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  • 04.10.2016, 15:48h           2      Teilen:   |

"Parteischädigendes Verhalten"

AfD will Nerstheimer aus Partei schmeißen

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Die AfD fürchtet vor der Bundestagswahl im nächsten Jahr offenbar, dass Politiker wie Kay Nerstheimer der Partei Stimmen kosten können (Bild: AfD Lichtenberg)

Das ging selbst der AfD zu weit: Mit seinen "unpassenden Facebook-Posts" über "degenerierte" Homosexuelle oder "Parasiten"-Flüchtlinge habe der Politiker der Partei schaden zugefügt.

Die Berliner AfD will den erst vor gut zwei Wochen ins Abgeordnetenhaus gewählten Kay Nerstheimer aus der Partei ausschließen. Der AfD-Landesvorstand habe beschlossen, einen entsprechenden Antrag beim Landesschiedsgericht zu stellen, erklärte Partei-Sprecher Ronald Gläser am Montag. Der Antrag, den 52-Jährigen wegen parteischädigenden Verhaltens auszuschließen, müsse laut "Tagesspiegel" noch formuliert werden.

Gläser behauptete, dass die Partei im Vorfeld kaum etwas über die Äußerungen ihres Kandidaten gewusst habe: "Ein Großteil dieser Dinge ist uns erst jetzt bekannt geworden." Auf die "unpassenden Facebook-Posts" sei seine Partei erst aufmerksam geworden, als in den Medien entsprechende Screenshots veröffentlicht worden sind. "Damit hat er unserer Partei großen Schaden zugefügt", so Gläser. Vorstandsmitglied Alice Weidel hatte zuvor die Befürchtung geäußert, dass Äußerungen wie die von Nerstheimer die AfD schwächten.

Nerstheimer hatte in der Vergangenheit auf Facebook Homosexuelle als "degeneriert", "widernatürlich" und "unnormal" bezeichnet und erklärt, dass man Kinder "vor so etwas" schützen müsse. Schwule und Lesben forderte er auf, sich in der Öffentlichkeit zurückzuhalten: "Also etwas leiser und die normalen Menschen nicht immer mit eurem Mist belästigen, dann klappt auch das Zusammenleben!" (queer.de berichtete).

Auch mit rassistischen Äußerungen machte er in Facebook-Einträgen zwischen 2014 und 2016 von sich reden: So bezeichnete er Flüchtlinge aus Syrien als "einfach widerliches Gewürm" und dunkelhäutige Menschen als "Bimbos". Asylbewerber erklärte er zu "Parasiten, die sich von den Lebenssäften des deutschen Volkes ernähren". Welche der Äußerungen die Berliner AfD-Spitze genau als Grenzüberschreitung ansieht, wurde zunächst nicht bekannt.

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Nerstheimer: "Flapsige" Antwort

Nach seiner Wahl hatte Nerstheimer die Aussagen gegen Homosexuelle heruntergespielt. So erklärte er auf Facebook, dass ihn Kommentare anderer Facebook-Nutzer zum Thema Homosexualität genervt hätten und er deshalb eine "flapsige Antwort" gegeben habe. "Es ging eigentlich am Anfang um das Aufdrängen der Minderheiten Meinung", schrieb der 1964 geborene Politiker.

Nerstheimer war Mitte September als einer von 25 AfD-Politikern in das Abgeordnetenhaus gewählt worden. Im Ostberliner Wahlkreis Lichtenberg 1 konnte er sich mit 26,0 Prozent sogar das Direktmandat sichern. Nach scharfer Kritik an seinen Äußerungen erklärte er, dass er nicht Teil der AfD-Fraktion werden würde (queer.de berichtete). Später beklagte er sich über eine Hexenjagd gegen seine Person (queer.de berichtete).

Freilich würde aus der AfD auch nach dem Ausschluss Nerstheimers keine LGBTI-freundliche Partei werden. In den letzten Wochen kam es immer wieder zu homofeindlichen Ausbrüchen in der Partei, die keinerlei Konsequenzen nach sich zogen. So war in der Nacht zur Abgeordnetenhauswahl bekannt geworden, dass ein Listenkandidat der Partei, der letztlich den Einzug ins Parlament knapp verpasste, als Burschenschaftler eine Regenbogenflagge in Brand gesetzt und dazu stolz posiert hatte (queer.de berichtete). Bei einer Landtagsdebatte in Sachsen-Anhalt hat ein AfD-Abgeordneter erst am Freitag gegen die "Normabweichung" Homosexualität polemisiert – die Partei wollte mit einem Antrag ein Landesprogramm zur Förderung der Akteptanz von LGBT zu Fall bringen (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: afd, kay nerstheimer, homophobie, abgeordnetenhaus
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Reaktionen zu "AfD will Nerstheimer aus Partei schmeißen"


 2 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
04.10.2016
15:51:23


(+5, 5 Votes)

Von Yannick


Aha, hätte es der Partei keinen Schaden zugefügt, wäre er wohl auch nicht rausgeschmissen worden...

Aber warten wir erst mal ab, was überhaupt daraus wird...


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#2
04.10.2016
16:39:39


(+3, 5 Votes)

Von michael008
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Nerstheimer --> Afd = Pars pro toto


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