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  • 28.09.2016, 15:53h           18      Teilen:   |

Unterstützung für junge Skater

Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul

Artikelbild
Skater-Legende Brian Anderson spricht im Alter von 40 Jahren erstmals öffentlich über seine sexuelle Orientierung (Bild: Instagram / nolimitsoldier)

Unter Skateboardern, gerade im Profibereich, ist Homosexualität immer noch ein Tabu. Jetzt hat sich einer der größten Stars der Szene geoutet.

"Mein Name ist Brian Anderson, ich bin ein Profi-Skateboarder und wir sind hier, um über die Tatsache zu reden, dass ich schwul bin." So stellte sich der 40-jährige in einem am Dienstag veröffentlichten knapp halbstündigen Video von "Vice Sports" vor. Anderson gehört zu den großen Vorbildern in der Szene und kann auf viele Erfolge zurückblicken. So gewann der Amerikaner 1999 die Skateboarding-Weltmeisterschaften in Dortmund und wurde im selben Jahr zum "Skater of the Year" ernannt.

"Ich dachte nie, dass ich vor einer Kamera sitzen würde, um darüber zu reden, dass ich schwul bin, aber ich wollte das jetzt tun", sagte der im New Yorker Stadtteil Queens lebende Sportler. "Ich denke daran, wie ich mich gefühlt habe, als ich jünger war und völlig verängstigt – eine Menge dieser Kids haben keine Hoffnung."

Mit seinem Coming-out wolle er jungen schwulen Skatern helfen, nicht mehr das Gefühl zu haben, sich für ihre sexuelle Orientierung schämen zu müssen. Früher sei ein Coming-out für ihn nie in Frage gekommen: "Ich hatte große Angst davor, und die Leute hätten es ganz anders aufgenommen, wenn ich es schon vor 15 Jahren gesagt hätte."

Direktlink | Die "Vice Sports"-Sendung in voller Länge (auf Englisch)


Die Liebe sei ihm nie in den Weg gekommen, da seine Konkurrenten nicht in sein Beuteraster gefallen seien: "Ich stehe nicht auf andere Skateboarder, deshalb habe ich mich wohl gefühlt, weil ich sie nie auf diese Weise angeschaut habe", sagte Anderson. "Ich denke, ich habe eher auf die Cops gestanden, die uns manchmal rausgeschmissen haben." Wenn ein männlicher Polizist ihm einen Platzverweis gegeben habe, habe der Skater oft ein Auge auf ihn geworfen, berichtete er. Er habe dann den Rest des Tages ein Lächeln auf den Lippen gehabt.

Fortsetzung nach Anzeige


Homophobie im Skatboarding weit verbreitet

Auf den ersten Blick erscheint es paradox, dass die sich so weltoffen gebende Skateboard-Gemeinde bislang keinen offen schwulen Star hervorgebracht hat. Insider begründen das damit, dass sich Sponsoren im Jugendmarkt immer noch vor dem Label "gay" fürchteten. "Das ist von einem geschäftlichen Standpunkt aus gesehen gefährlich", erklärte etwa Michael Brooke, der Chefredakteur des kanadischen Skatermagazins "Concrete Wave" vergangenen Monat. "Es gibt viele Geschäftsleute, die keinen offen schwulen Skater sponsern würden, weil sie nicht anecken wollen", so Brooke.

Patrick O'Dell, der Kopf hinter dem amerikanischen Skater-Videomagazin "Epicly Later'd" glaubt zudem, dass die US-Jugendkultur, insbesondere jenseits der Metropolen, generell nicht so weit sei. "Als 15-Jähriger war ich wohl auch homophob", so O'Dell. "Für mich als 34-Jährigen wäre es jetzt zwar einfach zu sagen: 'Ihr seid blöd, ihr seid ein paar uninformierte Homo-Hasser." Dabei fehlte den Jungs schlicht oft einfach die Erfahrung, das persönliche Kennenlernen eines Schwulen.

Der aus Papenburg stammende schwule Skateboarder Jan Wittke erklärte kürzlich in einem Interview, er glaube, dass das Coming-out eines Idols ein großer Fortschritt sei: "Wenn die sehen, dass ein Pro, der mega abgeht, homosexuell ist, dann werden sicherlich weniger dumme Sprüche gemacht und das hilft sicherlich dem ein oder anderen, der selbst bemerkt, dass er homosexuell ist, damit umzugehen. Dann ist das ganze Thema für die sicherlich lockerer. Die Kids werden insgesamt dadurch vielleicht sensibilisiert für das ganze Thema." Derzeit gebe es in Deutschland aber keinen einzigen bekannten schwulen Skater. (dk)

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Tags: coming-out, sport, skateboarding, brian anderson
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Reaktionen zu "Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul"


 18 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
28.09.2016
16:42:20


(-7, 11 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Sehr schön!Wieder eine Sportart mit "Leithammel"!
Vielleicht klappts ja auch mal mit eiem Cop!


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#2
28.09.2016
20:52:23


(+4, 4 Votes)

Von GaySportsMan


Herzlichen Glückwunsch zum Coming-Out, Brian! Die Zeit, daß sich in Deutschland endlich auch mal ein Profifußballer sagt "ICH BIN SCHWUL UND DAS IST AUCH GUT SO!" ist überreif und ich hoffe, daß in diesem Jahr noch eine Sportler/Sportlerinnen aus dem Schrank kommen!


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#3
28.09.2016
22:49:50


(+8, 8 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


Wie sagte Conchita Wurst vor nicht allzu langer Zeit? "We are unstoppable!"

Glückwunsch zum Outing, Brian!!! Ich bewundere Deinen Mut!


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#4
29.09.2016
11:05:35


(+1, 9 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Ein bisschebn kenne ich das ja. Zwar aus der Surfer-Szene, aber viele von denen skaten selbst oder Longboarden, Snowboarden im Winter, und in allen diesen Sport-Szenen grassiert dieselbe unterschwellige Homophobie, mal mehr, mal weniger offensichtlich.
Ich glaube, das liegt daran, dass Sport und Privatsphäre völlig unterschiedliche Ebenen sind, und Sport sehr mit heteronormativen Akzenten bestellt ist.
Andererseits vielleicht vice versa liegt es daran, dass das Bild, was die Gesellschaft und die Sportwelt von Schwulen hat, so völlig einseitig und Klischee-behaftet ist, dass es schon annervt!

Leute können sich oft nicht vorstellen, dass auch ein Schwuler einfach gern Sport macht, und sich eben gerade nicht beim Balett oder Eiskunstlauf und Geräteturnen austobt, oder bei solchen Sportarten, wo man möglichst viel Haut sieht und ausgebeulte Badehöschen. Das scheint da ein Problem zu sein, und man sollte mal das Schwulen-Image kräftig erweitern.

Ich geh nicht nur surfen bzw. Longboard fahren usw. aber finde halt auch andere Surfer und Kiter attraktiv. Das ist extrem schwierig in der Szene, und dass man da "verängstigt" aufwächst, oder auch gehemmt wird, kenne ich als ganz normal. Mir sind außer über eine Online-community speziell dafür
Link:
www.gaysurfers.net

auch nie andere Gays unter Surfern, Skatern oder Boardern die ich jetzt so kenne, aufgefallen. Wenn es die gibt, sind sie wahrscheinlich ebenso sensibilisiert und gehemmt, was ihre Orientierung angeht, wie Anderson das beschreibt.

Wenn die Karriere im Pro-Sport davon abhängt, wer von privaten Lebensbereichen Kenntnis hat oder auch nicht, überlegt man es sich ganz genau, wem gegenüber man sich offenbart. Wenn man seine Freunde, seine Clique und seine Umgebung harmonisch erhalten will, gleich nochmal.

Ob sich einer outet oder nicht ist dann seine persönliche Entscheidung. Wenn es zum gesellschaftlichen "Daumen runter" oder zum Raus aus der Szene kommt, darf man sich hinterher aber auch nicht beklagen.
Was hat es im Sport verloren, wie einer tickt oder welche Partner er bevorzugt?
So rum denke ich, aber bewundere andererseits den Mut dieser Leute, die ihren ganzen sozialen Kreis auf's Spiel setzen, damit die Welt von ihrer Orientierung erfährt.
Für mich wär's nie was. Auch wenn man mich dann Feigling schimpft oder sonst was Schroffes von der zuweilen fast militanten CO-Bewegung kommt.
Ich habe oft genug sämtliche Bekannten verloren und meine heutige Clique behalte ich.
Jeder hat die Möglichkeit, seine Geheimnisse bei sich zu behalten. Davon mache ich Gebrauch.

Cops machen auch gern Sport, klar. Sind nicht von ungefähr häufig fit wie der Turnschuh, die Jungs. Soll ja auch Cops geben, die selber skaten
Brian könnte ja auch noch mal umsatteln und sich einen Netten bei der Polizei angeln, oder einen Freizeit-Fetisch-Cop.


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#5
29.09.2016
12:31:43


(-2, 6 Votes)

Von Schmäh den Aust
Antwort zu Kommentar #1 von Sabelmann


Neidisch?
Eifersüchtig?
Selbsthassend?
Einfach nur dumm?


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#6
29.09.2016
15:09:11


(+7, 7 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #4 von Homonklin44


"Ich glaube, das liegt daran, dass Sport und Privatsphäre völlig unterschiedliche Ebenen sind, und Sport sehr mit heteronormativen Akzenten bestellt ist."

merkst du, dass du dir in einem satz selbst widersprichst? gälten gleiche standards für schwules und heterosexuelles "privatleben", dann hätte auch heteronormativität im sport keinen raum. die betrifft nämlich - überraschung! - nur das "privatleben".

"Wenn es zum gesellschaftlichen "Daumen runter" oder zum Raus aus der Szene kommt, darf man sich hinterher aber auch nicht beklagen."

doch, darf man. sollte man. muss man.

es sei denn, man pflegt gern die zutiefst homofeindliche haltung, schwule seien an ihrer diskriminierung selbst schuld, weil schwulsein ja ein "geheimnis" sein und auch bleiben solle, während sich gleichzeitig kein einziger hetero gedanken machen muss, was er über sein privatleben sagt oder nicht.

und schon wieder stänkerst du gegen die "militante CO-bewegung". erde an homonklin: das coming-out ist der existenzkern unserer bewegung. leute, die sich verstecken, bewegen nämlich nichts, sondern sorgen dafür, dass alles bleibt, wie es ist. ohne coming-out gibt es keine bewegung.

versteck dich ruhig, wenn du damit besser klarkommst als mit einem offenen leben. das kann ich akzeptieren. ich werde aber nicht akzeptieren, dass du hier immer wieder gegen diejenigen anstänkerst, die ein offenes leben für die bessere alternative halten und diskriminierung nicht als naturkonstante hinnehmen wollen.


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#7
29.09.2016
16:02:13


(+4, 6 Votes)

Von Nun ja
Antwort zu Kommentar #4 von Homonklin44


" Ich habe oft genug sämtliche Bekannten verloren und meine heutige Clique behalte ich."

Da fragt man sich doch, ob Du vielleicht einen Hang hast, Dir seltsame Bekannte auszusuchen.
Spätestens wenn mir das einmal passiert ist, was jedem passieren kann, würde ich doch neue Bekanntschaften dahingehend abklopfen...
Und auf weitere homophobe A...löcher dankend verzichten.


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#8
29.09.2016
17:33:18


(+2, 4 Votes)

Von Alice
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von ursus


"ich werde aber nicht akzeptieren, dass du hier immer wieder gegen diejenigen anstänkerst, die ein offenes leben für die bessere alternative halten und diskriminierung nicht als naturkonstante hinnehmen wollen."
das macht er hier doch nicht, 'Anstänkern' meine ich. Er erklärt nur warum so viele Sportler*innen sich offensichtlich nicht outen (wollen, können, trauen).
Ja es gehört zu unserer Bewegung, das Sichtbarwerden, denn wer's nicht tut unterstützt die "Anderen" - ist wie bei den Wahlen.
"Entscheiden sich er aber selber muss." ;-)
However:
Offensichtlich ist aber, dass die Meisten nicht ihre sexuellen Vorlieben vorzeigen müssen: Jedoch die dann automatisch angenommene Orientierung wird ja auch nicht von bestimmten Gruppen verfolgt und es wird sich auch nicht vorgestellt WAS genau dann sexuell WIE gemacht wird - Was Heterosexuelle miteinander "treiben" muss sich ja nicht unbedingt von homosexuellen Praktiken unterscheiden !!
Bei gleichgeschlechtlichen Paaren wird sehr schnell an Sexpraktiken gedacht - etwas das Heteros offensichtlich sehr interessiert.
Gut, dass viele (queere) Filme dieses visuell näher bringen und so dringend (be)nötige Aufklärung nachholen.
Ein Lied dazu:

Link zu www.franzdorfer.com

Man ersetze im Liedtext jagen durch blasen - klingt doch gleich viel netter.


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#9
29.09.2016
18:14:30


(+6, 6 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #8 von Alice


"das macht er hier doch nicht, 'Anstänkern' meine ich. Er erklärt nur warum so viele Sportler*innen sich offensichtlich nicht outen (wollen, können, trauen)."

ich hatte die für mich problematischen passagen doch extra zitiert. ich glaube nicht, dass das wort "militant" vor der unsinnigen formulierung "CO-bewegung" (als gäbe es eine ebenso berechtigte alternative, etwa die "anti-CO-bewegung") positiv gemeint war. für mich klingt das nach stänkern. siehst du es anders?

und wer behauptet, über diskriminierung dürfe (!) man sich "nicht beklagen", wenn man sich in einem homofeindlichem umfeld outet, der untergräbt unser anliegen, offen zu leben, statt es zu fördern. das ist die klassische schuldumkehr des schwulen selbsthasses.

er gibt sich auch nicht damit zufrieden, einfach nur zu erzählen, weshalb er selbst nicht offen leben kann oder will. das wäre völlig okay. er muss immer wieder klarstellen, wie unangemessen es doch ganz generell sei, mit kolleg_innen oder mit-sportler_innen über das eigene "privatleben" zu reden, als unterliege dieses einer art natürlicher geheimhaltungsplicht.

nein, das ist nicht einfach eine "erklärung", weshalb offenheit manchmal schwer fältt. für diese erklärungen hätte ich jedes verständnis. das ist ein mehr oder weniger subtil aggressives agieren gegen diejenigen, die offener leben können als er selbst.

es ist übrigens nicht das erste mal, dass solche töne von seiner seite kommen.


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#10
29.09.2016
21:22:33


(-2, 6 Votes)
 
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