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  • 28.09.2016, 10:32h           10      Teilen:   |

Dokumentation

Die Behauptungen der AfD Sachsen-Anhalt und die Fakten

Artikelbild
Die Offenheit und Vielfalt der Gesellschaft ist eine Bereicherung: Gekapertes Plakat der homo- und transfeindlichen "Demo für alle" in Stuttgart (Bild: (cc) Metropolico.org / flickr)

Das queere Begegnungs- und Beratungszentrum "lebensart" in Halle weist die Kritik der Rechtsaußen-Partei am Aktionsprogramm gegen Homo- und Transphobie zurück – mit sachlichen Argumenten.

Die im März mit 24,3 Prozent erstmals in den Landtag eingezogene AfD macht in Sachsen-Anhalt seit Wochen Stimmung gegen das "Aktionsprogramm für Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen" der Landesregierung und fordert seinen sofortigen Stopp.

Das in der vergangenen Legislaturperiode auf den Weg gebrachte Maßnahmenpaket "verschafft Personen mit abweichendem Sexualverhalten und deren Verbänden eine nicht zu rechtfertigende Überprivilegierung und stellt die Grundlagen unserer Gesellschaft infrage", heißt es in einem Antrag der Rechtsaußen-Partei, der am Freitag im Landtag beraten wird (queer.de berichtete). Das Aktionsprogramm richte sich "gegen die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung und hinterfragt bewährte Normen", legte die AfD am vergangenen Wochenende noch einmal nach (queer.de berichtete).

Das queere Begegnungs- und Beratungszentrum "lebensart" in Halle hat die Äußerungen der AfD Sachsen-Anhalt zum Anlass genommen, den aufgestellten Behauptungen die Fakten gegenüberzustellen. Wir dokumentieren die fundierte Stellungnahme des Vereins. (mize)

Fortsetzung nach Anzeige


Das von der AfD kritisierte Aktionsprogramm der früheren rot-schwarzen Landesregierung aus dem Jahr 2015 (PDF) sieht auch eine bessere Aufklärung von Schülern vor, die gerade von der neuen rot-schwarz-grünen Regierung angegangen wird (queer.de berichtete)
Das von der AfD kritisierte Aktionsprogramm der früheren rot-schwarzen Landesregierung aus dem Jahr 2015 (PDF) sieht auch eine bessere Aufklärung von Schülern vor, die gerade von der neuen rot-schwarz-grünen Regierung angegangen wird (queer.de berichtete)

1. Die AfD Sachsen-Anhalt spricht allein der Heterosexualität eine Natürlichkeit und Normalität zu, andere sexuelle Orientierungen werden als "abweichende Sexualität" bezeichnet.

Fakt ist: Die Generalversammlung des Weltärztebundes hat im Oktober 2013 eine Stellungnahme verabschiedet, die klarstellt, dass auch Homosexualität eine natürliche sexuelle Orientierung ist. Es wird betont, dass direkte und indirekte Diskriminierung sowie Stigmatisierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung häufige Ursachen für seelische und körperliche Erkrankungen sind.

In der Sexualwissenschaft besteht Konsens darüber, dass sich menschliche Sexualität auf vielfältige Weise ausdrückt. Hetero-, Bi- und Homosexualität sind gleichwertige Ausdrucksformen des menschlichen Begehrens sowie der sexuellen Identität, die zur Persönlichkeit des betreffenden Menschen gehören.

2. Die AfD Sachsen-Anhalt spricht von weniger als 5 % der Bevölkerung, die nicht-heterosexuell orientiert ist.

Fakt ist: Sexuelle Orientierungen stellen ein Kontinuum dar. Durch Befragungen ist für Deutschland belegt, dass mindestens 5 % der Menschen ausschließlich homosexuell orientiert sind. Ein weitaus größerer Anteil der Menschen verortet sich im Kontinuum zwischen den Polen hetero- und homosexuell – als bisexuell oder bi-interessiert. Umfragen aus Deutschland ergeben hierzu 15 bis 35 % der Menschen. Von einigen Sexualwissenschaftler*innen wird angenommen, dass die Mehrheit der Menschen gleichgeschlechtliche Neigungen latent mehr oder weniger stark in sich trägt. Das Ausleben des Begehrens hängt wesentlich von der Erziehung und Sozialisation sowie dem aktuellen gesellschaftlichen Umfeld ab.

3. Die AfD spricht davon, dass das Aktionsprogramm für Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) der Landesregierung keine Diskriminierung verringert, sondern Personen mit "abweichendem Sexualverhalten" eine nicht zu rechtfertigende Überprivilegierung verschafft und die Grundlagen unserer Gesellschaft infrage stellt.

Fakt ist: Heterosexuellen und cis-geschlechtlichen (bei Geburt zugewiesenes Geschlecht stimmt mit Geschlechtsidentität überein) Menschen wird nichts weggenommen, wenn sich die Politik für konkrete Maßnahmen für die Anerkennung und Akzeptanz der Vielfalt geschlechtlich-sexueller Identitäten einsetzt.

In den inzwischen weltweit 22 Ländern, welche die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet haben, und in Bundesländern, die Aktionspläne seit Jahren umsetzen, ist das gesellschaftliche Klima offener und toleranter. Vielfalt wird dort als Bereicherung anstatt als Bedrohung wahrgenommen. Menschen können dort häufiger ohne Angst verschieden sein.


Politik nur für Heteros: Facebook-Post der AfD Sachsen-Anhalt vom vergangenen Wochenende


4. Die AfD Sachsen-Anhalt spricht davon, dass das Aktionsprogramm die Seelen der Kinder gefährdet und wendet sich "gegen die politisch-ideologische Vereinnahmung unserer Kinder" und spricht von "Frühsexualisierung".

Fakt ist: Zum einen steht Sexualität bei den Angeboten des Aktionsprogramms für Kindertagesstätten und Grundschulen nicht im Fokus, sondern die Realität der Vielfalt von Lebens- und Familienformen sowie (neben der in fast allen Kinderbüchern vermittelten Heterosexualität) auch gleichgeschlechtliche Liebe.

Im Kindesalter werden gesellschaftliche Werte und Normen über Erziehung und Sozialisation vermittelt und angeeignet. In Kitas und Grundschulen muss eine altersgerechte Aufklärung stattfinden, die Vielfalt thematisiert, um Anerkennung und Wertschätzung zu erreichen.

Für Kinder ist die Welt offen und Vielfalt wird mit Neugier wahrgenommen. Und ehe sich Mechanismen der Abwertung und Diskriminierung ausbilden, leisten Kitas und Grundschulen einen wichtigen Beitrag für eine Kultur der aktiven Toleranz, in der Vielfalt eine Stärke und Normalität ist.

Weiterhin ist erwiesen, dass Kinder ab dem sechsten Lebensjahr schrittweise das soziale Geschlecht an sich und ihrer Umwelt entdecken. Jungen werden spaßhaft Mädchen genannt, wenn sie lange Haare haben, und Mädchen, die mit Autos und Werkzeugen spielen, werden aus Spaß als Jungen bezeichnet. An dieser Stelle beginnt die Zuschreibung und Manifestierung von Geschlechterrollen und damit verbundenen Erwartungen.

Um Vorurteilen und Stigmatisierungen entgegenzuwirken, ist dies genau der richtige Zeitpunkt, um in einem geschützten Rahmen Gedanken, Äußerungen und Verhalten zu reflektieren und in kindgerechter Weise auftretende Fragen zu besprechen.

5. Die AfD Sachsen-Anhalt spricht sich für die Abschaffung des Aktionsprogramms aus.

Fakt ist: Wer eine vielfältige und solidarische Gesellschaft will, darf die Augen vor Benachteiligungen, Ausgrenzung und Diskriminierung nicht verschließen, sondern muss Maßnahmen zu deren Beseitigung in Angriff nehmen. Hier setzt das Aktionsprogramm im Bereich der geschlechtlich-sexuellen Identität an.

Aktuelle Studien belegen eine Zunahme der Ablehnung und Abwertung von Homosexualität in der erwachsenen Bevölkerung sowie weiterbestehende, zum Teil massive Diskriminierungen von LSBTI. Befragungen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen fallen hier positiver in Bezug auf aktive Toleranz und Anerkennung aus. Auch dies gilt es durch das Aktionsprogramm zu verstetigen. Bei der Aufklärung von Erwachsenen und vor allem Multiplikator*innen müsste hier noch viel mehr getan werden. Denn Ablehnung und Diskriminierung machen krank. Und wenn Vielfalt ein Wert ist, muss jeder so leben können, wie er möchte, solange er die Freiheit des anderen nicht einschränkt.

Das Aktionsprogramm wird heterosexuelle und cis-geschlechtliche Menschen nicht einschränken – die Offenheit und Vielfalt der Gesellschaft wird eine Bereicherung sein. Niemand soll Angst haben, wenn Begehren und Selbsterleben nicht von der (vermeintlichen) Mehrheit geteilt werden. Für die Mehrheit schafft es zudem Entlastung und Entspannung – gerade dann, wenn man selbst Neues an und in sich entdeckt – und man es einvernehmlich und selbstbestimmt in einer Kultur der Vielfalt zulassen kann.

Wir wollen ein Land, in der jeder Mensch ohne Angst verschieden sein kann, in der Vielfalt eine Stärke ist und in der Solidarität sowie eine Friedenskultur gelebt wird. Mit unseren Kompetenzen und Angeboten wollen wir dazu aktiv einen Beitrag leisten.

Links zum Thema:
» Homepage des BBZ "lebensart" Halle e.V.
Mehr zum Thema:
» Magdeburg: Demo für LGBTI-Aktionsplan am Freitag (25.09.2016)
» Sorge um Hetero-Gefühle: AfD will Aktionsplan gegen Homophobie stoppen (22.09.2016)
» Grüne laden Olivia Jones in den Landtag ein (16.09.2016)
» Poggenburg: LGBTI-Toleranz schadet Kinderseelen (16.09.2016)
» Olivia Jones erstattet Anzeige gegen AfD (15.09.2016)
Wochen-Umfrage: Berichtet queer.de zuviel über die AfD? (Ergebnis)

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Tags: afd, sachsen-anhalt, aktionsprogramm, aktionsplan, bbz lebensart, fakten
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Reaktionen zu "Die Behauptungen der AfD Sachsen-Anhalt und die Fakten"


 10 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
28.09.2016
13:07:49


(+8, 12 Votes)

Von Sebi


Es ist wichtig, die Lügen der AfD immer und immer wieder zu entlarven. Klar ist das lästig, immer dieselben Lügen zu demaskieren, aber anders geht es nicht, wenn dieses braune Gesindel nicht noch stärker werden soll.


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#2
28.09.2016
13:45:30
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Der Artikel ist super geschrieben, die ganze AfD-Hetze wird auseinander genommen und mit wissenschaftlichen Tatsachen widerlegt.
Nur werden sich leider nur die wenigsten AfD-Nachblöker und Mitmarschierer damit beschäftigen.
Stammtischparolen nachzuplappern ist ja so bequem.
Trotzdem hoffe ich, daß es nach diesem Artikel hier ein paar AfD-Fans weniger gibt.


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#3
28.09.2016
16:35:36


(+12, 12 Votes)

Von Justus


Die AfD wird immer wieder die Fakten verdrehen, Details verschweigen, dreiste Lügen verbreiten, etc.

Einfach weil sie wissen, dass ihre Klientel nicht an Fakten interessiert ist, sondern an Hetze.

Deswegen sind solche Klarstellungen immens wichtig - auch wenn die Anhänger der AfD damit nicht erreicht werden. Aber so zeigt man, dass die Mehrheit diese Tricks sehr wohl durchschaut.

Und deshalb sind auch Gegenproteste richtig und wichtig - um immer wieder zu zeigen, dass das eine vom Hass zerfressene Minderheit ist, die zwar laut ist, aber nicht für die Mehrheit spricht.


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#4
28.09.2016
16:55:36


(+11, 11 Votes)

Von Carsten AC


Es gibt 2 Sichtweisen auf den Umgang mit Populisten, die beide gute Argumente haben:

Die einen wollen gar nicht darauf reagieren, um durch Nichtbeachtung zu zeigen, wie dämlich diese Leute sind. Die argumentieren oft, dass jede Reaktion deren Wahn nur noch aufwertet und zur diskussionswürdigen Position macht.

Die anderen wollen die nicht einfach so gewähren lassen, damit deren Lügen nicht als akzeptable Positionen wirken oder gar geglaubt wird, an diesen Lügen sei was wahres dran und dass man deshalb nicht reagiere. Auch besteht die Gefahr, dass wirklich jemand glaubt, diese schrille Minderheit würde eine schweigende Mehrheit repräsentieren.

Ich persönlich kann zwar an beiden Positionen etwas finden, zähle mich aber eher zur zweiten Gruppe. Man hat immer wieder gesehen, dass Appeasement bei Radikalen nichts bringt und sie eher noch stärker macht. Auch in Baden-Württemberg, wo anfangs kaum GLBTI gegen "Besorgte Eltern" & Co demonstriert haben, weil sie hofften, das würde sich von selbst erledigen, hat man ja gesehen, dass dieses widerspruchsfreie Gewährenlassen sie erst so richtig stark gemacht hat und aus so ein paar einzelnen Verwirrten erst eine Bewegung gemacht hat. Eben weil es ohne Widerspruch so scheint, als würden die die Meinung "des Volkes" widerspiegeln und als wären deren Lügen wahr.

Deswegen bin auch ich dafür, sich immer wieder solchen Leuten entgegenzustellen, ihre Lügen aufzudecken und zu zeigen, dass SIE die schrille Minderheit sind und nicht die Mehrheit repräsentieren.


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#5
28.09.2016
19:59:00


(+6, 6 Votes)

Von Linus


Die geben sich als Biedermänner, sind aber braune Brandstifter, die nur den braven Bürger spielen.


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#6
28.09.2016
21:10:10


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User entartet


Ich fürchte, ein Faktencheck von AfD-Aussagen interessiert die Hardcore-Sympathisanten herzlich wenig. Denen geht es nicht um Wahrheit, sondern um Macht und Machtgelüste. Sie pflegen einen Überlegenheitskult, der nur funktioniert, wenn gesellschaftliche Gruppen ausgemacht werden, die als minderwertig denunziert werden.

Aufklärung tut sicher Not, aber mehr für die Sozialhygiene der Mehrheitsgesellschaft links von der AfD.

Über die Ursachen der Opfermentalität lässt sich sicher trefflich spekulieren. Wahrscheinlich liegt dem eher ein Minderwertigkeitskomplex zugrunde. Mit ihrer kruden Weltanschauung haben Höcke, Poggenburg & Co. in der Vergangenheit sicher wenig Anerkennung außerhalb ihrer sektiererischen Kreise gefunden. Ihre Rache- und Satisfaktionsgelüste haben dort zumindest eine Ursache.

Solange sie diesen verqueren Ansichten anhängen, sollte ihnen aber auch weiter die gesellschaftliche Anerkennung verwehrt bleiben. Niedere Instinkte hören nicht auf, niedere Instinkte zu sein, nur weil sich genügend Idioten finden, die diesen Abschaum in die Parlamente spülen. Jemand, dem jede Spur von Anstand fehlt, kann kein Patriot sein. Ganz im Gegenteil: Dieser Rotz ist der wahre Volksschädling, weil dem Land und seinen Menschen schadet. Davor kann man sich nur ekeln. Wenn es Siff in diesem Lande gibt, dann dort.


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#7
29.09.2016
05:04:20


(+5, 5 Votes)

Von Flucht nach vorn


Es gibt offen schwule AfD-Mitglieder - wieso schaffen die es nicht, Falschbehauptungen über die Aktionsprogramme zu widerlegen?

"Altersgerecht" heißt vor der Pubertät natürlich, keine Toys und Holzpenisse zur Aufklärung mitzubringen. Um Rollenspiele von sozialem, nicht sexuellem Charakter geht es da. Kommen tatsächlich Fragen zu Sexualpraktiken, erklärt man das verbal ohne es vorzuführen, hat doch jedes Kind noch genug Phantasie.

Nicht Frühsexualisierung ist bezweckt, schon gar nicht "Verwirrung der Gefühle" anders herum, sondern Sozialisationshilfen für schwul bzw. lesbisch oder bi oder trans veranlagte Kinder. Ohne diese Hilfen sind sie - und war ich - seelisch blockiert, hatte Angst vor dem Rauskommen - gegen diese Schäden soll das Aktionsprogramm wirken, endlich.


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#8
29.09.2016
08:29:04


(+5, 5 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008
Antwort zu Kommentar #7 von Flucht nach vorn


Falsch! Wenn schon, dann gibt es offen "HOMOSEXUELLE" Mitglieder in der AfD. Und wir wissen ja, dass ein Homosexueller unter seiner sexuellen Orientierung leidet, ein SCHWULER hingegen nicht.

Und ansonsten scheinen die AfDlerInnen allesamt verklemmte ZeitgenossInnen zu sein, die das Sexualwissen, das sie aus dubiosen und schlechten Pornos und anderen Schmutz- und Schundschriften bezogen haben, nun auf Inhalte der Bildungspläne projizieren zu wollen, um sie zu diskreditieren.

Genauso wie sie den Anschlag auf die Moschee in Dresden jetzt Linksautonomen in die Schuhe schieben wollen, obwohl ein Blinder mit Krückstock sieht, dass die Opferzielgruppe die selbe ist, die die kackbraunen Rechtsbratzen sonst so im Visier haben, wohingegen Linksautonome eher auf Großkopferte losgehen würden.


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#9
29.09.2016
12:01:03


(+5, 5 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Bravo, Klasse gemacht, der Faktencheck, großes Lob!

Sieh einer an, der Nachweis für die beschämenden Wissenslücken der AfD in Bio, Natur- und Gesellschaftskunde und Weiterem ist gar nicht mal so schwer zu liefern. Da nützt dann auch kein notorisches Weiterlügen und Zurechtdrehen in Richtung AfD-verkleinertes Weltbild oder AfD-Sicht der Gesellschaft, oder dem, wie sie diese gerne klein kriegen würden.

Bei Punkt 3. hätte man das noch etwas besser ausdefinieren können, was die gewähnte "Überprevilegierung" aus dem AfD-Wahninhalt haltlos übertriebenen Humbug macht, aber manchmal reichen auch einfache Sätze ohne Anhalt, sich provozieren zu lassen.
Die Infragestellung der Gesellschaft oder des Status Quo und so weiter ist an sich nichts Verbotenes. Gefällt einigen bloß nicht, ist ihnen unbequem, dass die Gesellschaft mehr, bunter, weiter, erweiterungsfähiger sein könnte als das krude Bild, was sie so gern davon zeichnen.

Da bringt die beste Wahn-Idee, wie dier von der "frühsexualisierung" nix, wenn das schon rein biologisch und kinderpsychologisch gar nicht möglich ist, sich Sexualität gemäß seiner Entwicklung entfaltet.

Vielleicht hätte man bezüglich mancher "Indoktrinierung" noch anfügen können, ob die Indoktrinierung mit dem Christentum, die Schülern so gerne und bereitwillig zugemutet wird, nicht auch kritisch gesehen werden kann.
Aber das hätte wohl das Empfindliche bei den Damen Herren der AfD verletzt, wo ja doch viele mit einem religiotisch-braunen Chizma sitzen.

Jedenfalls löblich, der unermüdliche Einsatz entgegen der Verzerrung und Verdrehung der Realität durch die blau-braunen Wirklichkeitsverweigerer!
Sehe ich so wie Carsten schreibt, man muss immer wieder dagegen angehen und nicht wegschauen.
Dank der Treue zur Authentizität und methodisch-empirischer Wissenschaft leben wir heute in einer Welt, in der Aberglaube und gerne in Umlauf gesetztes "Falschwissen" relativ kümmerlich sind und niedergehalten werden. Wir dürfen es auch denen, die sich aussuchen, lieber dumm und kleinlich zu leben, nicht gestatten, die ganze sie umgebende Welt zu vereinnahmen und nach ihrem Gutdünken zurückzukrempeln.

Hier auch ein gesondertes Dankeschön an unsere wirklich wissenschaftlich bewanderten Koleg*innen!!!


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#10
29.09.2016
15:37:26


(+4, 4 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #7 von Flucht nach vorn


"Es gibt offen schwule AfD-Mitglieder - wieso schaffen die es nicht, Falschbehauptungen über die Aktionsprogramme zu widerlegen?"

weil die irrationale hetze gegen schulaufklärung zu ihren eigenen lieblingsthemen gehört.

Link zu www.queer.de


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