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  • 16.10.2016, 05:50h           4      Teilen:   |

Interview

Eine transidente Frau führt die grünen Lesben

Artikelbild
Rita Nowak wurde am vergangenen Sonntag in Hannover zusammen mit Anna Paul zu den Sprecherinnen der grünen BAG Lesbenpolitik gewählt. Die 59 Jahre alte pensionierte Bahnbeamtin ist Mitglied des Stadtrats von Recklinghausen (Bild: privat)

Rita Nowak ist neue Co-Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Lesbenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen. Ein Interview.

Von Micha Schulze

queer.de: Herzlichen Glückwunsch zur Wahl! Wo hast du dich bislang politisch engagiert?

Rita Nowak: Erstmal danke für die Glückwünsche. In NRW ist am 14. Mai 2017 Landtagswahl. Hierzu werde ich als Direktkandidatin im Wahlkreis 69 in Recklinghausen und auf der Landesliste antreten [auf dem aussichtslosen Platz 59; d. Red.]. Bei Bündnis 90/Die Grünen bin ich seit 2008 und dort vor allem in den Kommunalpolitik tätig. Auf lokaler Ebene habe ich eine Diversity-Gruppe gegründet. Hier arbeiten Menschen mit, die nicht unbedingt Mitglied der Grünen sind, die aber auch von Diskriminierung und Rassismus betroffen sind. Seit einiger Zeit bin ich in der LAG queer in NRW aktiv und am letzten Sonntag als eine von zwei Sprecherinnen der Bundesarbeitsgemeinschaft Lesbenpolitik gewählt worden.

Sind transidente Frauen in der lesbischen Community vollends akzeptiert?

Es ist nicht einfach, als Frau, die transident ist, überall anerkannt zu werden. Es soll vorgekommen sein, dass wir Trans*-Frauen nicht als vollwertig anerkannt wurden. Daraus ergibt sich natürlich die Frage, was ist bzw. was macht "Frausein" überhaupt aus? Persönlich kann ich nur sagen, dass es innerhalb meiner BAG prima läuft und wir als Sprecherinnen-Team sehr gute Arbeit leisten. Trans* ist also absolut kein Problem.

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Was sind die wichtigsten Themen und Forderungen der grünen BAG Lesbenpolitik?

Die BAG Lesbenpolitik setzt sich gegen den queerpolitischen Stillstand und gesellschaftlichen Rollback ein und für eine moderne und emanzipatorische Queerpolitik für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle. Wir wollen, bei allen Unterschieden, gemeinsam gegen Homo-, Transphobie und für volle Rechte kämpfen. Hierzu gehört u.a. die Änderung des Transsexuellengesetzes (vor allem die Abschaffung des Begutachtungsverfahrens), die Ehe für alle, Einsatz für LSBTI-Flüchtlinge, Eintreten geggen Antifeminismus und für einen Verantwortungsvertrag. Erreichen wollen wir das u.a. durch Aktionspläne gegen Homo-und Transphobie sowie den Ausbau der entsprechenden Beratungsangebote.

Warum sind Lesben und Schwule bei den Grünen auf Bundesebene eigentlich getrennt organisiert?

Die Trennung ist historisch bedingt. Die Bundesarbeitsgemeinschaften Lesbenpolitik und Schwulenpolitik arbeiten aber seit längerem in LSBTI-Fragen zusammen. Innerparteilich führen wir darüber eine Strukturdebatte, aus der ein erstes Ergebnis die Einrichtung eines Arbeitskreises Trans* ist. Wichtig ist für uns vor allem, nicht – wie andere Parteien – einfach irgendwie oder -wo das Etikett "queer" draufzudrucken, ohne dies auch wirklich zu sein.

In Hessen lehnte Schwarz-Grün diese Woche einen LSVD-Sitz im hr-Rundfunkrat ab. Sind die Grünen kein Bündnispartner der queeren Bewegung mehr?

Gerade die Grünen sind eigentlich die idealen Verbündeten der LSBTI-Bewegung. Als ich vor vielen Jahren in die Politik ging, habe ich mir die verschiedenen Parteiprogramme angesehen. Unsere Gesellschaft verändert sich rapide. Eigentlich arbeiten nur die Grünen mit ihren Visionen und Ideen für die Zukunft und die Verschiedenheit der Menschen. Und deshalb bin ich dort eingetreten. Warum nun wir keine queeren Vertreter*innen im hr-Rundfunkrat bekommen, musst du die hessische Fraktion fragen.

Das habe ich getan – es kam keine Antwort… Der grüne Oberbürgermeister Boris Palmer führt derzeit sogar einen regelrechten Kampf gegen die "intolerante" Homolobby. Warum schweigt die Partei, mit wenigen Ausnahmen, zu den Homophobie schürenden Facebook-Posts aus Tübingen?

Unsere BAG möchte klarstellen, dass es sich bei den Äußerungen von Boris Palmer um seine persönliche Meinung handelt. Wir finden es beschämend und unangemessen, was er u.a. über gleichgestellte Partnerschaften von sich gibt. Leider wird ihm immer sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl es hierzu Beschlüsse seitens der Partei gibt.

Links zum Thema:
» Mehr Infos über Rita Nowak auf ihrer Homepage
» Homepage der BAG Lesbenpolitik
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Tags: rita nowak, bag lesbenpolitik, grüne
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Reaktionen zu "Eine transidente Frau führt die grünen Lesben"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
16.10.2016
08:25:15


(+4, 4 Votes)

Von trans_alliance
Mitglied seit 22.10.2016


... wir hoffen auf weiteren Druck innerhalb der LGBTTIQ* Community und der Lesbenpolitik bei Bündnis 90 / Die Grünen,

damit gesetzliche Neuregelungen zu Gunsten von Menschen aus den Bereichen (trans* / Transgender, transident / Transsexualität; und Intersex / Intersexualität; sowie Non-Binary, 3te Option, xte Optionen - endlich beschlossen und umgesetzt werden.

.

Wir fordern die MdB aller Parteien sowie deren Mitglieder auf, sich ihrer historischen Verantwortung bewusst zu werden und die Parteispielchen zu beenden.

Dieses Land braucht Volksvertreter, die unser Land nach vorne bringen, Minderheiten schützen, Ihnen Ihre Rechte und medizinische Versorgung zugestehen und eine Spaltung der Gesellschaft verhindern.

.
.

'Jedes Geschlecht verdient Respekt'


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#2
16.10.2016
15:39:10


(+5, 5 Votes)

Von Svetlana L


Ich find's toll, dass immer mehr selbstbewusste trans*-Menschen nicht nur Politik machen, sondern auch verstärkt Führungsrollen übernehmen. Auch die Gründung eines Arbeitskreises trans* halte ich für sehr begrüßenswert. Ich wünsche mir, dass man dann auch öfter mal was von dem hört.


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#3
16.10.2016
15:41:19


(-6, 6 Votes)

Von Blasimus
Aus Hamburg
Mitglied seit 18.06.2013
Antwort zu Kommentar #1 von trans_alliance


Das ist nichts anderes wie bei der AFD. Auch dort gibt es Lesben und Schwule. Nennt man Alibifunktion.
Ich hoffe die Lügenpartei geht nächstes Jahr unter. Palmer und Kretschmann gleich mit.
Warum es Querr.de so mit den Grünen hat, ist mir schleierhaft.


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#4
18.10.2016
07:15:30


(+3, 3 Votes)

Von Herr Bresskes


Verständnisfrage:

Die BAG Lesbenpolitik tritt ein für einen "Verantwortungsvertrag". Was ist damit gemeint?


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