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Donald Trump und Hillary Clinton lieferten sich in der zweiten Debatte eine Schlammschlacht (Bild: ABC Screenshot)

Bei der Präsidentschaftsdebatte erwähnte nur Hillary Clinton LGBTI-Rechte. Mit Anderson Cooper moderierte zum ersten Mal ein offen schwuler Mann die Debatte – Trump und seinen Anhängern gefiel das nicht.

LGBTI-Rechte spielten bei der zweiten Präsidentschaftsdebatte zwischen der Demokratin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump am Sonntag nur am Rande eine Rolle. Beim dem von mehreren Sendern live übertragenen 90-minütigen Schlagabtausch schnitt Clinton das Thema lediglich an, als sie nach danach gefragt wurde, nach welchen Kriterien sie Kandidaten für den Obersten Gerichtshof der USA nominieren werde: "Ich will einen Supreme Court, der sich für das Recht von Frauen, sich für eine Abtreibung zu entscheiden, einsetzt und die Gleichstellung im Ehe-Recht befürwortet", sagte die 68-Jährige.

Clinton fuhr fort, dass Trump mehrere erzkonservative Kandidaten für den Supreme Court vorgeschlagen habe, die Schwulen und Lesben das Recht auf Eheschließung wieder entziehen und auch Abtreibungen verbieten wollten. "Ich denke, das wäre ein schrecklicher Fehler und würde uns weit zurückwerfen."

Trump nennt Homo-Hasser Antonin Scalia als Vorbild

In seiner Antwort ging Trump nicht direkt auf die Ehe für alle ein, erklärte aber, er würde gerne einen Richter wie den im Juli verstorbenen Antonin Scalia ernennen. Scalia, der 1986 von Ronald Reagan ins Richteramt gehievt worden war, gehörte zu den erbittertsten Homo-Gegnern im Gericht. Er hatte etwa für die "Sodomy Laws" gestimmt, mit denen Homosexualität in manchen Bundesstaaten unter Strafe gestellt wurden, und nannte zuletzt 2015 die vom Supreme Court angeordnete Öffnung der Ehe eine "Gefahr für die amerikanische Demokratie".


Trump erklärte, er sei ein Fan des Anfang des Jahres verstorbenen Richters Antonin Scalia

Die Entscheidung für die Ehe für alle war im vergangenen Jahr mit fünf zu vier Richterstimmen äußerst knapp ausgefallen (queer.de berichtete). LGBTI-Aktivisten befürchten, dass ein Präsident Trump in einer mindestens vierjährigen Amtszeit eventuell mehrere Richter im neunköpfigen Supreme Court neu ernennen könnte, die dann die Ehe-Öffnung wieder rückgängig machen oder in anderen Bereichen LGBTI-Rechte beschneiden könnten.

Trump erklärte während de Debatte, er werde der Präsident für "alle Amerikaner" sein. Das wurde allerdings sofort via Twitter von der größten LGBTI-Organisation des Landes, der Human Rights Campaign, angezweifelt: "Donald Trump ist nicht der Präsident des ganzen Volkes. Seine Rhetorik gegen LGBTI, Muslime, Latinos und andere hat keinen Platz in Amerika."

Die Debatte war geprägt von dem am Freitag veröffentlichten Video aus dem Jahr 2005, in dem Trump in einem Privatgespräch mit Moderator Billy Bush mit sexuellen Übergriffen auf Frauen prahlt ("Wenn Du ein Star bist, lassen sie dich alles machen. Ihnen an die Muschi fassen, alles"). In der Debatte bezeichnete Trump dies verharmlosend als "Locker Room Talk" (Umkleidekabinen-Geplapper), wie er unter Männern eben üblich sei. Die "National LGBTQ Task Force" merkte dazu via Twitter an: "Ihr wollt Umkleidekabine-Geplapper? Dann lasst uns darüber reden, wie LGBTQ-Menschen, inklusive Trans-Kids, im Umkleiden angegriffen werden."

Angriffe auf den schwulen Moderator

Im Vorfeld hatte es viel Aufregung um den Moderator gegeben: Mit dem CNN-Journalisten Anderson Cooper co-moderierte an der Seite der ABC-Journalistin Martha Raddatz schließlich erstmals ein offen schwuler Mann eine Präsidentschaftsdebatte. Bereits vor der Debatte hatte Trump jedoch den Journalisten angegriffen – und ihm vorgeworfen, Teil einer "Lügenpresse" zu sein: "Ich denke nicht, dass Anderson Cooper Moderator sein sollte", sagte er vergangene Woche in der "Washington Post". "Ich habe gesehen, wie sich Anderson Cooper verhält. Er ist sehr, sehr einseitig." Auch während der Debatte kritisierte Trump den Moderator wiederholt als einseitig, wenn dieser kritischen Frage stellte. Das LGBTI-Magazin "Advocate" warf Trump und seinen Anhängern vor, Cooper wegen seiner Homosexualität mehr zu kritisieren als andere Journalisten, um unter Homo-Feinden Stimmen zu sammeln.


Die Moderatoren Anderson Cooper und Martha Raddatz bei der Debatte.

In den letzten Wochen war von Trump wenig zu LGBTI-Fragen zu hören gewesen. Seine Unterstützer warben allerdings regelmäßig mit Homophobie für ihren Kandidaten: So erklärte Ben Carson, einstiger Trump-Kokurrent im Vorwahlkampf und heute einer seiner größten Anhänger, vor christlich-konservativen Aktivisten am Freitag, dass die Ehe für alle zu "Massentötungen" führen würde, weil sie die gesellschaftlichen Konvention über den Haufen werfe: "Der Frieden, den wir heute erleben, wird nur noch eine Erinnerung sein. Diese Nation steht derzeit zwischen Frieden und heillosem Chaos." Wenn man eine göttliche Regel – die traditionelle Ehe – außer Kraft setze, hätte das eine "Lawine" zur Folge. "Dann wird jeder für sich selbst sein, jeder Mensch wird entscheiden, was gut und schlecht ist, und das kann nicht gutgehen", so Carson. (dk)

Direktlink | Die gesamte Debatte



#1 Paulus47Anonym
  • 10.10.2016, 13:28h
  • Wollen wir hoffen, dass Hillary Clinton die Wahl gewinnt.

    Als Liberaler unterstütze ich die Demokraten in den USA.
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#2 Patroklos
#3 hugo1970Profil
#4 markusbln11Anonym
  • 10.10.2016, 21:35h

  • Ich bin auch für hilary clinton. Und wieviel minus sammle ich damit? Ich bin überrascht, wie die kommentare vor mir bewertet wurden.

    Warum? Kann mich jemand aufklären?
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#5 hugo1970Profil
#6 Patroklos
#7 PatrosKloAnonym
#8 Patroklos
#9 jaseAnonym
  • 11.10.2016, 02:59h
  • Clinton ist schlimm, aber Trump ist schlimmer.

    Clinton ist das geringere Übel.

    Clinton ist auch eine Lügnerin und war in der Vergangenheit eiskalt gegen die Ehe für alle.

    vimeo.com/151270083

    Clinton ist machtgeil ohne Ende und nimmt für die Macht jede Position ein, wenn es ihr nur nützt an die Macht zu kommen. Trump ist viel schlimmer, aber Clinton hat auch viel Scheiße auf dem Kerbholz. Clinton nimmt für bezahlte Reden vor der Finanzlobby hunderttausende Dollar pro Rede. Steinbrücks Redehonorar ist nichts dagegen. Clinton wird Politik für die Finanzlobby machen und wurde deswegen so gut für Reden hinter verschlossenen Türen bezahlt. Scheiß Politiker.
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#10 Martin28a
  • 11.10.2016, 04:25h
  • Wieso sollte sie denn nicht gewinnen ?
    Nach den ganzen Skandalen ist doch die Wahl gelaufen, Clinton gewinnt das, dass wäre ja kaum möglich, dass dieser Trump noch Präsident wird, nach den ganzen Vorfallen, ich hab da keine Zweifel, mich wundert nur, dass er überhaupt so weit gekommen is, is da alles bei den Vorwahlen mit recht Dingen zu gegangen ??
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