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  • 29.09.2016, 18:14h           2      Teilen:   |

Neue Umfrage

Amerikaner bei LGBTI-Rechten tief gespalten

Artikelbild
Eine neue Umfrage zeigt, wie gespalten die Bevölkerung in den USA ist (Bild: (cc) Mark Fowler / flickr)

Über ein Jahr nach der Öffnung der Ehe gibt es bei den Fragen von Antidiskriminierung und Trans-Rechten keinen Konsens in der amerikanischen Gesellschaft.

Eine neue repräsentative US-Umfrage des "Pew Research Center" zu den Themen "Religionsfreiheit und Nichtdiskriminierung" zeigt, dass LGBTI-Aktivisten in den Vereinigten Staaten noch einen langen Weg vor sich haben: Demnach erklärten 48 Prozent der Befragten, dass religiöse Geschäftsleute das Recht haben sollten, gleichgeschlechtlichen Paaren aufgrund ihres Glaubens Hochzeits-Dienstleistungen verweigern zu dürfen. 49 Prozent waren der Meinung, dass Dienstleister Schwule und Lesben gleichbehandeln sollten.

In der öffentlichen Debatte wird derzeit insbesondere über Floristen oder Konditoren debattiert, die Homo-Paaren aus angeblich religiösen Gründen keine Blumen verkaufen oder keine Torten backen wollen. Nur in der Hälfte der Bundesstaaten gibt es bislang ein Antidiskriminierungsgesetz, das die Gleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung vorschreibt. Im Bundesrecht sind dagegen nur Merkmale wie Rasse oder Geschlecht vorgeschrieben.

Die neuen Zahlen zeigen: Während es anderen Umfragen zufolge inzwischen Konsens ist, dass etwa gemischtrassige, heterosexuelle Paare nicht mehr diskriminiert werden dürfen, gibt es bei schwulen und lesbischen Paaren noch immer erbitterten Widerstand. Der Faktor Zeit dürfte hier auch eine Rolle spielen: Gemischtrassige Ehen sind in den gesamten USA bereits seit 49 Jahren legal, während gleichgeschlechtliche Ehen erst vor 15 Monaten im ganzen Land legalisiert wurden.


Gleichbehandlungsgegner 1959: Unter dem Motto "Rassendurchmischung ist Kommunismus" kämpften besorgte Bürger gegen die gemischtrassige Ehe und für die Apartheid. (Bild: John T. Bledsoe / wikipedia)

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Große Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken

Bei der Haltung zu LGBTI-Fragen gibt es große Unterschiede je nach Partei- und Religionszugehörigkeit der Befragten. So wollen nur 27 Prozent der Republikaner, dass Firmen dazu verpflichtet werden, gleichgeschlechtliche Paare bei Dienstleistungen rund um eine Hochzeit gleich zu behandeln, 71 Prozent fordern Ausnahmemöglichkeiten. Bei den Demokraten sind 67 Prozent für die Verpflichtung zur Nicht-Diskriminierung.

Der Religion nach sind die in den USA traditionell eher konservativen Protestanten mit 36 Prozent Zustimmung zu einer entsprechenden Verpflichtung am meisten gegen die Gleichbehandlung eingestellt; für den Diskriminierungsschutz sind hingegen 54 Prozent der Katholiken, 64 Prozent der Juden und 65 Prozent derjenigen, die sich zu keiner Religion bekennen. Unter Christen sind diejenigen besonders tolerant, die nicht regelmäßig zum Gottesdienst gehen.

Eine Zahl gibt Hoffnung: Einer von fünf Amerikanern erklärte, er habe seine Ansichten zu Homosexualität in den letzten Jahren geändert – die große Mehrheit zum Positiven.

Auch Trans-Rechte sind umstritten

Ein fast identisches Bild zeigt sich bei Trans-Rechten. Bei der Frage, ob Transsexuellen die Nutzung öffentlicher Toiletten gestattet werden soll, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen, ergab sich erneut eine Spaltung des Landes: 51 Prozent bejahten dies, 46 Prozent glauben, dass Transsexuellen dieses Recht verwehrt werden solle.

Dieses Thema ist derzeit politisch ein heißes Eisen und erhitzt die Gemüter insbesondere von Konservativen, seitdem die Debatte um gleichgeschlechtliche Ehen durch Urteil des Obersten Gerichtshofs politisch zunächst beendet wurde. Dafür müssen sich bereits die ersten Gerichte mit den Streitigkeiten um Toiletten beschäftigen (queer.de berichtete).

Bei der Umfrage macht besonders Hoffnung, dass zwei von drei der unter 30-Jährigen keine Probleme mit dieser Frage haben. In allen anderen Altersgruppen gibt es allerdings ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Und auch hier zeigt sich: Je religiöser und konservativer eine Person ist, desto eher will er Transpersonen ihr Recht verwehren.

LGBT-Aktivisten hoffen nun, dass es wie bei der Frage der Ehe-Öffnung einen raschen Meinungswandel gibt. Binnen anderthalb Jahrzehnten war es hier zu einem atemberaubenden Meinungsumschwung gekommen: Während zum Jahrtausendwechsel gerade einmal jeder Fünfte die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht befürwortet hatte, stieg die Zahl im letzten Jahr auf 60 Prozent an. Inzwischen ist es unvorstellbar, dass die Ehe-Öffnung wieder abgewickelt wird. (dk)

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Tags: umfrage, transpersonen, homo-ehe, pew research center
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Reaktionen zu "Amerikaner bei LGBTI-Rechten tief gespalten"


 2 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
29.09.2016
20:40:25


(+7, 7 Votes)

Von Alice
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das Ergebnis wundert mich nicht. Hier zu Lande sieht es ja ähnlich aus.
Aber immerhin hat sich seit der Jahrtausendwende viel zu unseren Gunsten verändert, das lässt hoffen :D
Doch man sollte die Konservativen und Konsorten nicht unterschätzen ... die werden immer versuchen das Rad zurück zu den guten alten Zeiten zu drehen, schicken ihre "Leute" auf Welttournee, üben Druck auf Politiker aus.
"Unsere" AfD ist ein gutes Beispiel dafür ... plötzlich sind sie wieder da ... und versuchen homophobe Äußerungen wieder salonfähig zu machen und sie finden schon die ersten (anderen) "Politiker und Politikerinnen" die ins selbe Horn tuten.


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#2
30.09.2016
09:19:58
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von markusbln11


Die usa ist ein sozial-, religiös- wie auch ethnisches konglomerat vieler gruppen, die für sich allein jeweils zu einer eigenen staatlichkeit zu klein wären. Deshalb finden sich alle in der grossen usa zusammen. Es gibt einen konsens hierzu.

Aber das heisst nicht zwingend akzeptanz des anderen. Im gegenteil: Es sind wagenburg-abschottung und ignoranz gegenüber der anderen gruppe, die das handeln im klassischen gesellschaftlichen bild der usa bestimmen. Die anderen sollen mich ja nicht stören, fernbleiben.

Auch die lgbti-menschen.

Vielleicht war obama der erste präsident der eine agenda der gegenseitigen akzeptanz über die verschiedenen gesellschaftlichen gruppengrenzen hinweg trotz oder gerade wegen all dieser unterschiede verfolgte. America makes the difference. Seine antrittsrede zur zweiten amtszeit ist das klarste zeichen dafür.

Donald Trump ist der widerspruch dazu. Er ist anhänger von old america aus dem 19 jahrhundert. Einer kolonisieruns- und landnahmegesellschaft auf agrarischer basis und primär angelsächsisch-protetantischer ausrichtung. Jede gruppe, jede gemeinschaft für sich. Ab- und ausgrenzung von und gegenüber anderen. Ein grosser teil der us-gesellschaft tickt leider noch immer so. Vor allem weisse evangelikale.

Wie sich das überwinden lässt zum vorteil aller, wie lgbti ein voll anerkannter teil der gesellschaft werden können - zumindest nicht mit der philosophie von donald trump. Ich drücke hilary clinton die daumen, das vermächtnis von barack obama fortführen und perfektionieren zu dürfen.


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