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  • 15.10.2016, 11:00h           22      Teilen:   |

Freibad Hermeskeil

Familienkarte verweigert: Keine Entschuldigung bei Regenbogenfamilie

Artikelbild
Teure Wasserrutsche im Freibad Hermeskeil: Nach einem homophoben Vorfall wird der Familienrabatt wohl komplett abgeschafft

Einem lesbischen Paar mit Kindern wurde im Freibad Hermeskeil die Familienkarte verweigert. Als Reaktion rät der CDU-Bürgermeister zum "Schmunzeln" – und will das ermäßigte Ticket ganz abschaffen.

Weil die Mitarbeiter des Freibads Hermeskeil von Regenbogenfamilien überfordert sind, erwägt Bürgermeister Michael Hülpes die komplette Abschaffung der Familienkarte. Dies kündigte der CDU-Politiker am Freitag gegenüber der Tageszeitung "Trierischer Volksfreund" an.

Die rheinland-pfälzische Gemeinde reagierte damit auf einen wochenlangen Shitstorm. Der Auslöser: Ende August hatte eine Kassiererin des Freibads einem lesbischen Paar mit Kindern das ermäßigte Familienticket verweigert. "Frau und Frau, Mann und Mann geht hier nicht", hieß es zur Begründung (queer.de berichtete).

Der Vorfall, der durch einen vielgeteilten Facebook-Post einer der betroffenen Frauen öffentlich wurde, habe gezeigt, "dass unser Gebührensystem überholt ist", erklärte Hülpes gegenüber dem Regionalblatt. Man werde die Eintrittspreise überarbeiten und "vermutlich die Familienkarte abschaffen".

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Bürgermeister will homophoben Vorfall "nicht überbewerten"

Die Reaktion der Kassiererin dürfe man "nicht überbewerten", diese habe "etwas spontan reagiert", spielte der Bürgermeister die demütigende Diskriminierung herunter. Die Familienkarte sei im Freibad Hermeskeil bereits mehrfach "nachweislich missbraucht" worden.

Der betroffenen Regenbogenfamilie schrieb Hülpes zwar eine Email, entschuldigte sich darin aber nicht. Stattdessen habe er dazu geraten, die Aussage der Kassiererin "mit einer gewissen Gelassenheit und Schmunzeln" hinzunehmen, erklärte eine der beiden verständnislosen Mütter.

Hülpes' Büroleiter Werner Haubrich räumte gegenüber dem "Trierischen Volksfreund" ein, dass das Personal des Freibads "keine Einweisung" erhalten habe, wer einen Anspruch auf die Familienkarte habe. Für ihn sei klar, dass auch homosexuelle Paare mit Kindern einzubeziehen seien. Allerdings will auch Haubrich das Tarifsystem insgesamt "vereinfachen, damit die Mitarbeiter gar nicht erst in Konfliktsituationen geraten".

Familienrabatt wurde auch anderswo schon verweigert

Streit um Familienkarten gab es zuvor bereits vereinzelt in anderen Orten: So hatte der Leipziger Zoo bis 2013 ebenfalls nur Hetero-Paare und deren Kinder als Familien angesehen (queer.de berichtete). Der Klagenfurter Miniaturenpark "Minimundus" akzeptierte erst nach einer Welle des Protestes auch Regenbogenfamilien für sein Familienticket (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr hatte auch das Wabach-Bad im westfälischen Bad Laasphe einem homosexuellen Paar mit Kindern den Familienrabatt verwehrt (queer.de berichtete).

In keinem anderen Ort kam man jedoch bislang auf die Idee, als Reaktion auf die Diskriminierung von Lesben und Schwulen den Familienrabatt ganz abzuschaffen – und damit womöglich alle Lebensgemeinschaften mit Kindern zu bestrafen. (mize)

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Tags: hermeskeil, freibad, familienkarte, diskriminierung, regenbogenfamilie, michael hülpes
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Reaktionen zu "Familienkarte verweigert: Keine Entschuldigung bei Regenbogenfamilie"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
15.10.2016
11:39:32


(+17, 17 Votes)

Von Linus


--------------------------
Als Reaktion rät der CDU-Bürgermeister zum "Schmunzeln"
------------------------

Das ist ja wohl an Zynismus nicht mehr zu überbieten...

Bei handfester Diskriminierung soll man einfach "schmunzeln"...

Eigentlich sollte Diskriminierung (wie in immer mehr anderen Staaten) eine entsprechende Strafe nach sich ziehen! Aber zumindest eine Entschuldigung sollte doch wohl selbstverständlich sein.


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#2
15.10.2016
11:58:40


(+13, 15 Votes)

Von Justus


"erwägt Bürgermeister Michael Hülpes [CDU] die komplette Abschaffung der Familienkarte."

Na toll. Anstatt dass man die Familienkarte für alle Familien anbietet (wie es der gesunde Menschenverstand eigentlich am logischsten fände und was auch am kinderfreundlichsten wäre), will der die jetzt ganz abschaffen.

Nach dem Motto: Immer noch lieber gar keine Familienkarte, statt dass die auch für Regenbogenfamilien gilt. So tief muss bei dem der Hass sitzen...

Und gleichzeitig schürt der so den Hass auf Schwule und Lesben:
denn viele Hetero-Familien, die bisher durch diese Familienkarte ein wenig Geld sparten, werden jetzt sagen "Dank der Schwulen und Lesben müssen wir jetzt mehr zahlen." Nein, das liegt nicht an Schwulen und Lesben, sondern nur an diesem Politiker, der seine eigene Sturheit und Homophobie über eine kinderfreundliche Kommune stellt.


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#3
15.10.2016
12:04:24


(+14, 14 Votes)

Von Sebi
Antwort zu Kommentar #1 von Linus


So reagieren solche Leute immer auf offensichtliche Verfehlungen.

An seiner Reaktion sieht man, dass der die Diskriminierung eigentlich ganz toll findet. Aber das will er als typischer Politiker nicht so offen zugeben, also macht er den ganzen Vorfall einfach lächerlich. So als wäre das nur eine kleine unwichtige Bagatelle, über die man nur "schmunzeln" kann.

Immer wieder die gleichen Muster, wie solche Leute handeln.

Auch das Lächerlichmachen ist eine der Fünf Herrschaftstechniken:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnf_Herrschaftstechnik
en


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#4
15.10.2016
12:09:46


(+12, 14 Votes)

Von Julian S


Ich danke Michael Hülpes und der CDU für diesen Tipp:

Ich werde an meinem Geschäft jetzt ein Schild aufhängen, dass Angehörige einer Religion bei mir mehr zu bezahlen haben. Und wenn sich dann Leute darüber aufregen, werde ich einfach "schmunzeln". Denn das ist ja offenbar für die CDU die angemessene Reaktion auf Diskriminierung.


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#5
15.10.2016
12:09:51


(+13, 13 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ein Mensch mit Charakter würde sich angesichts einer solchen Äußerung abgrundtief schämen, aber die kackbraune Sentina findet wohl immer wieder einen Weg nach oben, um ihren stinkenden Kloakeninhalt in der Bevölkerung zu verbreiten.

Sehr gut kann ich mir vorstellen, wie der Herr Bürgermeister z.B. sonntags mit stolz geschwellter Brust in der Morgenmesse sitzt und den christlichen Worten lauscht, die an diesem Ort sein Ohr besäuseln und den Verstand (sofern überhaupt vorhanden) noch weiter vernebeln.


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#6
15.10.2016
12:15:48


(+11, 17 Votes)

Von Pfui


Es zeigt sich wieder mal:
"Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch!"

Im Land des rosa Winkels ist eine braune Gesinnung für viele immer noch selbstverständlich und gesellschaftlich akzeptiert.

Widerlich und ekelerregend...


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#7
15.10.2016
12:23:52


(+13, 15 Votes)

Von Bürgernähe


Als Politiker hat er die Pflicht, den Bürgern Rede und Antwort zu stehen und uns zu erklären, was er an Diskriminierung so witzig findet.

Bürgermeister Michael Hülpes
Schulstr. 77
54411 Hermeskeil
Tel.: 0 65 03 - 27 18

Quelle:

Link zu www.cdu-trier-saarburg.de

(seine offizielle Homepage bei seinem CDU-Verband)

Anderswo habe ich auch noch eine E-Mail-Adresse gefunden:

m.huelpes@hermeskeil.de


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#8
15.10.2016
12:40:15


(+12, 12 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #2 von Justus


Das ist das deutsche konservative wertesystem, anstatt die jugendliche zu fördern, werden lieber neoliberale konservative Werte gefördert: Was sich nicht behaupten kann, warum auch imer, das wird noch kleiner gemacht.


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#9
15.10.2016
13:03:58


(-13, 17 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Die Abschaffung ist die logische Konsequenz. In der Praxis wird das einfach zu viel missbraucht. Abschaffung der staatlichen Ehe, keine Förderung von Familien und wir haben den ganzen Ärger nicht mehr


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#10
15.10.2016
13:14:07


(+12, 14 Votes)

Von Ralf


Was an Diskriminierung zum Schmunzeln sein soll, erschließt sich mir nicht. Noch weniger zum Schmunzeln ist es, dass eine Vergünstigung für Familien dann abgeschafft werden soll, wenn auch Regenbogenfamilien sie in Anspruch nehmen wollen. Lieber stellt man alle gleich schlecht als gleich gut. So viel zu dem dümmlichen Geschwafel, gesellschaftliche Akzeptanz und rechtliche Gleichstellung seien so gut wie, fast, nahezu, beinahe, mehr oder weniger (oder welche Ausdrücke sonst so verwendet werden) erreicht. Künftige Fragen von Vater-Mutter-Kinder-Familien, weshalb es denn keine Familienkarte mehr gebe, wird der Herr Bürgrmeister dann mit "weil die Homos sie missbrauchen wollten" beantworten. Oder was sonst soll die Bemerkung vom "Missbrauch" der Familienkarte?


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