Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?27158

In Palästina verfolgt, in Israel nicht willkommen: Der Spielfilm "Out in the Dark" erzählt die Geschichte des palästinensichen Studenten Nimr, der sich in Tel Aviv in den jungen Anwalt Roy verliebt (Bild: Pro-Fun Media)

Der Film "Out in the Dark" über die Liebe zwischen einem Israeli und einem Palästinenser passe nicht zum Thema "Vielfalt statt Einfalt", entschied der multikulturelle Beirat der Stadt.

Die Flyer für die interkulturelle Woche in Bad Säckingen waren schon gedruckt – und mussten wieder eingestampft werden. Der Film "Out in the Dark" über eine schwule Liebe zwischen einem Israeli und einem Palästinenser wurde vom multikulturellen Beirat in letzter Minute aus dem Programm genommen. Vorgeschlagen hatte ihn das Jugendhaus der Stadt am Hochrhein.

Das Gremium sei sich bei der Entscheidung gegen den Film "einig gewesen", erklärte Pfarrer Winfried Oelschlegel gegenüber dem "Südkurier". Das hochgelobte und preisgekrönte Drama von Michael Meyer aus dem Jahr 2012 passe "im Grunde nicht richtig" in den Themenkreis der interkulturellen Woche, argumentierte das Beiratsmitglied, der Hauptthemenschwerpunkt unter dem Motto "Vielfalt statt Einfalt" sei Integration. "Wir haben die interkulturelle Woche nicht mit diesem zusätzlichen Thema belasten wollen", meinte Oelschlägel.

Erpressung der türkisch-islamischen Gemeinde

Nach dem Bericht der Regionalzeitung soll die türkisch-islamische Gemeinde im multikulturellen Beirat mit dem Ausstieg aus der diesjährigen interkulturellen Woche gedroht haben, falls "Out in the Dark" gezeigt werde. Dessen Vertreter Oguz Islam kritisierte gegenüber dem "Südkurier", dass der Filmvorschlag erst in der letzten Sitzung aufgetaucht sei. Weil das Thema Homosexualität für den Islam ein kritischer Punkt sei ("Das müssen wir nicht leugnen"), hätte er sich eine frühzeitige Diskussion gewünscht. Man fühle sich vom Jugendhaus überfahren.

"Grundsätzlich scheuen wir uns nicht, über das Thema Homosexualität zu sprechen", sagte Oguz Islam. Die türkisch-islamische Gemeinde habe deshalb dem Jugendhaus und der regionalen LGBTI-Gruppe Rainbow Stars den Vorschlag einer gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung gemacht.

Den Druck der eingestampften Flyer hatte die Stadt übernommen. Nach Angaben von Bürgermeister Alexander Guhl habe der Entwurf dem multikulturellen Beirat rechtzeitig vorgelegen, bis zum Stichtag seien jedoch keine Einwände zurückgekommen. Dass der Film aus dem Programm genommen wurde, findet der SPD-Politiker im Grundsatz falsch. Das Thema Homosexualität passe sehr gut zum Motto "Vielfalt". Der Vorgang ist für ihn ein klarer Hinweis, dass sich in der Organisation der Veranstaltungsreihe etwas verändern müsse.

Letztendlich fand sich Guhl jedoch mit der Zensur ab. Die interkulturelle Woche wurde am Sonntag vom Bürgermeister eröffnet. Noch bis zum 3. Oktober stehen in Bad Säckingen insgesamt elf Veranstaltungen auf dem Programm. (cw)

Direktlink | Deutscher Trailer für "Out in the Dark"

Galerie:
Out in the Dark
10 Bilder


#1 FelixAnonym
  • 29.09.2016, 09:26h
  • Das ist ein Skandal und ein Beispiel für Homohass in Reinkultur!

    Wenn ein Film über die schwule Liebe zwischen einem Israeli und einem Palästinenser nicht zum Thema "Vielfalt" passt, wüsste ich gerne, was deren Meinung nach denn sonst dazu passt.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 myysteryAnonym
  • 29.09.2016, 09:28h
  • Ich glaube, dass diese Posse einen Einblick in die schaurige Zukunft Deutschlands gibt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 GeorgGProfil
  • 29.09.2016, 09:35hBerlin
  • So, so, Herr Oguz Islam möchte also nicht, dass dieser Film in die Interkulturelle Woche gezeigt wird...

    Und was machen die christlichen Gruppen im Interkulturellen Beirat? Sie gehorchen Herrn Oguz Islam auf's Wort und ziehen den Film zurück.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 GeorgGProfil
#5 JustusAnonym
  • 29.09.2016, 09:38h
  • >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Erpressung der türkisch-islamischen Gemeinde

    Nach dem Bericht der Regionalzeitung soll die türkisch-islamische Gemeinde im multikulturellen Beirat mit dem Ausstieg aus der diesjährigen interkulturellen Woche gedroht haben, falls "Out in the Dark" gezeigt werde.
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ja und?

    Dann lass die doch aussteigen?

    Sind wir schon so weit, dass die "türkisch-islamische" Gemeinde bestimmt, welche Filme in Deutschland gezeigt werden dürfen und welche nicht?

    Mir ist jede Gruppierung, die für Vielfalt werben will, willkommen. Aber es geht nicht, dass die ihre eigenen Vorstellungen durchsetzen und alles, was ihnen nicht passt, zensieren können.

    Zum Erpressen gehören immer zwei:
    Wenn die "türkisch-islamische Gemeinde" wegen eines Films da aussteigen will und sich komplett zum Narren machen will, ist das deren Entscheidung. Aber deshalb sollten die Organisatoren nicht darauf eingehen...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Danny387Profil
  • 29.09.2016, 09:51hMannheim
  • Und nach wessen Meinung genau stellt Homosexualität nun eine "Belastung" dar?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Carsten ACAnonym
  • 29.09.2016, 09:58h
  • Es ist eine Pervertierung der Idee eines Festivals für Vielfalt, wenn man LGBTI-Inhalte zensiert. Dann lässt man es lieber gleich ganz bleiben.

    Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern; die ältere heißt Inquisition.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 GeorgFalkenhagenProfil
  • 29.09.2016, 10:01hBremen
  • Antisemitismus pur! Kein Wunder, dass die Idiotie à la AfD erstarkt. Gute Nacht Deutschland ...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Dennis
#10 Julian SAnonym
  • 29.09.2016, 10:20h
  • "Weil das Thema Homosexualität für den Islam ein kritischer Punkt sei [...], hätte er sich eine frühzeitige Diskussion gewünscht."

    Was gibt es denn da zu diskutieren?

    Entweder akzeptiert man Homosexualität - dann hat man auch kein Problem, wenn so ein Film gezeigt wird. Oder man akzeptiert das eben nicht.

    -----------------------------------------------------

    "Den Druck der eingestampften Flyer hatte die Stadt übernommen."

    Also bleibt wieder mal der Steuerzahler auf Kosten sitzen, nur weil so ein paar religiösen Fanatikern irgendwas nicht passt und sie die Einspruchsfrist versäumt haben.

    Dann sollten die die eingestampften Flyer bezahlen und niemand sonst.
  • Antworten » | Direktlink »