Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 13.10.2016, 12:10h           8      Teilen:   |

Hirschfeld-Tage 2016

Magdeburg: OB Trümper blockiert Gedenken an Magnus Hirschfeld

Artikelbild
Kein Freund von Lesben und Schwulen: Lutz Trümper (früher SPD, jetzt parteilos) ist seit 2001 Oberbürgermeister der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg (Bild: Stadt Magdeburg)

Im Mai forderte der Stadtrat, im Rahmen der Hirschfeld-Tage eine Gedenktafel einzuweihen – vom Oberbürgermeister gibt es noch immer keinen Vorschlag.

Zu Update springen: Gedenktafel soll im Mai 2017 kommen

Die Einweihung einer neuen Gedenktafel für Magnus Hirschfeld in Magdeburg sollte ein Highlight der Hirschfeld-Tage 2016 werden, die ab Ende Oktober in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen stattfinden. Doch daraus dürfte vermutlich nichts mehr werden: Der parteilose Oberbürgermeister Lutz Trümper hat einen entsprechenden Beschluss des Stadtrats bislang ignoriert.

Bereits im Mai war der gemeinsame Antrag (PDF) von SPD, Linken und Grünen verabschiedet worden. Darin gefordert wurde die "Schaffung einer öffentlich zugänglichen Gedenktafel, die in der Innenstadt in geeigneter Weise an das Wirken des Arztes, Sexualforschers und Mitbegründers der ersten Homosexuellen-Bewegung Dr. Magnus Hirschfeld erinnern soll".

Der Oberbürgermeister wurde in dem Beschluss "beauftragt zu prüfen, an welchem Ort, unter welchen Voraussetzungen, zu welchen Kosten und bis zu welchem Zeitpunkt" die Gedenktafel geschaffen werden kann. "Im Verlauf des dritten Quartals 2016" sollte er dazu einen Vorschlag vorlegen.

Fortsetzung nach Anzeige


Linke fordert Aufklärung von Trümper

Da mittlerweile bereits das vierte Quartal des Jahres begonnen hat und Trümper nicht reagiert hat, wandte sich nun die Linksfraktion in einem Brief (PDF) an den Oberbürgermeister. "Der gemeinsam mit der SPD-Stadtratsfraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen" gestellte Antrag ist Anliegen einer großen Mehrheit im Stadtrat gewesen und sollte pflichtgemäß und laut Beschlusslage bearbeitet werden", heißt es darin. "Da eine entsprechende Beschlussvorlage bisher nicht vorliegt, bitten wir Sie um eine unverzügliche Umsetzung des im Mai dieses Jahres gefassten Beschlusses und um kurzfristige schriftliche Antwort und Erläuterung der Verspätungsgründe."

Dieselben Auskünfte wollten wir von der Pressestelle des Oberbürgermeisters bekommen – auf unsere Anfrage wurde bislang nicht reagiert.

Deutschlands homophobster Bürgermeister

Lutz Trümper gilt als Deutschlands homophobster Bürgermeister. Er erhielt 2011 die Homo-Gurke von queer.de, weil er zehn Mal hintereinander die Schirmherrschaft des CSDs in Magdeburg abgelehnt hatte (queer.de berichtete). Für andere lokale Events – etwa ein Festjahr des Heimatvereins Ottersleben und selbst für die "Betonkanu-Regatta der Deutschen Zement- und Betonindustrie" – stand er dagegen zur Verfügung. Er verhinderte zunächst auch, dass am Rathaus eine Regenbogenflagge gehisst wird, wurde aber später vom Stadtrat überstimmt (queer.de berichtete).

Vor zwei Jahren beschimpfte Trümper den Magdeburger CSD als "Saustall", was zu scharfer Kritik führte (queer.de berichtete). Erst nach einer Woche entschuldigte er sich für den Ausfall bei den CSD-Organisatoren (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr trat der Oberbürgermeister aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung aus der SPD aus (queer.de berichtete).

Hirschfeld lebte drei Jahre in Magdeburg



Magnus Hirschfeld lebte von 1894 bis 1896 in Magdeburg und hatte sein noch heute stehendes Wohnhaus in der Nachtweide 95. Er betrieb in Magdeburg drei naturheilkundliche und allgemeinmedizinische Arztpraxen, und zwar in seinem Wohnhaus, in der Schulstraße 4 und im Breiten Weg 168 auf der Höhe des heutigen Ulrichshauses (das im Namen an eine frühere Kirche an der Stelle erinnert).

Anlässlich des 80. Todestags des Sexualwissenschaftlers weihte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) im vergangenen Jahr im Magdeburger Stadtteil Neue Neustadt einen Magnus-Hirschfeld-Weg ein (queer.de berichtete). (mize)

 Update  19.20h: Gedenktafel soll im Mai 2017 kommen

Am Donnerstagabend hat das Büro des Oberbürgermeisters auf unsere Anfrage reagiert. Wir dokumentieren die Stellungnahme von Pressesprecherin Kerstin Kinszorra:

"Das zuständige Fachdezernat hat den Prüfauftrag in den vergangenen Monaten bearbeitet und abschließend eine Stellungnahme verfasst. Dabei gab es u.a. ein Vor-Ort-Treffen am geplanten Standort der Gedenktafel. Die Recherche ergab, dass am früheren Standort von Dr. Magnus Hirschfelds Praxis in der Innenstadt heute das Ulrichshaus steht. Nach gründlichen Abwägungen und Überlegungen, wie das Gedenken an Dr. Magnus Hirschfeld am nachhaltigsten gestaltet werden kann, steht nun der Vorschlag, die Gedenktafel direkt am Ulrichshaus anzubringen.

Die Anbringung wäre am sinnvollsten rund um den Geburts- und Sterbetag im kommenden Mai.

Die Stellungnahme zum Beschluss 898-027(VI)16 ist am kommenden Dienstag (18.10.) auf der Tagesordnung der Oberbürgermeister-Dienstberatung. Sie ist nach Freigabe durch den OB öffentlich einsehbar, wird dann in drei Ausschüssen beraten und könnte am 8. Dezember vom Stadtrat beschlossen werden.

Zur Stellungnahme gehören eine Standort-Ausführungsvorbereitung und ein Kosten- und Finanzierungsplan. Die Gesamtkosten werden mit 3.300 Euro veranschlagt. Es ist vorgesehen, nicht nur Mittel aus dem städtischen Haushalt zu verwenden, sondern auch Drittmittel einzuwerben."

Links zum Thema:
» Homepage der Hirschfeld-Tage
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 8 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 247       40       3     
Service: | pdf | mailen
Tags: lutz trümper, magnus hirschfeld, magdeburg
Schwerpunkte:
 Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Magdeburg: OB Trümper blockiert Gedenken an Magnus Hirschfeld"


 8 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
13.10.2016
16:10:14


(+2, 8 Votes)

Von Pascal Gosker


"Lutz Trümper (früher SPD) [...]"

Okay, das sagt bereits alles...

Was die SPD für Gestalten hervorbringt, haben wir ja oft genug gesehen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
13.10.2016
16:50:59


(+6, 8 Votes)

Von Thorben


Noch so ein Polit-Clown, der es mal auf der rechtspopulistischen Schiene probiert.

Diese unfähigen Leute ahnen nicht mal ansatzweise, was sie anrichten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
13.10.2016
17:38:52


(+2, 6 Votes)

Von Mariposa
Antwort zu Kommentar #1 von Pascal Gosker


Kann man so sehen - ich sehe es ein wenig anders. Die SPD kann froh sein, diesen Kotzbrocken los zu sein. Der Typ ist nämlich offen homophob, die in Berlin hätten durchaus Interesse an fortschrittlicher Politik, sind nur zu lasch und zu bequem, sie auch durchzusetzen. Wäre bei schwarz-grün übrigens wohl nicht viel anders.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
13.10.2016
19:02:20
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von markusbln11


Ach, ich dachte schon, etwas unerwartetes. Abet der ist doch schon ein paar mal entsetzlich aufgefallen.

Leider muss magdeburg den herrn, der vor allem in eigener sache unterwegs ist, noch bis zur nächsten kommunalwahl ertragen.

Es sei denn, es gibt ein realistisches abwahlverfahren.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
13.10.2016
19:10:37


(+5, 7 Votes)

Von ehemaligem User entartet


Die Homophoben scheinen Morgenluft zu wittern. Seit den Erfolgen der AfD scheint Schwulen-Bashing zu einem Volkssport der politischen Klasse zu werden. Wie wir gerade aus Tübingen erfahren haben, spielt auch Parteizugehörigkeit da keine Rolle mehr.

Der Kanzlerin scheint es zu gefallen. Widerspruch ist von ihr und ihrem Einpeitscher Kauder jedenfalls nicht zu hören. Und auch die Äußerungen von Palmer scheinen die Parteiführung der Grünen nicht sonderlich aufzuregen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
13.10.2016
20:54:22


(+4, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""und zwar in seinem Wohnhaus, in der Schulstraße 4 und im Breiten Weg 168 auf der Höhe des heutigen Ulrichshauses (das im Namen an eine frühere Kirche an der Stelle erinnert).""..

Damit dürften die Eigentümer der Immobilie identifiziert sein..

""Die Recherche ergab, dass am früheren Standort von Dr. Magnus Hirschfelds Praxis in der Innenstadt heute das Ulrichshaus steht. Nach gründlichen Abwägungen und Überlegungen, wie das Gedenken an Dr. Magnus Hirschfeld am nachhaltigsten gestaltet werden kann, steht nun der Vorschlag, die Gedenktafel direkt am Ulrichshaus anzubringen.""..

Kuck an..
Nach ""gründlichen Abwägungen und Überlegungen"" heißt hier dann wohl, die Eigentümer des grundstücks mußten aufwendig "überredet" werden sich mit der Erinnerungstafel für den ehemaligen Bewohner zu "arrangieren", ob wohl sich dort Heute wahrscheinlich irgendein "Kirchen-Büro" befindet..

""Die Gesamtkosten werden mit 3.300 Euro veranschlagt. Es ist vorgesehen, nicht nur Mittel aus dem städtischen Haushalt zu verwenden, sondern auch Drittmittel einzuwerben." ""..

Übersetzung :
Wenn die Community sich dort nicht massiv beteiligt, wird da nichts draus, denn wir haben dafür nun wirklich keine Kohle..

Ich kann grad nicht so viel fressen..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
14.10.2016
00:14:14


(+4, 6 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #6 von TheDad


Das Ulrichsshaus dort ist heute wohl so eine Mischung aus Gesundheits- und Einkaufszentrum:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Ulrichshaus_Magdeburg


Link zu www.ulrichshaus-magdeburg.de

Sollte der Oberbürgermeister nicht bereit sein, den vergleichsweise läppischen Betrag vollständig aus der Stadtkasse zu begleichen, würde das wohl gut zu seiner homofeindlichen Amtsführung passen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
14.10.2016
02:09:19


(+5, 5 Votes)

Von Alice
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Tja mit Aussitzen bei "unbequemen" wenn auch offensichtlich berechtigten und vernünftigen Belangen sind so einige derzeit vehement beschäftigt:

'Diese queeren Leutchen, geben einfach keine Ruhe. Immer müssen die herummurkeln.
Jetzt wollen die sogar schon die Ausführung von mit Mehrheit gefällten Stadtratsbeschlüssen einfordern. Und das wo die genau wissen, was ich davon halte. Rücksicht nehmen ist wohl ein Fremdwort für die.'
Lesetipps (auch für eine* Bürgermeister*):
Berlin Story
How the Germans invented gay rightsmore than a century ago.

Link zu www.newyorker.com

... und noch eins:
Magnus Hirschfeld: The Einstein of sex who braved Nazi genocide to wage LGBT crusade

Link zu www.ibtimes.co.uk


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant Tag der Menschenrechte: EKD wirbt für LGBTI-Gleichbehandlung Die Poesie der ersten schwulen Liebe
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt