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Linda Thompson will lieber ins Gefängnis, als obdachlos und frei zu sein (Bild: Oregon Department of Corrections)

In der Freiheit fühlte sie sich als Transsexuelle nicht sicher, daher ließ sich eine 59-Jährige bei einem Banküberfall schnappen – und erhielt jetzt sechs Jahre Gefängnis.

Ein Gericht in Cheyenne (US-Bundesstaat Wyoming) hat am Mittwoch eine transsexuelle Angeklagte zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil sie im Juli eine Bank überfallen hatte. Der einzige Grund für den Überfall: Die 59-jährige Linda Thompson wollte zurück ins Gefängnis, weil sie sich dort sicherer fühle als in der Freiheit. Konkreter Anlass für den Bankraub sei gewesen, dass sie als Obdachlose in einem Park von vier Unbekannten angegriffen und zusammengeschlagen wurde, als sie gerade schlafen wollte.

"Niemand will, dass Sie im Gefängnis sterben", erklärte Bundesrichterin Nancy Freudenthal bei der Urteilsverkündung. "Es gibt mehr im Leben als eine Gefängnisinsassin zu sein." Sie hoffe, dass die Verurteilte nach ihrer Freilassung wieder als LKW-Fahrerin arbeiten könne. Die Höchststrafe für Bankraub wäre 20 Jahre Haft gewesen.

Im Gerichtsverfahren entschuldigte sich Thompson bei der Bankmitarbeiterin, der sie beim Überfall einen Zettel überreicht hatte, auf dem stand: "Ich habe eine Waffe. Geb mir all dein Geld". "Meine Intention war nicht, Ihnen weh zu tun. Ich wollte nur zurück ins Gefängnis. Es tut mir Leid, dass sie ein Teil davon werden mussten", sagte Thompson während des Prozesses. Nach dem Überfall hatte Thompson vor der Bank auf die Polizei gewartet und sich widerstandslos festnehmen lassen.

Thompson verlor wegen Coming-out ihren Job

Der Fall zeigt, wie schwer es Transsexuelle in den USA noch immer haben. Thompson hatte bereits 2006 in der Dokumentation "Cruel and Unusual" über transsexuelle Gefängnisinsassen in den USA ihr Schicksal geschildert: Sie habe seit dem dritten Lebensjahr gewusst, dass sie eine Frau sei. Als sie 1991 ihr Coming-out als Transsexuelle hatte, verlor sie umgehend ihren Job auf einer Ölplattform. Danach habe sie sich immer wieder für Arbeitsplätze beworben – ohne Erfolg. Arbeitgeber hätten dabei spezifisch ihre Transsexualität als Grund genannt.

1997 wurde Thompson dann erstmals wegen Diebstahls festgenommen und kam in ein Männergefängnis, in dem sie wiederholt von Insassen verprügelt wurde. Wieder in Freiheit fand sie keinen Platz: Sie wurde etwa von Obdachlosenheimen abgelehnt, weil diese keine Transsexuellen aufnehmen wollten. Immer wieder kam sie mit dem Gesetz in Konflikt und wurde schließlich 2010 in das Frauengefängnis "Coffee Creek Correctional Facility" überwiesen. Obwohl die Anstalt als durchaus rau gilt, fühlte sie sich hier offenbar zu Hause – und sagte bereits bei ihrer Freilassung, dass sie am liebsten nicht gehen würde. (dk)



#1 Vater
  • 13.10.2016, 18:24h
  • Das habe ich auch schon oft versucht.

    Leider wurde ich bei keinem meiner Banküberfälle geschnappt.

    :-(

    Jetzt muss ich außerhalb des Knastes leiden. Die Beute von ca. 60 Millionen Euro ist mir dabei nur ein kleiner Trost.
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#2 Alice
  • 14.10.2016, 02:18h
  • Antwort auf #1 von Vater
  • Hey Vater, Du hast vergessen vor der Bank auf die Polizei zu warten - steht doch im Artikel wie man es machen muss.
    Aber ich kann Dir helfen:
    Wenn Du ein Telefon/Handy/Smartphone hast, kannst Du das noch in Ordnung bringen - einfach die Polizei anrufen und Bescheid sagen.
    Oder geh doch mal bei den netten Damen und Herren der Polizeiwache Deiner Wahl vorbei und erzähle denen von Deinem 60 Megaeuroproblem, dann müssen die nicht extra zu dir heraus fahren.
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#3 Miguel53deProfil
  • 14.10.2016, 08:54hOttawa
  • Antwort auf #1 von Vater
  • Dein "Witz" geht voll in die Hose und ist in diesem Fall auch kein schwarzer Humor, sondern vollkommen unangemessen. Aber bitte. Jeder, wie er es mag. Manche moegen es eben unappetitlich.
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#4 MarionAnonym
  • 14.10.2016, 13:45h
  • Das ist ja ein Klischee, dass Trans ein Faible für Knäste haben, wegen der fantasierten harten Kerle dort.
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#5 Vater
#6 Svetlana LAnonym
#7 MarionAnonym