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Daniel Krause auf dem Cover seines Anti-Islam-Buches mit dem Untertitel "Ein schwuler Lehrer zeigt Courage" (Bild: HJB-Verlag)

Der wegen Verharmlosung des Holocaust vorübergehend suspendierte schwule Lehrer bekommt weiterhin seine vollen Bezüge.

Die Universität Münster hat dem schwulen Lehrer, Autor und Islamgegner Daniel Krause, der wegen Verharmlosung des Holocaust vom Schuldienst suspendiert worden war, den Doktortitel aberkannt. Darüber berichtete am 16. Oktober die Tageszeitung "WAZ".

Details zu dem Fall wurden in dem Artikel nicht genannt. Die Universität Münster teilte lediglich mit, es habe "wissenschaftliche Mängel" gegeben. Krause hatte 2007 bei dem bekannten Kirchenkritiker Professor Horst Herrmann promoviert.

Massentierhaltung geht Krause näher als Auschwitz

Daniel Krause, der bereits 2012 auf einer Anti-Islam-Demonstration der rechtsextremen Wählervereinigung "Pro NRW" auftrat, hatte im vergangenen Jahr am Holocaust-Gedenktag in einem Radiogespräch erklärt, dass ihm Massentierhaltung näher gehe als der Massenmord in Auschwitz. Darauhin wurde der Studienrat, der damals an einem Weiterbildungskolleg in Unna tätig war, von der Bezirksregierung Arnsberg suspendiert (queer.de berichtete).

Krause legte Widerspruch ein und bekam vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen Recht. Seitdem läuft ein Berufungsverfahren beim Oberverwaltungsgericht. Krause ist derweil nach dem Bericht der "WAZ" bei vollen Bezügen in Heimarbeit tätig.

Im vergangenen Jahr war Daniel Krause auch Auslöser für die Entlassung von David Berger als Chefredakteur des Schwulenmagazins "Männer". Der rechte Theologe hatte nur einen Tag nach Krauses Holocaust-Verharmlosung dessen Polemik "Der Islamismus und die queere Szene" im damaligen "Männer"-Kanal des Medienpartners "Huffington Post" veröffentlicht (queer.de berichtete).

Später wurde Krause "stellvertretender Chefredakteur" von Bergers eigenem Blog "Gaystream", was die Bezirksregierung zu einer Prüfung veranlasste, ob eine nicht genehmigte Nebentätigkeit vorliege. Die letzte Veröffentlichung des Lehrers dort liegt allerdings schon mehrere Monate zurück, die Teamseite ist nicht mehr aufrufbar. (cw)



#1 Laurent
  • 20.10.2016, 15:37h
  • Bei bestimmten Themen sollte man sich - insbesondere als Beamter - nur sehr vorsichtig und auch zurückhaltend äußern.
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#2 MichaelTh
#3 falken42
  • 20.10.2016, 16:39h
  • Antwort auf #1 von Laurent
  • unabhängig von dem was er sagt, gilt für alle das gleiche, beamte oder nicht.

    beamte mit maulkorb haben wir 1945 abgeschafft. jeder beamte ist im gegenteil sogar verpflichtet seine meinung zu unrecht und seiner meinung nach falschen entwicklungen laut zu sagen - er ist eben nicht mehr seinem vorgesetzten verpflichtet sondern der verfassung.

    ich wünschte manche allzu willfährige würden das mehr verinnerlicht haben.
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#4 Stolzer HomoAnonym
#5 NiedergemeiertAnonym
#6 falken42
  • 20.10.2016, 17:03h
  • Antwort auf #4 von Stolzer Homo
  • ich kann dir gar nicht sagen wie oft in meinem leben ich feststellen musste das der holocaust gerade auch in deutschland auf die ermordung der juden reduziert wurde. sinti, roma, russische gefangene, homosexuelle, behinderte, arme - allgemein nicht systemkonforme tauchen weder in der öffentlichen meinung noch in wissenschaftlichen studien angemessen auf. da sie keine ausreichende lobby haben gehen einige "moderne" forscher sogar davon aus, dass es keine relevante Verfolgung gab.
    ich würde mir die gleiche empörung dazu wünschen.
    doch gerade eben lese ich hier auf queer.de in einem kommentar, dass homosexuelle eigentlich oft täter als opfer im dritten reich waren. das mag quantitativ richtig oder falsch sein, es spuckt jedoch den opfern ins gesicht.

    solchen rattenfängern von der rechten seite (wie eventuell dieser herr krause) spielt diese geschichtsverfälschung in die hände. geschichtsverfälschungen, halbwahrheiten, auslassungen - nichts als besser verpackte lügen. mit etwas rethorik kann man daraus jeden unsinn ableiten und begründen. in diesem sinne muss man sehr aufpassen. durchaus ehrliche empörung gegenüber holocaustleugnern (jedoch im obigen sinne reduziert) wird dann zu deren munition.
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#7 NiedergemeiertAnonym
#8 Rosa SoliAnonym
  • 20.10.2016, 17:22h
  • Antwort auf #1 von Laurent
  • Bei bestimmten Themen sollte sich ein Beamter seiner Treuepflicht bewusst sein, die er dem Staat geschworen hat, der ihn umgekehrt dafür ein Leben lang alimentiert!
    Zur deutschen Staatsräson gehört auch, dass man den Holocaust nicht leugnet, verharmlost oder relativiert
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#9 Laurent
  • 20.10.2016, 17:28h
  • Antwort auf #2 von MichaelTh
  • Zur Klarstellung, auch zu #8:

    Abgesehen davon, dass ich das gar nicht meinte, ging es mir vor allem um die Einschränkung der Meinungsäußerungsfreiheit und die Mäßigungspflicht allgemein und nicht, dies zu #3, um die sog. "Remonstrationspflicht."
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#10 falken42
  • 20.10.2016, 17:30h
  • Antwort auf #8 von Rosa Soli
  • auch die staatsräson wurde abgeschafft. 1918 - revolution?
    ich empfehle den film/das buch "der untertan".

    es widert mich zwar an, faschisten zu verteidigen, doch eben das gehört zur demokratie - und eben nicht die staatsräson. die staatsräson führender eliten hat uns 2 weltkriege beschert.
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