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  • 05.10.2016, 06:03h               Teilen:   |

Kinostart "Closet Monster"

Das Schrecken des Coming-outs

Artikelbild
Der junge, kreative Oscar kämpft im tiefsten Provinzloch Neufundlands mit seinem Coming-out (Bild: Pro-Fun Media)

Das Regiedebüt "Closet Monster" des kanadischen Filmemachers Stephen Dunn ist eine bittersüße Coming-of-Age-Story mit sprechendem Hamster und blutigem Körperhorror.

Von Carsten Moll

Für Oscar ist das letzte Schuljahr angebrochen, Pläne für eine Zukunft in New York City werden schon geschmiedet. Doch bevor der Jugendliche der kanadischen Provinz endgültig entkommen kann, muss er sich zuerst seiner Vergangenheit stellen.

Denn nicht nur die Scheidung seiner Eltern vor einigen Jahren ist für den jungen Mann nach wie vor schmerzhaft, sondern auch ein Verbrechen, das er als Kind mitansehen musste, plagt Oscar: Die Vergewaltigung eines älteren schwulen Mitschülers hat den Jungen schwer traumatisiert und lässt ihn bis heute mit seiner eigenen Homosexualität hadern.

Dass für seinen Vater Peter homophobe Sticheleien zum guten Umgangston gehören, erschwert ein Coming-out zusätzlich. Aber Oscar ist nicht alleine, an seiner Seite sind stets seine beste Freundin Gemma und Buffy, Oscars sprechender Hamster. Mit dieser Unterstützung im Rücken sowie einer blühenden Fantasie stellt Oscar sich schließlich den Schrecken des Erwachsenwerdens.

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Eine altbekannte Story – und doch ganz anders

Poster zum Film: "Closet Monster" startet am 6. Oktober in deutschen Kinos - Quelle: Pro-Fun Media
Poster zum Film: "Closet Monster" startet am 6. Oktober in deutschen Kinos (Bild: Pro-Fun Media)

Im Grunde erzählt der kanadische Regisseur und Drehbuchautor Stephen Dunn in seinem autobiografisch geprägten Erstling eine altbekannte Geschichte: Ein jugendlicher Außenseiter reift in der Auseinandersetzung mit seinen Eltern sowie einer kleinstädtischen Umwelt heran und findet dabei zu sich selbst. Vor allem im queeren Kino sind Coming-of-Age-Filme nach diesem Muster weit verbreitet und mitunter fällt es da schwer, den Überblick zu behalten.

Dass "Closet Monster" seinem konventionellen Plot und stereotypen Figuren zum Trotz aus der Masse vergleichbarer Produktion herausstechen kann, hat mehrere Gründe. Zum einen vermischt Dunn in seinem Kinodebüt gekonnt verschiedene Genres: Im Kern ist "Closet Monster" zwar ein realistisches Drama, zahlreiche skurrile Einfälle bedienen sich allerdings freimütig bei Fantasy- und Gruselfilmen. Eine an David Cronenbergs Körperhorror-Szenarien gemahnende Bildsprache buchstabiert dabei auf bisweilen abstoßende, aber durchaus stimmungsvolle Weise die Erfahrungen eines schwulen Heranwachsenden aus.

Zwischen Witz, Grauen und Herzschmerz

Ein weiterer Faktor, der "Closet Monster" so besonders macht, ist die gelungene Inszenierung. Egal ob Oscar nun blutige Schrauben erbricht oder Dialoge mit seinem von Isabella Rossellini gesprochenen Hamster führt, der Regie gelingt es meist, den richtigen Ton zu treffen. Zwischen lakonischem Witz, blutigem Grauen und bittersüßem Herzschmerz findet Dunn eine ganz eigene Stimmungslage, die fasziniert.

Unterstützt wird der Filmemacher dabei durch die Kameraarbeit von Bobby Shore sowie den poppigen Elektro-Soundtrack von Maya Postepski und Todor Kobakov. Undenkbar wäre "Closet Monster" auch ohne seine Darsteller, die nicht nur kleine Schwächen im Drehbuch vergessen lassen, sondern zudem für einige Höhepunkte sorgen. Der Star des Films ist dabei jedoch eindeutig Hauptdarsteller Connor Jessup. Mit Bravour und großem Einfühlungsvermögen trägt der junge Schauspieler dieses Drama.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

  Infos zum Film
Closet Monster. Mystery-Drama. Kanada 2015. Regie: Stephen Dunn. Darsteller: Connor Jessup, Aaron Abrams, Joanna Kelly, Aliocha Schneider, Sofia Banzhaf, Mary Walsh, Isabella Rossellini. Laufzeit: 90 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch. FSK 12. Verleih: Pro-Fun. Kinostart: 6. Oktober 2016
Links zum Thema:
» Alle Kino-Termine bei Pro-Fun
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Closet Monster

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Tags: closet monster, kino, pro-fun, fantasy, coming-out, stephen dunn
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