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Wikileaks veröffentlicht Mail von Wahlkampfchef

Hillary Clinton dachte über Tim Cook als Vizepräsident nach

  • 19. Oktober 2016, 14:12h, noch kein Kommentar

Tim Cook (Mitte) mit dem "Apple Pride"-Shirt und zwei Angestellten beim CSD in San Francisco

Offenbar war der schwule Apple-Chef als möglicher "Running Mate" von Hillary Clinton im Gespräch.

Das Team der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hatte offenbar den schwulen Apple-Chef Tim Cook als ihren möglichen Vize-Kandidaten in Betracht gezogen. Das geht aus einer E-Mail ihres Wahlkampfleiters John Podesta vom 17. März hervor, die von der Enthüllungsplattform Wikileaks gestohlen und diese Woche veröffentlicht worden ist.

Demnach hatte Clinton neben Cook auch weitere amtierende oder frühere Chefs von großen amerikanischen Firmen in die engere Auswahl gezogen, darunter etwa Mary Barra von General Motors, Ursula Burns von Xerox oder Howard Schultz von Starbucks. Auch Melinda und Bill Gates standen auf der Liste. Podesta bezeichnete diese Auwahlliste in der Mail als "Rohfassung". Es ist unklar, wie weit dieser Auswahlprozess gegangen ist und ob Cook überhaupt angefragt wurde.

Cook wäre der erste offen schwule Kandidat gewesen, der bei einer Präsidentschaftswahl für eine der zwei großen Parteien kandidiert. Letztendlich entschied sich Clinton allerdings für den US-Senator Tim Kaine aus dem zwischen Demokraten und Republikanern umkämpften Bundesstaat Virginia.

Apple inspirierte Clinton-Kampagne

Bereits vergangene Woche waren E-Mails aus dem Postfach von John Podesta von Wikileaks veröffentlicht worden, die sich um Apple drehten: Aus einer zwei Jahre alten Mail von Marketingmanagerin Wendy Clark an die Wahlkämpfer geht hervor, dass das Logo der Clinton-Kampagne, das stilisierte H mit einem Pfeil nach rechts, vom Apple-Logo inspiriert wurde. Dieses habe "nichts mit Computern" zu tun, heißt es in der Mail, werde aber mit den Produkten der Firma assoziiert. Dasselbe solle nun auch Clinton mit ihrem Logo gelingen, so die Chefin der Werbeagentur DDB. "Genauso wurde Apples Regenbogen-Logo 1976 gestartet. Es stand einfach für Kreativität und ein anderes Denken."


Das Logo der Clinton-Präsidentschaftskampagne 2016

Wikileaks-Chef Julian Assange hatte bereits im August angekündigt, er wolle "tausende" geklaute Dokumente von der Clinton-Kampagne veröffentlichen, die einen "erheblichen" Einfluss auf die Präsidentschaftswahl haben würden. Er hatte in der Vergangenheit immer wieder Kritik an der Demokratin geübt und unterstützt im Wahlkampf offenbar ihren Kontrahenten Donald Trump. Wegen dieser Einflussnahme auf den Wahlkampf hat ihm die ecuadorianische Botschaft in London am Samstag den Internetzugang gekappt. Assange ist seit vier Jahren Gast der Botschaft, weil er seine Auslieferung an Schweden verhindern will, wo gegen ihn wegen Vergewaltigung ermittelt wird.

Cook ist seit 2014 out

Tim Cook ist seit 2011 Vorstandsvorsitzender des in Kalifornien angesiedelten Unternehmens Apple. Seine Homosexualität war jahrelang ein offenes Geheimnis. Er hat sich aber erst im Jahr 2014 offiziell geoutet (queer.de berichtete).

Sein Konzern gilt seit langem bei der Anerkennung von LGBTI als vorbildlich. Apple erreicht etwa im Corporate Equality Index der LGBT-Organisation Human Rights Campaign seit Jahren die Wertung "100 Prozent". Bereits 2008 setzte sich der Konzern, der damals noch von Steve Jobs angeführt wurde, mit einer Spende für die gleichgeschlechtliche Ehe ein (queer.de berichtete). Auch Cook setzte sich wiederholt für LGBTI-Rechte ein; so verglich er ein homophobes Gesetz in Indiana mit der Rassentrennung, die bis vor einem halben Jahrhundert in großen Teilen der USA geherrscht hatte (queer.de berichtete). Nach der Nominierung von Donald Trump distanzierte sich Apple von den Republikanern (queer.de berichtete). (dk)