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Medikamentöse Prävention

Berlin diskutiert: "Gib PrEP eine Chance"


Das Logo und Plakatmotiv von "HIV im Fokus" ist eine Abwandlung des bekannten Präventions-Mottos "Gib AIDS keine Chance" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Am 8. Oktober findet zum dritten Mal der interdisziplinäre Fachkongress "HIV im Fokus" im Roten Rathaus statt.

Unter dem Motto "Prävention 2016" und dem Titel "Gib PrEP eine Chance" beschäftigt sich der interdisziplinäre Fachkongress "HIV im Fokus" am 8. Oktober 2016 im Berliner Rathaus mit der Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) und den dadurch entstandenen neuen Möglichkeiten der HIV-Prävention. Die Veranstaltung findet seit 2012 jährlich abwechselnd mit dem "HIV im Dialog"-Kongress statt und bietet Experten aus den Bereichen Medizin, Gesundheitsversorgung, Politik und Sozialwissenschaft ein Forum, um sich zu treffen, zu informieren und zu diskutieren.

Die Zulassung von Truvada, der "Pille zum Schutz vor HIV", im August durch die europäische Arzneimittelagentur wird von den Veranstaltern einhellig begrüßt. "Wir sind der Überzeugung, dass die PrEP ein unverzichtbarer Bestandteil in der heutigen Prävention ist. Mit der PrEP erreichen wir gerade diejenigen, die durch die bisherigen Mittel der Prävention nicht angesprochen werden (und gleichzeitig einem hohen Risiko ausgesetzt sind)", heißt es in der Einladung. Allerdings müsse nun auch geklärt werden, wie Menschen an das Medikament kommen und wann und wie Ärzte eine PreP verschreiben und wie die Kosten dafür abgerechnet werden sollen.

Dir Schirmherrschaft über "HIV im Fokus" hat der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) übernommen. Auf dem Programm stehen international besetzte Podien, Vorträge und Arbeitsgruppen. Der Kongress steht allen Interessierten offen und ist kostenfrei zugänglich. Aus organisatorischen Grünen wird um eine vorherige Anmeldung über die Homepage gebeten.

"HIV im Fokus" wird gemeinsam vom Arbeitskreis AIDS niedergelassener Ärzte Berlin, der Deutschen Aids-Gesellschaft (DAIG), der European Aids Treatment Group (EATG), Pluspunkt, ManCheck, Fixpunkt, Hydra, der Initiative Brandenburg, der Lesbenberatung Berlin, Les MigraS, TransInterQueer, Update-your-life und dem Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum veranstaltet. Kooperations-Partner sind die Berliner Aids-Hilfe und die Deutsche AIDS-Hilfe. (mize)



#1 gastAnonym
  • 03.10.2016, 09:31h
  • Was für eine Augenwischerei!
    Die Tatsachen sehen etwas anders aus,nämlich:

    Wenn Truvada "dauerhaft" wirken soll, müsste man es ständig, regelmäßig einnehmen. Dieses, bzw. jedes HIV Medikament dass nur zu "bestimmten Zwecken und Zeiten", also unregelmässig eingenommen wird, wirkt bald nicht mehr.
    Der Körper entwickelt irgendwann eine Resistenz gegen dieses Medikament. Dadurch verringert sich die Auswahl der späteren HIV Behandlungsmöglichkeiten, zudem kann es auch zu Kreuzresistenzen kommen, wodurch noch weniger Medikamente gegen den Virus eingesetzt werden können.

    Denkt lieber über euer Sexualverhalten nach .
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#2 Was wäre wennAnonym
  • 03.10.2016, 12:53h
  • Mir wäre es lieber, wenn es gegen HIV endlich mal einen Impfstoff geben würde, denn ich traue der PrEP nicht!

    Haben sich die Medizin und die Pharmaindustrie in ihrer Euphorie nicht hin und wieder gefragt, daß es Menschen gibt, die bestimmte Wirkstoffe einfach nicht vertragen oder dagegen allergisch sind (die so genannte "Medikamentenunverträglichkeit")? Beispiel: ich leide seit der Kindheit an Asthma und darf keine Medikamente einnehmen, die Acetylsalicylsäure enthalten (in klaren Worten Aspirin); das bedeutet, wenn ich Kopfschmerzen habe, dann muß ich entweder ein Medikament mit Ibuprofen oder eines mit Paracetamol einnehmen.

    Was ich damit sagen will: die Pharmaindustrie sollte neben Truvada noch an einem weiteren Wirkstoff arbeiten.
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#3 andreAnonym
  • 03.10.2016, 13:43h
  • Wunder darf man eh nicht erwarten. Im Beipackzettel, den ich vor mir liegen habe steht : Sie können, während der Einnahme von Truvada, weiterhin Infektionen und andere HIV-assoziierte Erkrankungen bekommen.
    Kondom ist wohl, nach wie vor, die bessere Alternative. Zumal es noch vor anderen Krankheiten schützt. Und weil es Kondome gibt, wird keine Kasse, in Deutschland, Truvada bezahlen, denke ich.
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#4 PfoteAnonym
  • 03.10.2016, 14:48h
  • Antwort auf #3 von andre

  • "die Kasse wird es nicht bezahlen, denke ich"

    Na, dann habt ihr ja euer Ziel erreicht, wäre ja noch schöner, wenn jemand auf Kosten der Solidargemeinschaft bare rumvögeln könnte. *Sarkasmus aus*

    Seit 30 Jahren werden Kondome gepredigt, seit 30 Jahren infizieren sich immer noch Menschen mit HIV. Jetzt gibt es eine Chance, die Neuinfektionen zu reduzieren, aber das ist ja was ganz böses. Wenn man es mal richtig durchdenkt, dann ist es durchaus möglich, dass eine Prep mittelfristig Geld sparen und auch die Kassen zu diesem Schluss kommen.
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#5 ursus
  • 03.10.2016, 16:44h
  • Antwort auf #2 von Was wäre wenn
  • sicherlich ist der hinweis berechtigt, dass von bestimmten medikamenten nicht alle betroffenen profitieren, weil manche sie einfach nicht vertragen. das kann ja aber nicht bedeuten, dass wir nur medikamente entwickeln sollten, die wirklich alle vertragen. im idealfall sollte es halt für jede_n die passenden geben.

    "die Pharmaindustrie sollte neben Truvada noch an einem weiteren Wirkstoff arbeiten."

    da kann ich dich wirklich beruhigen: es wird an vielen ansätzen zur behandlung und heilung von hiv/aids parallel gearbeitet. u.a. wegen der erwähnten unverträglichkeiten gibt es ja bereits verschiedene hiv-medikamente.

    soeben machen britische forschungen schlagzeilen, die auf eine heilung hoffen lassen. allerdings ist diese hoffnung bisher - wie auch bei anderen ansätzen schon zu sehen war - nur ein schimmer, kein erwiesener durchbruch.

    www.pinknews.co.uk/2016/10/02/british-scientists-could-be-on
    -the-brink-of-creating-a-cure-for-hiv/
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#6 janxAnonym
#7 gastAnonym
  • 04.10.2016, 11:53h
  • Antwort auf #6 von janx
  • Dann erleuchte DU uns mit deiner Weisheit.
    Herzchen, ich BIN Betroffener! Ich HABE das Medikament eingenommen! ICH WEISS wovon ich rede!
    Bevor DU Wissen vorgaukelst, dass DU NICHT HAST oder versteckst dass du ein von der Pharmaindustrie bezahlter Kommentator bist, halt einfach deine Finger von den Tasten fern. Und halt dein dummes Mundwerk!
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#8 andreAnonym
  • 04.10.2016, 14:46h
  • Antwort auf #4 von Pfote
  • ....stimmt genau, weil die eben nicht immer ein Kondom benutzen. Es liegt also nicht am Kondom. Soviel zum Infizieren.
    Du kannst schimpfen wie Du willst. Glaube ich trotzdem nicht, daß die Kasse zahlt, ohne eine mögliche Beitragsehöhung, versteht sich. Übrigens ist in meinem ersten Beitrag nie die Rede davon, daß ich das nicht will. Was unterstellst Du mir? Aber es wird kein Grundnahrungsmittel, den Eindruck erweckt Dein Beitrag ein bißchen. Und der Satz aus dem Beipackzettel steht da wirklich. Gibt also keine Garantie auf Schutz. Kondom ist der beste Schutz, was ich gerade am eigenen Körper feststellen mußte. Ich meinte ich habe immer save.... Naja, Drogen und ein paar Quickies auf der Toilette diverser Berliner Clubs, in meinen Party-Jahren. Das ist 15 Jahre her. Pech gehabt. Bin keine 20 mehr, für die ist es schlimmer. Als mir, der Oberarzt das Testergebnis sagte, hab ich es hingenommen, nicht geheult und war ziemlich gleichgültig. Der Schock blieb aus. Ich dachte nur, warum aufregen, ich kanns eh nicht ändern. Ich nehme Truvada seit 3 Monaten, auf Rezept. Naja, ich bekomme es direkt in der Praxis. Dazu noch täglich Tivicay. Gleicher Preis wie Truvada übrigens. Danke der Solidargemeinschaft an dieser Stelle. Der Arzt meinte, ich schleppe das schon viele Jahre mit mir herum ohne es zu wissen. Die 2 HIV-Phasen habe ich "übersprungen", mir ging es sehr gut. Habe es nicht gemerkt. Erst festgestellt mit AIDS-Vollbild. Nach einem Zusammenbruch, schlagartig. Schweißausbrüche und ein paar mal umgefallen wie ein Brett. Ausbruch wenn man so will. Test im Krankenhaus. Nur noch 29 T-Helferzellen. Jetzt wieder auf 400. 500 wäre normal, glaube ich. Deshalb, immer schön Kondom benutzen. Auch in einer Partnerschaft. Weiß man was der Partner macht? Das wäre sehr naiv.
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#9 ursus
  • 04.10.2016, 16:30h
  • Antwort auf #8 von andre
  • kondome bleiben eine hervorragende und bewährte schutzmethode. das will niemand in frage stellen. aber auch kondome bieten keinen hundertprozentigen schutz, und auch die strategie "immer kondome benutzen" kann manchmal scheitern, wie ja dein eigenes beispiel illustriert (ich sage das ohne jeden vorwurf).

    die prep kommt da als eine ergänzung ins spiel, nicht als ersatz und nicht für alle. wir sollten diese neue option begrüßen. auch wenn sie ebenfalls nicht alle risiken ausschließen kann.

    in den usa übernehmen einige gesundheitskassen bereits in vielen fällen die kosten für prep, und man kann diesen kassen vermutlich nicht vorwerfen, die sache nicht gründlich genug durchzurechnen oder nur aus menschenfreundlichkeit zu handeln. die tatsache, dass es ja kondome gibt (nach allem, was ich weiß, gibt es die auch in den usa) scheint für diese kassen offenbar kein argument zu sein, nicht auch diese neue methode zu fördern. im eigenen interesse, in dem der betroffenen und sogar in dem der anderen beitragszahler_innen.
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#10 PfoteAnonym
  • 04.10.2016, 21:49h
  • Antwort auf #8 von andre
  • Naiv ist es vor allem, sich nicht regelmäßig testen zu lassen, ganz unabhängig davon, ob man Kondome benutzt oder nicht.

    Letztendlich sind Kondome auch nur "safer", nicht "safe".
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