Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 05.10.2016, 15:17h           46      Teilen:   |

Kritik an den Grünen

Kretschmann fordert mehr Politik für Heteros

Artikelbild
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) regiert seit der Landtagswahl im März zusammen mit der CDU (Bild: (cc) Metropolico.org / flickr)

Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident nennt die "klassische Ehe" die "bevorzugte Lebensform der meisten Menschen – und das ist auch gut so".

Zu Update springen: Kretschmann fühlt sich missverstanden

Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat seine Partei indirekt dazu aufgerufen, weniger Politik für Lesben und Schwule zu machen und stattdessen die Heterosexuellen in den Mittelpunkt zu stellen. "So ist und bleibt die klassische Ehe die bevorzugte Lebensform der meisten Menschen – und das ist auch gut so", schrieb der Landesvater in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit".

In dem Artikel für die morgige Ausgabe rief Kretschmann die Grünen zur Selbstkritik auf und machte sie sogar für die Wahlerfolge der AfD mitverantwortlich. Die "kulturelle Hegemonie" seiner Partei habe zum Aufstieg der Rechtspopulisten beigetragen. Angesichts einer umfassenden Modernisierung der Gesellschaft wachse bei vielen Menschen "das Gefühl der Überforderung zum Gefühl des Kontrollverlusts aus", so der Ministerpräsident. Nun gehe es darum, deutlich zu machen, "dass die neuen Freiheiten in der Lebensgestaltung ein Angebot und keine Vorgabe sind".

Fortsetzung nach Anzeige


Kretschmann: Grüne sollen das "Moralisieren" lassen

Darüber hinaus forderte Kretschmann seine Partei dazu auf, das "Moralisieren" zu unterlassen: "Wir sind keine Heiligen und werden es auch dann nicht, wenn man uns dazu machen will", heißt es in dem Beitrag für die "Zeit". Anstatt Vorgaben für die individuelle Lebensgestaltung zu treffen, sollten die Grünen sich auf den Kampf für eine gute Ordnung der Dinge konzentrieren.

Winfried Kretschmann ist seit 2011 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Bis zur Landtagswahl am 13. März 2016, bei der die Grünen mit 30,3 Prozent stärkste Partei wurden, regierte er mit der SPD, seitdem mit der CDU als Juniorpartner.

Im grün-schwarzen Koalitionsvertrag hatte sich die Union zwar bereit erklärt, den "Aktionsplan für Akzeptanz & gleiche Rechte" fortzuführen, das Ergebnis blieb jedoch aus LGBTI-Sicht deutlich hinter der grün-roten Vorlage zurück (queer.de berichtete). (cw)

 Update  17.22h: Update: Kretschmann fühlt sich missverstanden

Das baden-württembergische Staatsministerium hat noch am Mittwochnachmittag auf die Berichterstattung von queer.de reagiert. Bezugnehmend auf Kretschmanns Artikel für die "Zeit" und unsere Überschrift "Kretschmann fordert mehr Politik für Heteros" behauptet die Pressestelle: "Aus dem Text geht eine solche Schlussfolgerung wie in Ihrem Artikel nicht hervor und ist auch nicht beabsichtigt."

Das sehen wir anders. In dem Artikel des grünen Ministerpräsidenten, der uns vorliegt, aber erst in der morgigen Ausgabe der Wochenzeitung erscheint, heißt es zwar zum einen: "Die errungenen Freiheiten werden wir daher ohne Wenn und Aber verteidigen. Egal ob es um die neue Liberalität bei individuellen Lebensentwürfen, um Gleichberechtigung oder die Akzeptanz von Vielfalt geht."

Gleichzeitig schränkt Kretschmann seinen Einsatz für LGBTI-Akeptanz jedoch ein: "Es geht darum, dass jeder nach seiner Fasson leben kann und nicht darum, traditionelle Lebensformen abzuwerten oder die Individualisierung ins Extrem zu treiben. Individualismus darf nicht zum Egoismus werden, sonst wird gesellschaftlicher Zusammenhalt unmöglich. So ist und bleibt die klassische Ehe die bevorzugte Lebensform der meisten Menschen – und das ist auch gut so."

Darüber hinaus enthält Kretschmanns Artikel eine Passage, die man als Aufforderung an LGBTI-Aktivsten deuten kann, sich zurückzunehmen und verbal abzurüsten: "Auf der einen Seite erleben wir eine tendenziell übersteigerte politische Korrektheit, auf der anderen Seite das krasse Gegenteil: einen Verbalradikalismus und eine Verrohung der Sprache. Wir müssen eine neue Tonlage finden, getragen von Klarheit und Respekt. Auf diesem Boden kann unsere politische Kultur gedeihen."

Die Forderung nach Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare enthält Kretschmanns Text nicht. Warum der Ministerpräsident ausgerechnet das Wowereit-Zitat im Zusammenhang mit heterosexuellen Ehen verwendet, erklärte das Staatsministerium nicht. (mize)

 Update  17:54h: Kompletter Artikel online

Der gesamte Artikel "Große Aufgaben, grüne Verantwortung" ist nun auf der Homepage der Landesregierung verfügbar.

 Update  06.10., 05:15h: Wir kommentieren

Micha Schulze kommentiert die Thesen des grünen Ministerpräsidenten: Kretschmann und die Brandstifter

Mehr zum Thema:
» Kommentar zum Thema: Kretschmann und die Brandstifter (06.10.2016)
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 46 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 2455       85       3     
Service: | pdf | mailen
Tags: winfried kretschmann, klassische ehe, baden-württemberg
Schwerpunkte:
 Bündnis 90/Die Grünen
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Kretschmann fordert mehr Politik für Heteros"


 46 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
05.10.2016
15:25:17


(+12, 16 Votes)

Von UrsaMajor


Um Himmels willen. Das ist ja bestes CDU-Sprech.

Ich weiß schon, warum ich den Grünen schon vor Jahren den Rücken gekehrt habe.

Herr Kretschmann, wenn Sie Vorgaben nicht mögen, dann machen Sie bitte nicht mit einfachen rhetorischen Tricks IHRE Vorgaben. Ich höre hier die 1950er Jahre zurückkommen - aus dem Mund einer einst (lange ist's her!) progressiven Partei.

Und wende mich mit Grauen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
05.10.2016
15:34:46


(+11, 15 Votes)

Von AliCologne
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 17.09.2013


Jetzt fällt auch bei den Grünen langsam die Maske. Mit solchen Aussagen sorgt man dafür, das die AfD in ihrer Homophobie bestätigt wird.

Als wären die SPDler nicht schon Verräter fangen nun auch Grüne damit an.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
05.10.2016
15:40:16


(+7, 13 Votes)

Von Reto77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Nein Herr Kretschmann, Sie werden nächstes Jahr trotz Ihres Sprungs nach rechts nicht Bundeskanzler einer Koalition Grün-Union-AfD. Und schon gar nicht, wenn Sie Ihre LGBTI Stammwähler verarschen. Was hören wir als nächstes von Ihnen? Atomkraftwerke und Fracking sind super und Flüchtlinge der Untergang des Abendlands?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
05.10.2016
16:04:47


(+5, 9 Votes)

Von Lavendelschwert
Antwort zu Kommentar #3 von Reto77


na ja die Grünen haben Hart4 mit eingeführt und sind mitverantwortlich für den Krieg in Jugoslawien wo sie gezielt die UCK gefördert haben, die in Bosnien bekanntermaßen einen Islamischen Gottes-
staat ( ohne LBGT-Menschen) einführen wolen.
Wahrscheinlich wird es bald ein Partei-Auschluß
von Volker Beck geben

Es ist Zeit aufzuwachen der Roll Back findet immer mehr Anhänger...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
05.10.2016
16:15:27


(+10, 10 Votes)

Von AntiFanti
Aus Berlin
Mitglied seit 02.04.2013


...und das ist auch gut so?
Warum sollte das "gut so" sein? Weder Hetero- noch Homosexualität sind gut oder schlecht oder zu bevorzugen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
05.10.2016
16:16:42


(+10, 10 Votes)

Von maaaaartin


ja, mit diesem grundgesetz und alle menschen sind gleich blah blah muss man den wähler nicht verwirren.... kostet nur stimmen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
05.10.2016
16:19:34
Via Handy


(+7, 11 Votes)

Von Traurig


Ein Rechtsruck rollt durchs Land und das betrifft auch zunehmend linke Kreise.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
05.10.2016
16:36:08


(+8, 12 Votes)

Von Marek


Was für ein Spinner... Da will ersich wohl wieder mal im erzkonservativen Ländle irgendwelche Ewiggestrigen anbiedern.

Dabei vergisst er, dass GLBTI eine der größten Wählergruppen der Grünen sind, die auch ihm seine Macht, sein Einkommen und seine Pensionsansprüche sichern. Was passiert, wenn Parteien ihre GLBTI-Wähler missachten, haben wir ja bei der FDP gesehen...

Übrigens:
die "klassische Ehe" ist keinen Deut besser als eine gleichgeschlechtliche Ehe. Nicht schlechter, aber eben auch nicht besser. Im übrigen geht es ja darum, die "klassische Ehe" zu öffnen und eben keine separate Homo-Ehe zu haben. Und ob wirklich "die meisten Menschen" eine klassische Ehe bevorzugen ist angesichts stetig rückgängiger Ehe-Schließungs-Zahlen zumindest fraglich.

Aber gut:
jetzt wissen wir, woran man bei Kretschmann ist. Jetzt müssen die Bundes-Grünen zeigen, ob sie den noch im Griff haben oder ob er dem Rest der Partei seinen Willen diktiert. Falls die Grünen den nicht zur Raison bringen, fallen die Grünen halt für uns weg.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
05.10.2016
16:42:21


(+8, 12 Votes)

Von Fennek


"In dem Artikel rief Kretschmann die Grünen zur Selbstkritik auf und machte sie sogar für die Wahlerfolge der AfD mitverantwortlich."

Nein, Herr Kretschmann,

nicht die Grünen haben die AfD stark gemacht, sondern Menschen wie Sie. Wölfe im Schafspelz, die den braven Biedermann geben, aber dann in einer "Man wird ja wohl noch sagen dürfen"-Manier irgendwelchen religiösen Fanatikern und anderem braunen Gesindel nach dem Mund reden bzw. deren untragbare Positionen sogar noch relativieren und die Schuld bei anderen suchen.

Aber wahrscheinlich sind Sie schon so sehr in ihre eigenen Sphären abgehoben, dass Sie wirklich glauben, nur Sie würden alles verstehen und durchschauen und alle anderen seien zu dumm.

Nicht Menschen, die sich FÜR Vielfalt einsetzen, machen die AfD stark, sondern Menschen wie Sie die Verständnis für die AfD zeigen und die Schuld bei anderen suchen. Und die solchen Leuten nach dem Mund reden. Das nennt man übrigens Populismus. Und diese populistische Schiene scheinen Sie jetzt auch versuchen zu wollen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
05.10.2016
16:45:46


(+4, 8 Votes)

Von Toli


""Wir sind keine Heiligen und werden es auch dann nicht, wenn man uns dazu machen will", heißt es in dem Beitrag für die "Zeit"."

Hahahahaha. Keine Bange Herr Kretschmann, kein Mensch auf der ganzen Welt sieht sie und ihre Partei als Heilig an und niemand versucht sie dazu zu machen.
Die Aussage ist genau so anmaßend, wie die häufig geäußerten Sätze, man müsse Politik nur besser erklären.
Weder sind die Bürger so doof um Auswirkungen von Politik nicht zu merken, noch brauchen wir selbstverliebte Politiker, die fishing for compliments gemäß anderen das Wort Heilig in den Mund legen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Magdeburg: Einstimmiger Beschluss für Hirschfeld-Gedenktafel "Tapetenwechsel 2.0" im Schwulen Museum* Studie: Intimrasur erhöht Krankheitsrisiko Mehr Geld für LGBTI-Projekte im Norden
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt