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Cryptococcus neoformans, ein gemeiner Homo-Pilz, gefährdet laut "Bild" die Bevölkerung.

Von Dennis Klein

"Das ist ein schwuler Killer-Pilz", warnt die stets um das Volkswohl besorgte "Bild"-Zeitung. Cryptococcus neoformans sei "nicht nur schwul", sondern produziere "sogar jede Menge Nachwuchs". Man muss besorgt sein: "Der schwule Pilz ist ein tödlicher Krankheitserreger."

Tatsächlich haben Forscher der Duke-Universität (im US-Bundesstaat North Carolina) festgestellt, dass gleichgeschlechtliche Pilze dieses Types miteinander Tochterzellen bekommen können. Allerdings sind die Analogien aus dem Tierreich nur begrenzt auf Pilze übertragbar; so sind sie beispielsweise weder männlich noch weiblich - sie haben die Geschlechtstypen a und alpha.

"Organismen, auch Pilze, haben normalerweise ein Geschlechtsverhältnis von eins zu eins", so Xiaorong Lin, Hauptautor der Studie der Duke-Universität. "Aber bei Cryptococcus ist ein Geschlecht besonders häufig vorgekommen, das dann eigentlich wenige Möglichkeiten hat, sich fortzupflanzen. Das war uns bisher ein Rätsel." In Labor-Experimenten haben die Forscher nun herausgefunden, dass sich die alpha-Pilze sexuell vermehren - das heißt, zwei Zellen vereinigen sich und tauschen genetisches Material aus. Bisher waren die meisten Wissenschaftler davon ausgegangen, dass sich Cryptococcus assexuell vermehrt - die Tochterzellen also eine 100-prozentige Kopie der "Mutter" sind.

Der Hefepilz kommt insbesondere in organischen Material vor - insbesondere in Taubenmist. Wenn er von Menschen mit geschwächtem Immunsystem eingeatmet wird, kann er Krankheiten wie eine Hirnhautentzündung auslösen.

Die "Bild"-Headline ist indes etwas ungenau: Da das Geschlecht der Pilze nicht mit der Männlich-weiblich-Unterscheidung aus dem Tierreich übereinstimmt, hätte das Blatt genauso gut von "lesbischen Killerpilzen" sprechen können.

Der Artikel von Xiaorong Lin ist in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" erschienen (Band 434, S. 1017).

21. April 2005



13 Kommentare

#1 skydiverProfil
  • 21.04.2005, 14:41hStuttgart
  • Da sieht Man(n) mal wieder, das ein BILD-Redakteur für die Größe seiner Headline bezahlt wird (...) Im ersten Moment habe ich auch gedacht: "Oh Gott, schon wieder Alarmstufe rot für uns Schwule!" Und erst als ich etwas weiter las, stellte ich fest, das es sich wohl um einen hundsgewöhnlichen Hefepilz handelt... *grins*
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#2 WernerAnonym
  • 21.04.2005, 19:08h
  • Das ist aber das schlimme an der Bild:
    Die meisten lesen nur die Schlagzeilen und "Bild"en sich daraus ihre Meinung...
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#3 ThorstenAnonym
#4 MarkusAnonym
  • 21.04.2005, 20:21h
  • Empfehle
    www.bildblog.de
    . Dort kann man jeden Tag alles lesen, was wieder mal erstunken und erlogen war in Deutschlands dümmster Zeitung. Sehr spaßig. Wer sie danach immer noch "liest" (??), sollte sich ernsthaft Gedanken machen, ob er wirklich berechtigt ist, in diesem Lande sein Wahlrecht auszuüben...
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#5 JuliaAnonym
  • 21.04.2005, 20:57h
  • Gibt es etwas schlimmeres als Benedikt XVI, ja, DIE BILDZEITUNG!!!!!

    Gruß, Julia.
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#6 JuliaAnonym
#7 noblödAnonym
  • 21.04.2005, 21:26h
  • das dumme dabei iss, das es leider immer noch zu viele schwule gibt, die genau dieses rechtskonservative hetzblatt lesen.....
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#8 JoachiMucAnonym
  • 21.04.2005, 21:40h
  • nehmts doch einfach mit humor, leute. nicht immer über die böse bild schimpfen. spiegel.de berichtet auch über die schwulen pilze
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#9 pete_20Anonym
  • 22.04.2005, 06:42h
  • Humor hin oder her; es hat halteben einen schlechten Beigeschmack. Wurde nicht Aids am Anfang solche nahmen gegeben wie "Schwulen-Krebs" ?
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#10 StephanAnonym
  • 24.04.2005, 17:19h
  • So doof sind Bild-Zeitungs Redakteure eben nicht! Ich empfehle die Lektüre der Günter Wallraff-Bücher. Bei der "Blöd"-Zeitung wird bewusst das Volk verdummt und verhetzt. Mein Cousin wurde einmal als "Todesfahrer von Steglitz" namentlich dort bezeichnet. Die Folgen könnt ihr euch ja denken. Der "tägliche Volksgerichthof" hat mal wieder eine "saure-Gurken-Zeit-Meldung" mit etwas Schwulenfeindlichkeit aufgepeppt. Es ist bezeichnend, dass die "Bild"-Journalisten ihre Leser intern "Primitivos" nennen.
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