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Im Kino: "Théo & Hugo"

Verliebt beim schwulen Gruppensex


Die beiden Protagonisten Théo und Hugo kommen sich spät in der Nacht in einem schwulen Pariser Sexclub näher (Bild: Edition Salzgeber)

Der Liebesfilm "Théo & Hugo" beginnt mit einer berauschenden Orgie und erkundet dann an der Seite seiner turtelnden Helden Paris im Morgengrauen. Ab 11. Oktober im Kino.

Von Carsten Moll

Morgens um halb fünf im Pariser Sexclub "L'Impact": Zwischen nackten Männerkörpern und gierigen Blicken aus jeder Ecke verguckt sich der schüchterne Théo in Hugo. Während Théo nur noch Augen für den jungen Mann hat, der da in der Mitte des Raums auf einem Podest fickt, hat dieser seinen Bewunderer noch gar nicht bemerkt.

Langsam erst nähern sich die Körper der beiden im Gewimmel der schwulen Orgie an und finden schließlich zu einem ersten Kuss zueinander – ein Kuss, bei dem sowohl Théo wie auch Hugo mit ihrem Schwanz noch jeweils in einem anderen Kerl stecken.

20 Minuten traumhafter Sex


Poster zum Film: "Théo & Hugo" läuft ab 11. Oktober in der queerfilmnacht der Edition Salzgeber. Regulärer Kinostart ist der 20. Oktober

Bemerkenswerte 20 Minuten nehmen sich die Filmemacher Olivier Ducastel und Jacques Martineau ("Meeresfrüchte") Zeit, um die Protagonisten ihres Liebesfilms beim Sex zu zeigen.

Allen Blowjobs und Erektionen zum Trotz hat diese Aufsehen erregende Eröffnungsszene dabei wenig mit einem Porno gemein: Der schwelgerische Soundtrack sowie ins Traumhafte treibende Bilder machen ebenso wie das Desinteresse am Cumshot deutlich, dass es hier um mehr als die sexuelle Stimulation des Publikums gehen soll.

Stattdessen gelingt es dem Regie-Duo, das auch für das Drehbuch verantwortlich ist, seine Hauptfiguren anhand der Sexszene auf pointierte Weise zu charakterisieren. Wenn Théo und Hugo den Cruising-Club schließlich händchenhaltend verlassen, sind die Zuschauer bereits mit weitaus mehr vertraut als bloß mit den Körpern der Protagonisten.

Einnehmende Alltäglichkeit und kribbelnder Zauber

Zudem soll der Geschlechtsverkehr zwischen den Helden eine wichtige dramatische Weiche stellen: Denn die beiden haben im Eifer des Gefechts vergessen, ein Kondom zu benutzen, und Hugo ist HIV-positiv, wie er nun klarstellen muss. Was in anderen Filmen gleich als großer Schock die gesamte Dramaturgie aus der Bahn werfen würde, bleibt in "Théo und Hugo" nur eine Episode unter vielen. Im Modus eines nüchternen Aufklärungsfilms begleiten Ducastel und Martineau ihre Titelfiguren beim Gang zum Krankenhaus, wo Théo gleich eine 28-tägige prophylaktische Dreifachtherapie beginnt.

Das ernste Thema HIV ist damit zwar nicht ganz vom Tisch, aber muss nicht als alleiniger Motor der Geschichte herhalten, sondern wird wie vieles in diesem außergewöhnlichen Liebesfilm mit einnehmender Alltäglichkeit betrachtet. Beinahe nüchtern wirkt "Théo & Hugo" dabei auf den ersten Blick, wenn die Titelhelden einfach nur durch dunkle Pariser Straßen ziehen und sich über das Leben und die Literatur unterhalten. Dabei ist unter der Oberfläche jedoch stets ein Kribbeln spürbar, das dem Gewöhnlichen und Altbekannten den Zauber der Erstmaligkeit entlockt.

Viel näher, als dies "Théo und Hugo" gelingt, kann ein Film dem Gefühl des Verliebtseins also vielleicht gar nicht kommen.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zum Film

Théo & Hugo (Originaltitel: Théo et Hugo dans le même bateau / Paris 05:59). Drama. Frankreich 2016. Regie: Olivier Ducastel, Jacques Martineau. Darsteller: Geoffrey Couët, François Nambot, Mario Fanfani, Jeffry Kaplow, Claire Deschamps, Georges Daaboul, Marief Guittier. Laufzeit: 97 Minuten. Sprache: französische Originalfassung. Untertitel: Deutsch. Verleih: Edition Salzgeber. Kinostart: 20. Oktober 2016 (und bereits ab 11. Oktober in der queerfilmnacht)
Galerie:
Théo & Hugo
8 Bilder


#1 Sukram71Profil
  • 09.10.2016, 10:46h Bonn

  • Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man in der schwulen Sauna beim Sex Freunde und Partner fürs Leben finden kann. :)

    Sex ist einfach mit die schönste Art und Weise andere Menschen kennen zu lernen. Man merkt dabei ja, ob es funkt und knistert. :)
    Und wenn es beim Sex nicht passt, dann hat ja auch der Rest keinen Zweck.
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#2 cologne2erAnonym
  • 11.10.2016, 16:08h
  • Antwort auf #1 von Sukram71

  • Ganz ehrlich, ich möchte auf keinen Fall so einen als Partner haben, in was für einer Welt Leben wir eigentlich. Es ist jetzt schon klar das diese Partnerschaft keine Zukunft hat auch wenn es nur ein Film ist,es spiegelt sich auch in der Realität wieder Homosexuelle sind wirklich so. Oft schäme ich mich Homosexuell zu sein.
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