresse" dann gern genutzt. Lächerlicher Haufen!


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