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  • 10.10.2016, 15:13h           8      Teilen:   |

Starker Anstieg von homophober Gewalt nach Brexit

Studien: Volksentscheide können für Schwule und Lesben gefährlich sein

Artikelbild
Beim irisichen Referendum über die Ehe für alle argumentierten die Homo-Gegner, dass eine Gleichstellung Kinder gefährden könnte

Polarisierende Volksentscheide führen zu seelischer und körperlicher Gewalt gegen Minderheiten, auch Homosexuelle. Das zeigen Studien zum irischen Ehe-Referendum und britischen Brexit-Votum.

Die direkte Demokratie kann eine Gefahr für Schwule und Lesben sein, wenn Volksentscheide die Debatte um Minderheitenrechte anheizen. Eine am Wochenende veröffentlichte Umfrage unter mehr als 1.600 Schwulen und Lesben in der Republik Irland zeigt, dass weniger als ein Viertel der Befragten noch einmal durch ein Referendum wie im Jahr 2015 gehen will, weil die Homo-Gegner mit aggressiver homophober Rhetorik gearbeitet hätten.

Bei der Umfrage erklärten drei von vier der Befragten auch, dass sie wütend auf die Rhetorik der Homo-Gegner waren. Zwei von dreien sagte sogar, dass ihnen die Aussagen Angst eingejagt hätten.

"Die Zahlen zeigen, dass das negative Gefühl während der Kampagne weit verbreitet war", sagte Sharon Dane von der University of Queensland in Australien, eine der Autorinnen der Studie. Das Referendum habe die meisten Schwulen und Lesben seelisch sehr belastet. Viele der Befragten hätten den Forschern in eindringlichen Worten beschrieben, dass die negativen Folgen einer solch polarisierenden Kampagne "auch nach der Abstimmung anhalten, obwohl die meisten Menschen für die Ehe-Öffnung gestimmt haben." So hätten jüngere Befragte beispielsweise davon erzählt, dass sie wegen der Kampagne Tiraden von Großeltern am Essenstisch hätten erleben müssen, die darüber gesprochen hätten, wie "widerlich" Schwule und Lesben seien.

Die Studie wurde von "Parents and Friends of Lesbians and Gays Australia" finanziert. Die Organisation spricht sich gegen ein von der konservativen Regierung geplantes Referendum in Australien aus, weil sie ähnliche Verwerfungen fürchtet – stattdessen solle das Parlament die Ehe für Schwule und Lesben direkt öffnen. Während das Referendum in Irland wegen einer Verfassungsänderung rechtlich notwendig war, ist es in Down Under rein rechtlich unnötig und zudem unverbindlich.

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Großbritannien: Zahl der homophoben Attacken seit Brexit mehr als verdoppelt

Eine ebenfalls am Wochenende veröffentlichte britische Untersuchung der LGBTI-Organisation Galop zeigt, dass auch der Brexit-Volksentscheid entscheidende Auswirkungen auf Schwule und Lesben gehabt hätte: In den drei Monaten nach dem Referendum habe demnach die Zahl der gegenüber der Organisation gemeldeten Hass-Verbrechen gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 147 Prozent zugenommen.

LGBTI-Aktivisten führen das unter anderem auf die aufgeheizte Stimmung zurück, die das Brexit-Lager während des Wahlkampfes gegen Minderheiten aufgebaut habe. Dabei sei der insbesondere auf Ausländer gerichtete Hass auch auf andere Gruppen – etwa Schwule und Lesben – übergesprungen.

Offiziellen Zahlen zufolge haben auch Übergriffe auf britische Immigranten und Ausländer stark zugenommen. Für Aufsehen sorgte insbesondere der Mord an einem polnischen Migranten, der im Süden Englands von sechs Jugendlichen offenbar aus Ausländerhass auf offener Straße zusammengeschlagen wurde und später seinen Verletzungen erlag. (dk)

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Tags: studie, großbritannien, irland, volksentscheid, australien
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Reaktionen zu "Studien: Volksentscheide können für Schwule und Lesben gefährlich sein"


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
10.10.2016
18:49:49
Via Handy


(+3, 5 Votes)

Von markusbln11


Minderheitenrechte können kein gegenstand von volksabstimmungen sein. Minderheitenrechte sind ein veritabler gegenstand der repräsentativen demokratie.

Da sind sie am besten aufgehoben. Unter anderem aufgrund der im artikel geschilderten folgen und randbedingungen.

So erwarte ich von volksvertretern den entsprechenden mumm, ja oder nein zu sagen - zur ehe für alle etwa oder den rechten von arbeitsmigranten im UK. Dafür wurden die volksvertreter auch gewählt.


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#2
10.10.2016
21:34:21


(+3, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


So sehr ich die Demokratie liebe und verteidige, VOLKSENTSCHEIDE SIND GEGEN DIE DEMOKRATIE, weil wie auch im Artikel beschrieben wird, viele demokratiefeinde mit unlauteren Mittel die Menschen zu beeinflußen.
Über Rechte darf nicht entschieden werden, RECHTE MUß MAN WAHREN!!!!!


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#3
10.10.2016
23:01:57


(-5, 5 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von hugo1970


Mit dieser Einstellung solltest Du schon mal nicht in die Schweiz einreisen, weil die sich nicht ihre funktionierende direkte Demokratie abspenstig machen läßt!


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#4
10.10.2016
23:21:00
Via Handy


(+3, 5 Votes)

Von PatrosKlo
Antwort zu Kommentar #3 von Patroklos


Du meinst so wie DU mit deiner Einstellung nicht in Österreich einreisen solltest?


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#5
10.10.2016
23:44:24


(+5, 5 Votes)

Von Alice
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die Aussage der Studie wundert mich nicht.

Auf jedem Schulhof kann man am Verhalten "der Masse" ablesen, dass nur dann mit Minderheiten achtsam umgegangen wird, wenn es die Masse will, wenn sie uninteressant sind oder wenn sie von "Stärkeren" beschützt wird.
Damit dürfte jede* von uns Erfahrung gesammelt haben.

Geht es um gegensätzliche Positionen so wird der Graben zwischen ihnen durch Stimmungsmache immer breiter ... liest man auch hier im Forum (Hass auf ALLE Religionen z.B. - ich bin nicht religiös und finde es trotzdem nicht richtig).

Besieht man sich etwa manche Füßballfans, so stell man fest dass sie ja alle den gleichen Sport mögen und jedem sollte klar sein, dass eine Mannschaft alleine kein Spiel spielen kann und doch müssen hunderte von Polizisten eingesetzt werden um etwa bei Freundschaftsspielen brennende Innenstädte zu vermeiden.

Bei einem Volksentscheid wird der Verlierer durch die Entscheidung abgestraft - das mag nicht jeder! Und viele sind nachtragend. Die einmal aufgebaute Spaltung ist nach der Entscheidung noch lange nicht vergessen.

Deswegen ist ja auch die Verzögerungstaktik beim Ehe-Recht der Gesellschaft nicht zuträglich: Angstmacher bekommen ihre Spielwiese. "Gefahr für die Ehe durch Erweiterung dieser auf einen weiteren berechtigten Personenkreis!", "Weltkrieg gegen die Ehe" so ein Unsinn - aber es wird angenommen, zumindest bleibt ein Unwohlsein, Unsicherheit oder ein unangenehmes Bauchgefühl zurück ("Wenn der Papst das doch sagt!" und der "Kardinal" und Onkel Adolfranz hat das damals auch schon gesagt !)

Würden/könnten wir uns gefallen lassen wenn eine genügend verängstigte Mehrheit entscheiden würde uns aus ihrer Mitte entfernen zu lassen, etwa wegen "Gefahr für die Kinder(seelen)!","Zerstörung unserer Wurzeln!", "Vernichtung des Glaubens!", "Unterwanderung der Gesellschaft!", "Große Weltverschwörung!", "Diktatur einer Minderheit!" ??
Für manche Entscheidungen ist die Mehrheit nicht professionell genug und zu leicht in Angst zu versetzen. Es ist noch nicht lange her, da wollten die meisten Deutschen die Todesstrafe wieder einführen. Insbesondere dann wenn gerade eine medienträchtige Kindesentführung im Gange ist und die Bildzeitung dazu ihre Meinung bildet.
Manche Entscheidungen sind auch einfach keine Angelegenheit der Mehrheit - sie ergeben sich oft aus Grundprinzipien, wie etwa die Gleichstellung der Ehe, die Nichtdiskriminierung von LSBTTIQ.
"Darf eine 81 jährige Frau einen 18 jährigen ehelichen?" Ja das darf sie, obwohl viele das für moralisch Verwerflich halten.
"Dürfen sich Männer, die mit ihrem Kind auf einem Kinderspielplatz sind, küssen während andere Kinder anwesend sind und _das_ sehen könnten?"


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#6
11.10.2016
05:51:11


(+3, 3 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Eigentlich bin ich für eine Beteiligung des "Volks" an Entscheidungen, die über Belange stattfinden, von denen das "Volk" betroffen ist, oder das Leben der Bürger.

Es ist aber oft eine Frage, ob diese Bürger sich mit der Materie ausreichend auseinandersetzen und das Pro-Contra-Verhältnis entsprechend kritisch hinterfragt haben, bevor sie ihr Ja-Nein-Kreuzchen setzen.
Da kommen dann eben die ganzen Massen mit herein, die ihr Kreuz da hin setzen, wo sie gehört haben, dass das gut ist. Der Kumpel findert das gut, die Tante stimmt zu, von der Schwester der Mutter des Arbeitskollegen hat man gehört, dass die das auch unterstützt, der Berater vom Kardinal ist ja so ein braver Mann, Tante Olga kennt den sogar, und der sagt das auch, und schon hat man den Salat.

Oder die Fragestellung ist so vertrackt angelegt, dass man um "Ja" zu erreichen, "Nein" stimmen soll. Passiert in der Art beim Kieler Möbel-Kraft-Entscheid, wo es drum ging, eine uralte Gartenanlage zu behalten, oder das artenreiche Gelände der Möbelfirma zu verantworten. Hat natürlich die Hälfte der Leute nie gecheckt.

Gefährlich oder nicht hängt damit halt von der Gewichtung der volksüblichen Meinung ab, und der 08/15-Stammtischmasse-und-BILDungsbürger-Geist entscheidet mit.

Eswäre gut, wenn es dafür sowas wie eine Kompetenzprüfung vor der Stimmabgabe gäbe. Hat die abstimmende Person wenigstens verstanden, worüber abgestimmt werden soll. Sich damit auseinandergesetzt, was daraus folgt usw.
Da sehe ich die groben Probleme damit.


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#7
11.10.2016
17:29:20


(+2, 2 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #5 von Alice


Das was Du beschreibst, ist die scheiß scheinheiligkeit der Menschen.


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#8
11.10.2016
17:34:09


(0, 2 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #6 von Homonklin44


Volksentscheide blockieren bloß. Es dauert eh zu lange bis überhaupt irgendwas entschieden wird, dann noch Volksentscheide. Das beste Beispiel, das bayerische Stromtrassendebackel.
Ich bin gegen Volksentscheide.
Dafür sollten die Wahlen verpflichend werden, ab 16 Jahren.


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