Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?27164

Schwule und Lesben protestieren seit Jahren gegen Paragraf 377

Laut einer offiziellen Statistik sind 200 Kinder und Jugendliche im Jahr 2015 Opfer des berüchtigten Paragrafen 377 geworden, den einst die britischen Kolonialherren eingeführt hatten.

Im vergangenen Jahr sind in Indien 207 Minderjährige wegen des 2013 wieder eingeführten Homo-Verbots festgenommen worden. Die Hälfte von ihnen war 15 Jahre alt oder jünger. Das berichtete die "Times of India" unter Berufung auf die Statistikbehörde "National Crime Records Bureau".

Kinder und Jugendliche machten demnach 14 Prozent aller Festnahmen aufgrund des Gesetzes aus, das "sexuelle Handlungen wider die Natur" bestraft. Insgesamt seien 1.347 Menschen, davon 16 Frauen, wegen Paragraf 377 festgenommen worden. Im Vergleich zu 2014 ist das ein Anstieg um mehr als 17 Prozent. Die Zahl von Anklagen nach dem Paragrafen liegt soger noch einmal höher, in beiden Meldungen können aber auch Fälle von sexueller Nötigung oder von Sex mit Minderjährigen enthalten sein. Ein genaue Auflistung gibt die Behörde nicht.

Laut dem Gesetz droht Homosexuellen eine langjährige Haftstrafe. Minderjährigen droht stattdessen eine Zwangseinweisung in ein Heim. Trotz der Anklagen sind in den letzten Jahren keine Verurteilungen aufgrund von einvernehmlichen Sex unter Erwachsenen bekannt geworden. Der Paragraf wird allerdings zugleich zur Einschüchterung und Erpressung von Schwulen und Lesben sowie von Transpersonen genutzt.

Das noch aus der britischen Kolonialzeit stammende Gesetz, das inzwischen 156 Jahre alt ist, war zunächst 2009 von einem Gericht in Neu-Delhi für verfassungswidrig erklärt worden (queer.de berichtete). Allerdings revidierte der oberste Gerichtshof Indiens vier Jahre später diese Entscheidung überraschend und führte damit das Homo-Verbot erneut ein (queer.de berichtete).

Seither kämpfen LGBT-Aktivisten gegen das Gesetz. Im Parlament scheiterten aber mehrere Anläufe, den Paragrafen wieder abzuschaffen. Im Juni lehnte auch der Oberste Gerichtshof einen Einspruch mehrerer prominenter Schwuler und Lesben gegen "Section 377" ab (queer.de berichtete). (cw)



#1 markusbln11Anonym
  • 30.09.2016, 06:57h

  • So ist indien in guter gesellschaft mit vielen anderen kronkolonien und muslimischen staaten aus dem ehemaligen osmanischen imperium.

    Hinduismus und buddhismus führen eben nicht zu offeneren gesellchaften, wie das kastenunwesen, die handhabung von kinderrechten, die witwenverbrennung oder der umgang mit lgbti zeigen.
  • Antworten » | Direktlink »