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Der Eisenbahnschlosser Hans Hagen starb 1941 nach einer Haftstrafe wegen Verstoßes gegen den Paragrafen 175 im KZ Sachsenhausen (Bild: privat)

Auf Initiative der Rosa Strippe wird in Gelsenkirchen und erstmals in Remscheid an Männer erinnert, die im KZ den Rosa Winkel tragen mussten.

In Remscheid und Gelsenkirchen wurden am Donnerstag und Freitag vier neue Stolpersteine verlegt. Sie erinnern auf Initiative der Rosa Strippe Bochum an Josef Wesener aus Gelsenkirchen sowie die Remscheider Max Penz, Hans Hagen und Alfred Sigismund, die im Dritten Reich als Homosexuelle verfolgt wurden.

Die drei Männer aus Remscheid starben in Konzentrationslagern, während Lokführer Josef Wesener (Jahrgang 1903) die Verfolgung und die KZ-Deportationen nach Neuengamme, Buchenwald und Mittelbau-Dora überlebte. Er konnte nach 1945 nicht in seinen Beruf zurückkehren, wurde Bergmann, erkrankte an den Folgen der KZ-Drangsalierung psychisch, wurde später unter Betreuung gestellt und starb dement 1987 in Düsseldorf.


Stolperstein für Josef Wesener

Der Eisenbahnschlosser Hans Hagen (Jahrgang 1904) war Jugendobmann und wurde als Vorsitzender des Fußballvereins Lüttringhausen verhaftet, er starb nach einer Haftstrafe wegen Verstoßes gegen die Nazifassung des Paragrafen 175 im KZ Sachsenhausen im Jahr 1941.

Fingierte Todesursache: "Kopfschuss bei Fluchtversuch"

Der Arbeiter Max Penz (Jahrgang 1899) starb bei einer zielgerichteten Mordaktion gegen Homosexuelle im Sommer 1942 im KZ Sachsenhausen, bei der allein im Juli und August fast 100 Homosexuelle ermordet wurden. In vielen Totenscheinen stand wie bei Max Penz die fingierte Todesursache: "Kopfschuss bei Fluchtversuch".


Stolperstein für Max Penz

Alfred Sigismund (Jahrgang 1902), verheiratet in Belgien, Vater eines Sohnes, von Beruf Dreher und Schiffskoch, wurde wegen gemeinsamer Onanie mit Auszubildenden im Betrieb verurteilt, nach Haft deportiert in das KZ Sachsenhausen, von dort in das KZ Neuengamme bei Hamburg, wo er zu einem unbekannten Zeitpunkt im Jahr 1943 starb.


Stolperstein für Alfred Sigismund

Keine Anerkennung als Verfolgte des NS-Regimes

Die Verwandten von Alfred Sigismund und Hans Hagen stellten nach 1945 in der Bundesrepublik Anträge auf Anerkennung der Ermordeten als NS-Verfolgte. Diese Anträge wurden von den Behörden abgelehnt. Zu verantworten hatte das die Adenauer-Regierung, die im Bundesentschädigungsgesetz ausdrücklich Homosexuelle nicht berücksichtigte. Schwule Männer wurden statt dessen erneut massiv diskriminiert. Die Nazifassung des Paragrafen 175 blieb bis 1969 unverändert in Kraft. Die Verfolgung ging nach 1945 unvermindert weiter, lediglich KZ-Deportationen entfielen.

Die Initiative für die Stolpersteine und die Recherchen gingen von Jürgen Wenke aus, einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der Rosa Strippe. Der Verein, der auf seiner Homepage ausführlich über die Homosexuellen-Verfolgung im Nationalsozialismus und in der frühen Bundesrepublik informiert, sucht weitere Paten für zukünftige Stolpersteine. (mize/pm)



#1 GeorgFalkenhagenProfil
  • 07.10.2016, 19:07hBremen
  • Tote "unserer Art", die wir nie vergessen dürfen. Um aktiv zu bleiben bei der Durchsetzung unserer Rechte, die auch Menschenrechte sind. Wer dabei mitmacht ist egal, es dürfen auch Promi-Heteros sein ...
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#3 tti3_alliance
#4 hugo1970Profil
#5 NickAnonym
  • 09.10.2016, 08:09h

  • Das Adenauer-Regime hievte auch sämtliche SS und NSDAP Verbrecher wieder auf hohe Posten.

    Der "Verfassungsschutz" und der BND wurden von Nazis gegründet.

    Der persönliche Vertraute von Adenauer war in der WaffenSS.
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