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  • 22.10.2016, 19:55h           20      Teilen:   |

Skandal-Transparent

Homophobes Banner beim Spiel Hertha gegen Köln

Artikelbild
Einen derart prominent platzierten homophoben Spruch hat man in der Bundesliga schon länger nicht mehr gesehen (Bild: politikkultur / twitter)

Beim Bundesliga-Spitzenspiel meinten Berliner Fans Richtung Kölner Fans: "Lieber eine Mutter als zwei Väter".

Fans des Bundesliga-Erstligisten Hertha BSC haben am Samstag für einen homophoben Eklat beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln gesorgt. In der Ostkurve hielten sie während des Spiels in den Rängen direkt hinter dem Tor ein gut 30 Meter langes Transparent hoch: "WH'96: Lieber eine Mutter als zwei Väter!"

Das Tumblr-Blog "Ultrapeinlich", das problematische Spruchbände und Transparente aus Spielen sammelt, kommentierte: "Die Fanszene von Hertha BSC hat heute wieder alles gegeben und auf der Suche danach, welche diskriminierenden Klischees denn bei einem Gegner wie dem 1. FC Köln passen, kamen sie auf Homophobie. Dies dann nicht einmal kreativ verpackt, sondern so stumpf, wie nur möglich. Beeindruckend peinlich."

Mit dem homophoben Spruch sollten offenbar die Anhänger der "Wilden Horde" geärgert werden, Ultras des 1. FC Köln. Wie "Ultrapeinlich" später aus dem Archiv herauskramte, hatten diese offenbar Anhänger der Berliner Ultras im Februar mit einem optisch ähnlichen Transparent geärgert. Auf ihm stand: "HB'98: Elf glückliche Väter, eine Mutter." Mit dem Kürzel sind die Berliner Ultras Harlekins gemeint.

Twitter / ultrapeinlich

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"Lasst den Blödsinn"

Der Berliner Fußballclub, der das Spiel mit 2:1 gewann, reagierte auf Twitter bislang eher salopp zu den Vorfall: "Lasst doch den Blödsinn sein!", kommentierte der Verein bei einer Weiterleitung eines kritischen Tweets des Fußballmagazins "11 Freunde". "Hertha BSC distanziert sich seit jeher von jeglicher Form von Diskriminierung!"

Es ist dabei unklar, ob der Verein den "Blödsinn" der Fans meinte oder den Kommentar von "11 Freunde". Das Magazin hatte zu einem Bild des Transparents gemeint: "Schade, Hertha, wieder alles verspielt." Später retweetete der Verein einen Kommentar eines Fans: "Liebe @11Freunde_de, WIR haben gar nichts verspielt. Denn diese dumme Diskriminierung hat mit @HerthaBSC definitiv nichts zu tun."

Twitter / FasziFankurve | Das Ausmaß des Banners macht dieser Tweet deutlich


Der Verein, der mit den Hertha-Junxx einen eigenen queeren Fanclub besitzt, engagiert sich seit Jahren gegen Homophobie, so zeigte er 2014 vor einem Heimspiel einen entsprechenden Spot (queer.de berichtete). 2013 war er dem Berliner Toleranzbündnis beigetreten (queer.de berichtete) und gehörte zu den Erstunterzeichnern der Berliner Erklärung "gegen Homophobie und für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport".

Ob das ausreicht, um das Transparent vergessen zu machen? In der ARD-"Sportschau" wurde es weder gezeigt noch thematisiert. Spiegel Online nannte das Transparent in seiner Spielbesprechung zugleich das "Skandal des Spiels": "In der Hertha-Fankurve wurde ein homophobes Banner hochgehalten, das hoffentlich noch Gegenstand einer Untersuchung durch den DFB sein wird." Jörg Steinert vom LSVD Berlin-Brandenburg meinte am Samstag, er habe Hertha bereits um eine Stellungnahme gebeten. (nb)

 Update  23.10.: DFB prüft
Das Transparent wird ein Thema für den Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes. "Wir werden der Sache nachgehen und das untersuchen", sagte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner dem Kölner "Express". Der Berliner Fußballclub hatte derweil am Abend in seinen sozialen Netzwerken noch seine Erklärung gegen Homophobie aus dem Jahr 2014 verbreitet.

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Tags: fußball, bundesliga, hertha bsc, fc köln, homophobie, transparent
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Reaktionen zu "Homophobes Banner beim Spiel Hertha gegen Köln"


 20 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
22.10.2016
20:05:29


(+8, 12 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Diesen "Fans" sollte unverzüglich Stadionverbot für ihr dummdämliches Verhalten erteilt werden!


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#2
22.10.2016
20:26:10


(+10, 10 Votes)

Von Perro


Wann wird der Hass im Fußball endlich richtig bekämpft? Und wann gibt es endlich effektive Konsequenzen?


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#3
22.10.2016
21:06:43


(-3, 5 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Das Spiel sollte wiederholt werden. Das ist die einzige Sprache, die die Vereine verstehen


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#4
22.10.2016
21:43:12


(+3, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #2 von Perro


Liebe queere Fussbalprofis, zeigt doch Eure Sexualität, die die Natur für Euch vorgesehen hat. Ihr habt es in der Hand, ob noch sollche Hassvergehen im Sport passieren können.
Auch wenn es wahrscheinlich anfangs gehässigkeiten geben kann, macht Euch nichts draus, denn nicht Ihr seit es, die sich schämen müßt, sondern sollche Leute müßen sich schämen, die sollche Situationen herbeiführen.
Ich bin sicher, das Ihr vom Deutschen Fussballbund nicht alleine gelassen werdet.


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#5
22.10.2016
22:10:19
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von puschelchen
Aus irgendwo in nrw
Mitglied seit 18.12.2009


Zuhause noch keinen Punkt abgegeben, Tabellenzweiter, und ein paar Bekloppte schaffen es, dass ich mich dennoch nicht freuen kann. Danke dafür, könnt echt stolz auf Euch sein.


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#6
22.10.2016
22:51:32


(+7, 7 Votes)

Von olfwob


Verstehe echt nicht, warum die entsprechenden Vereine erst großspurig Erklärungen unterschreiben, aber wenn es mal dazu kommt nicht wirklich Stellung beziehen.
Man sollte den jeweiligen Verein dann öffentlich aus dem Kreis der Unterzeichner ausschliessen und ihnen dieses "Alibi" nehmen.


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#7
23.10.2016
01:11:32


(+6, 6 Votes)

Von Alice
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von puschelchen


Ja, mir als Nicht-Sonderlich-Fußball-Interessierte zeigt es (mal wieder) wie viel Blödsinn doch mit Fußball verbunden ist:
Straßenunruhen, Hass, Hooligans, riesiges Polizeiaufgebot, Schlägereien, ...
Ich kenne die Regeln nicht nach denen Fans eine Stadion- oder Saisonsperre bekommen.
Gibt es da eine Regel, die etwa sehr abwertende beleidigende Dinge gegen andere Mitfußballbegeisterte/Spieler/Schiedrichter vorsieht?
So eine Regel (falls existent) sollte man anwenden. Das würde passen, wäre also nicht überzogen und auch nicht untertrieben und die Fans kennen wahrscheinlich diese Regel.
Außerdem ist es wohl höchste Zeit, dass alle Spieler die sich zu LGBT gehörig fühlen nun als Vorbilder / Idole auch dazu stehen: Mensch Ihr seid doch echte mutige Jungs!
Wie heißt es "auf Deutsch" so schön "Man(n) muss schon 'Eier in der Hose haben' um dazu zu stehen".


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#8
23.10.2016
03:43:33


(+9, 9 Votes)

Von AmurPride
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 22.06.2016
Antwort zu Kommentar #4 von hugo1970


Lieber Hugo,
Deinen Appell, sich als Fußballer doch zu outen, mag ja ehrenwert und löblich gemeint sein, ist aber aus der Sicht eines unmittelbar Beobachtenden auch erschreckend wirklichkeitsfern.
Bei meinem 16 jährigen Freund erlebe ich es in jedem Training und in jedem Spiel wie homophob gerade der Vereins-Jugendfußball ist. "Schwul" und "Schwuchtel" gehören da leider zum Standardvokabular. Eltern, Spieler, Trainer, Funktionäre bedienen sich dieses Vokabulars und auch Schiedsrichter unternehmen i. d. R. nichts dagegen.
Aber als Fußballer bist Du auf die Unterstützung und die Zusammenarbeit Deiner Mitspieler auf dem Platz angewiesen! Ohne diese geht es nicht!
Gerade wenn Du Dich für bessere Teams/Vereine bewerben willst.
Und bei einem Standardprofi ist das noch viel schlimmer! Er befindet sich im direkten Konkurrenzkampf mit mehreren gleichstarken anderen Profis um ein und denselben Profivertrag. Es geht um sehr viel Geld. Und welcher Trainer oder Manager verpflichtet einen Spieler, wenn er sich weiß das er sich damit Ärger ins Team holt? Zumal er den schwulen Standardprofi ja durch einen nicht "problembelasteten" Spieler beliebig einfach ersetzen kann?
Warum glaubst Du wohl hat sich Thomas Hitzelsberger erst nach seiner Karriere geoutet?
Und hast Du mitbekommen wie z. B. Jens Lehmann, sein langjähriger Mitspieler beim VfB Stuttgart und in der Nationalmannschaft, spontan live im Ersten als Gastkommentator bei einem Fußballländerspiel auf das Outing reagiert hat? - Wenn er das gewusst hätte, hätte er nicht mehr mit ihm gemeinsam geduscht!
Mein Freund hat sich übrigens gegen Ende der letzten Saison geoutet.
Die Folgen: Er wurde beleidigt, körperlich angegangen und komplett geschnitten von seinen Mitspielern. Ein einziger Mitspieler hat zu ihm gestanden.
Erst nach der Sommerpause wurde es unter dem neuen Trainer etwas besser, der unmissverständlich klar machte das für ihn nur die Leistung auf den Platz zählt und nicht "wer mit wem unter die Bettdecke geht".. wie er sich auszudrücken pflegt.
Aber sobald das Spiel/Training vorbei ist, geht's voll weiter. Man spricht nicht mit ihm, rempelt ihn in einer Tour an, die eine Hälfte seiner Mitspieler duscht jetzt nur noch in Unterhosen, die andere gar nicht mehr wenn er dabei ist. Zu Mannschaftsaktionen wie gemeinsam abhängen oder mal weggehen wird er nicht mehr eingeladen.
Er hat gesagt bis zur Winterpause will er das noch durchziehen. Danach wird er mit Vereinsfußball wohl aufhören. Denn Spaß hat er schon lange keinen mehr!


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#9
23.10.2016
09:04:21


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #6 von olfwob


Die sollen schon in diesem Kreis bleiben, dafür eine gewisse Summe an queere Sportler, oder queere Sportvereine zahlen.


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#10
23.10.2016
09:06:19


(+3, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #8 von AmurPride


Ja, was meinst Du denn, warum ich die Profis auffordere sich zu outen?


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