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Könnten Homo-Paare in Zukunft mit ärztlicher Hilfe leibliche Kinder bekommen? (Bild: flickr / ZEISS Microscopy / by 2.0)

Eine medizinische Sensation: Erstmals ist ein Baby zur Welt gekommen, das drei leibliche Elternteile hat. In der Zukunft könnten gleichgeschlechtliche Paare gemeinsam Nachwuchs zeugen.

Laut einem Exklusivbericht des Magazins "New Scientist" ist am 6. April 2016 in Mexiko erstmals ein Kind mit der DNS dreier Menschen zur Welt gekommen. Amerikanischen Wissenschaftlern ist es mit einer neuen Methode der künstlichen Befruchtung zum ersten Mal gelungen, ein Kind mit mehr als zwei biologischen Elternteilen zu erzeugen. Die neue Technik hat zum Ziel, die Weitergabe von Erbkrankheiten zu verhindern.

Die aus Jordanien stammende Mutter des inzwischen knapp sechs Monate alten Jungen trug Gene für das Leigh-Syndrom in sich, das bei Babys schwere Schäden am Nervensystem zur Folge hat – sie hatte deshalb bereits zwei Kinder verloren. Die Wissenschaftler entnahmen aus der Eizelle der Mutter einen gesunden Zellkern und setzten ihn in die entkernte Eizelle einer Spenderin ein. Danach wurde das zusammengesetzte Ei mit dem Sperma des Vaters befruchtet. Das Ei enthielt damit nur die Zell-DNS der Mutter, aber die Mitochondrien-DNS der Spenderin. Da die Gene für das Leigh-Syndrom in der Mitochondrien-DNS liegen, trägt das Kind keine Spur der Erbkrankheit.

Nach Angaben der Wissenschaftler um den New Yorker Arzt John Zhang ist das Kind bislang gesund. Sie wollen Details zu ihrer Methode im kommenden Monat bei einer Konferenz in Salt Lake City verraten. Die Befruchtung und Geburt hatten in Mexiko stattgefunden, da die Methode gegenwärtig in den USA verboten ist. Das einzige Land, das diese Praxis derzeit ausdrücklich erlaubt, ist Großbritannien.

Auch schwule Paare könnten gemeinsam Eltern werden

Im vergangenen Jahr hatten Wissenschaftler bereits erklärt, dass theoretisch auch zwei Männer mit einer Methode namens "In-vitro-Gametogenese" (IVG) Eltern werden könnten. Bei dieser Methode werden die Geschlechtszellen aus Stammzellen von Männern oder Frauen gewonnen, die dann miteinander befruchtet werden könnten. Bislang befindet sich die Forschung noch am Anfang; es gab allerdings erste Erfolge bei Versuchen an Mäusen.

"Mit IVG könnten gleichgeschlechtliche Paare eines Tages Kinder haben, die biologisch mit ihnen verwandt sind", sagte Sonia Suter von der George Washington University in der amerikanischen Hauptstadt. "Außerdem könnte IVG die Möglichkeit zu Mehrfach-Elternschaften geben. Dann könnten sich Gruppen von mehr als zwei Personen – sie könnten alle männlich, alle weiblich oder eine Kombination darstellen – gemeinsam vermehren und Kinder hervorbringen, die genetisch ihre Nachkömmlinge sind." Allerdings wird in der Debatte auch vor großen ethischen Problemen gewarnt. (dk)



#1 IndividualistAnonym
  • 28.09.2016, 12:48h

  • Genau die hier beschriebene Methode habe ich als junger Mann vor ca. 30 Jahren als Hoffnung für mich und meinen Partner und unseren Kinderwunsch so in meinem auch heterosexuellen Bekanntenkreis erklärt. Ich wurde kicht nur verlacht sondern teilweise auch angefeindet wegen meiner perversen Idee eines Eingriffs in die Natur.
    Heute sind wir beide über 50 und meine Idee wird greifbar.
    Hoffentlich können andere schwule Paare davon profitieren
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#2 Jeff_StrykerProfil
#3 johannes90Anonym
#4 DaddyCoolAnonym
  • 28.09.2016, 13:55h
  • Mehrelternschaften gibt es nicht nur im genetischen Sinn wie in diesem Artikel, sondern bspw. auch als Kombination aus schwulem Vater, lesbischer Mutter und deren Partnerin als 2. sozialer Mutter. Kleeblattfamilien wäre vielleicht eine schönere Bezeichnung als Co-Parenting:

    www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61581

    Umso wichtiger, dass endlich die Möglichkeit zur Regelung von Mehrelternschaften geschaffen wird. Beim letzten LSVD-Verbandstag sabotierte Manfred Bruns den Beschluss eines entsprechenden Antrags, den eine Arbeitsgruppe zuvor in einem einjährigen Prozess erarbeitet hatte. Dabei war er neben anderen LSVD-Vorstandsmitgliedern selbst Mitglied der Autorengruppe gewesen. Aber das Ergebnis passte ihm halt nicht und wo kämen wir denn hin, wenn die Mehrheit entscheiden würde...
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#5 TheDeadAnonym
#6 seb1983
  • 28.09.2016, 21:05h
  • Beeindruckend was inzwischen technisch möglich ist, und dabei nimmt das Wissen und das Tempo immer weiter zu.
    Hier hat man es also geschafft eine Erbkrankheit herauszuzüchten.

    Das Designerbaby wird kommen, nicht heute, nicht morgen, aber es wird...
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#7 ollinaieProfil
#8 TheDeadAnonym
#9 herve64Profil
  • 29.09.2016, 08:48hMünchen
  • Antwort auf #5 von TheDead
  • Ob eine Dystopie daraus wird oder nicht hängt halt immer noch davon ab, wer den größten Nutzen aus der Möglichkeit zieht und wie massiv sie von den einzelnen Interessengruppen eingesetzt werden.
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#10 TheDaedAnonym
  • 29.09.2016, 09:15h
  • Demnächst wird es den ersten schwulen Mann geben, der sich eine Vagina einbauen lässt.
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