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  • 21. April 2005, noch kein Kommentar

Die Alessi Brothers waren Teenager-Idole in den 70er Jahren. queer.de stellt exklusiv und erstmals in Deutschland ihre zwei aktuellen Alben vor.

Von Jan Gebauer

Manche in Vergessenheit geratene Künstler haben Glück, dass es das Internet gibt. Im Falle der Alessi Brothers erweist sich das Medium als besonders günstig. Ihre Pop-Karriere von 1977 bis 1982 brachte fünf Alben hervor. Der Song "Oh Lori" (1977, in Großbritannien Platz 7) war ein internationaler Hit, allerdings überall nur nicht in ihrer Heimat, den USA. Dort hatten sie zwar einen gewissen Beliebtheitsgrad bei Teenagern, aber dennoch hatten sie viel mehr Erfolg in Japan, wo man unlängst auch die alten Alben wieder auf CD auflegte. Dort kreischten die Teenager den beiden an John Travolta erinnernden Jungs entgegen. Die Original-LPs der Alessis findet man in Deutschland auf Plattenbörsen in jeder gut sortieren Grabbelkiste. Wenn man allerdings den Namen des Duos ausspricht, erntet man meistens nur ungläubiges Kopfschütteln. Scheinbar erinnert sich keiner mehr an die soften Easy-Listening-Songs von Billy und Bobby. In Zeiten des Internets lässt sich jedoch die Vergangenheit besonders leicht wieder in Erinnerung rufen.

Über ihre eigene Webseite haben die Gebrüder Alessi in den letzten Jahre eifrig ihre alten Platten beworben und sie als CD-Wiederveröffentlichungen den treuen Hardcore-Fans zugängig gemacht. Mit "Our Best Of..." sammelte man 2004 auch erstmals die bekanntesten Songs der beiden auf einer CD. Darunter so feine, leichtfüßige Easy-Listening-Stücke wie "Seabird", "Driftin'" oder "Avalon". Da wabern die Keyboards herrlich altmodisch daher und die Streicher lullen perfekt für einen verschlafenen Sonntagnachmittag ein. Besonders beachtenswert ist der Titel "Sad Songs": Kitsch in Reinkultur mit viel Streichern – aber irgendwie unwiderstehlich! Olivia Newton-John coverte den Song 1977 für ihr Album "Making A Good Thing Better". Wenn das kein Gunstbeweis ist!

Doch die Fans waren auf lange Sicht nicht nur mit alten Material zufrieden zu stellen, sondern dürsteten auch nach neuen Aufnahmen. Mit "Hello Everyone" veröffentlichten die Jungs nach über 20 Jahren endlich wieder ein Album (das letzte "Words And Music" hatte Quincy Jones 1982 produziert, fast zeitgleich als er auch "Thriller" von Michael Jackson verantwortete). Von ihrer leichtfüßigen Art haben die eineiigen Zwillinge nichts verloren. Ob "All My Life", "Hello Everyone" oder "I Like Your Smile": Die zwei in die Jahre gekommenen Jungs wissen immer noch wie man hauchzarte Melodien ausklügelt. In den Niederlanden kommt das derzeit so gut an, dass die Alessis dort einige Konzerte geben und intensive Promotion-Touren unternehmen. Auf der Homepage zelebrieren die Gebrüder dies mit ausführlichen Foto-Seiten. Vielleicht zieht es sie ja bald auch nach Deutschland, damit einige Leute weniger unwissend den Kopf schütteln.

21. April 2005