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Kinostart "Köpek – Geschichten aus Istanbul"

"Ich will nicht mehr nur lieben, ich will auch geliebt werden"


Çağla Akalin spielt in "Köpek – Geschichten aus Istanbul" die unglücklich verliebte Ebru, die sich mit Sexarbeit über Wasser hält (Bild: GMfilms)

Der neue Kinofilm "Köpek" erzählt vom Überleben in Istanbul – eine der drei Hauptfiguren ist die transsexuelle Ebru.

Die Türkei ist ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Eine einerseits frei und modern, andererseits arachaisch und rückständig empfundene Gesellschaft sieht sich radikalen Veränderungen ausgesetzt.

In der Folge des kürzlichen Putschversuchs scheinen längst überwundene Kräfte und Strömungen die Oberhand zu gewinnen, Kräfte, die sich aus Chauvinismus, Homo- und Transphobie, Frauenunterdrückung und einen falschen Begriff von Ehre und Ehrverlust speisen.

"Köpek – Geschichten aus Istanbul", der Spielfilm der preisgekrönten Schweizer Regisseurin Esen Işik, erzählt von drei sehr unterschiedlichen Menschen, die unter diesen überkommenen Strukturen leiden und alles daransetzen, ihr Überleben in Istanbul zu sichern.

Ein Film über die Sehnsucht nach Liebe


Poster zum Film: "Köpek" läuft seit 13. Oktober in deutschen Programmkinos

Wir begleiten Cemo, Hayat und Ebru an einem ganz gewöhnlichen Tag in der Bosporus-Metropole. Der zehnjährige Cemo verkauft Papiertaschentücher auf der Straße und trägt somit zum Lebensunterhalt seiner Familie bei. Er verehrt ein junges Mädchen aus einem besseren Viertel.

Hayat wird von ihrem ungeliebten Ehemann terrorisiert. Als ihr ehemaliger Verlobter den Kontakt wieder sucht, verabreden sie sich zu einem heimlichen Treffen.

Die transsexuelle Ebru wiederum muss sich prostituieren, um über die Runden zu kommen. Sie liebt einen Mann, der sich in der Öffentlichkeit allerdings nicht zu ihr bekennen mag: "Ich will nicht mehr nur lieben, ich will auch geliebt werden."

Die drei Hauptfiguren in "Köpek" setzen alles daran, dass sich ihre Sehnsucht nach Liebe erfüllt, wenn auch nur für einen Moment. Authentisch und mit einem aufmerksamen Blick für die Poesie des Alltags erzählt Esen Işik in ihrem Film eine genauso zärtliche wie bewegende Geschichte über die Liebe, den Tod und die türkische Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

Die Schirmherrschaft über den Kinofilm hat der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir übernommen. Er nannte "Köpek" ein "eindringliches Plädoyer für Offenheit und Aufbruch in der Türkei". (cw/pm)

Vimeo / GMfilms | Offizieller deutscher Trailer

Infos zum Film

Köpek – Geschichten aus Istanbul. Spielfilm. Schweiz/Türkei 2015. Regie: Esen Işık. Darsteller: Oğuzhan Sancar, Bekir Sevenkan, Beren Tuna, Barış Atay, Çağla Akalin, Salih Bademci, Cemal Toktaş. Laufzeit: 94 Minuten, Sprache: türkische Originalversion mit deutschen Untertiteln. FSK 12. Verleih: GMfilms. Kinostart: 13. Oktober 2016