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  • 24.10.2016, 08:03h           57      Teilen:   |

Sächsische Landeskirche

HuK: Bischof Rentzing spielt "geradezu peinliche Rolle"

Artikelbild
Der homophobste Bischof der evangelischen Kirche: Für Carsten Rentzing entspricht "gelebte Homosexualität" nicht "dem Willen Gottes" (Bild: Steffen Giersch / EVLKS)

Nach dem Segnungsbeschluss der Sächsischen Landeskirche rät Landesbischof Carsten Rentzing vor öffentlichen Zeremonien für lesbische und schwule Paare ab.

Von der überraschenden Entscheidung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, kirchliche Segnungen homosexueller Paare ab kommenden Jahr "im Einzelfall" zu ermöglichen, hat sich nun ausgerechnet der eigene Landesbischof Carsten Rentzing indirekt distanziert.

Gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur idea erklärte Rentzing, die Kirche werde auch künftig "niemandem dazu raten, gleichgeschlechtliche Partnerschaften öffentlich zu segnen". Die Landeskirche sei auch nicht "umgekippt", sagte er in Richtung von Homogegnern: "Am Ende ist man meinem Vorschlag gefolgt, kein allgemeines Recht auf eine Segnung in der Landeskirche zu installieren, sondern eine an die Gewissen der Pfarrerinnen und Pfarrer gebundene Einzelfallregelung."

In dem Beschluss der sächischen Landeskirche vom vergangenen Montag gibt es in der Tat mehrere Einschränkungen: So haben Pfarrer die Möglichkeit, die Segnung abzulehnen. Außerdem müssen sie sich im Vorfeld mit dem Kirchenvorstand beraten. Die Segnung wird von der exklusiv heterosexuell verstandenen Trauung abgegrenzt, auch liturgisch. Es wird ein gesondertes Verzeichnis geführt, das Kirchenbuch bleibt den Homopaaren verschlossen (queer.de berichtete).

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"Erster Schritt in die richtige Richtung".

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) reagierte sowohl mit Lob als auch Kritik auf den Segnungsbeschluss. In einer Pressemitteilung vom Montagmorgen begrüßte die HuK den "Mut der sächsischen Kirchenleitung, der theologischen Überzeugung dieser Mehrheit eine Tat folgen zu lassen, die biblisch gut fundiert ist". Die Gruppe sieht den Segnungsbeschluss als "ersten Schritt in die richtige Richtung".

Die Äußerungen Rentzings kritisierte die HuK jedoch scharf: "Wir halten es für dringend erforderlich, dass die Kirchenleitung und besonders der Bischof den Pfarrerinnen und Pfarrern der Rücken stärken, denen die letzte Entscheidung über die Segnung von lesbischen und schwulen Paaren im Gottesdienst obliegt", erklärte Pfarrer Thorsten Maruschke von der AG Evangelische Kirchenpolitik. Er befüchtet, das Pfarrer, die zur Segnung bereit sind, unter Druck gesetzt werden, und hält es für "gefährlich, wenn Bischof Rentzing von öffentlichen Segnungen abrät und damit Distanz zum Beschluss der eigenen Kirchenleitung sucht".

Auch HuK-Sprecher Markus Gutfleisch ist überzeugt: "Dieser Bischof spielt eine geradezu peinliche Rolle, wenn er vor allem auf diejenigen schielt, die die Segnung ablehnen. Wir erwarten, dass er sein Willkommen nicht nur in Richtung der Konservativen in der Kirche spricht, sondern ebenso an uns Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen."

Württembergische Landeskirche ist neues Schlusslicht

Mit Sachsen erlauben 19 der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland die Segnung von homosexuellen Paaren, in mehreren Kirchen ist zudem eine Trauungszeremonie möglich. Das Schlusslicht bildet nun die württembergische Landeskirche, die eine öffentliche Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren noch immer komplett verbietet. Erst vergangenen Monat rüffelte die Kirchenführung einen Dekan aus Böblingen, weil er einem lesbischen Paar seinen Segen gegeben hatte (queer.de berichtete).

Weitreichende Diskriminierung gibt es nach wie vor auch in der sächsischen Landeskirche. So dürfen homosexuelle Pfarrer nach einem Beschluss von 2012 nur dann mit ihrem Partner im selben Pfarrhaus leben, wenn sie eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sind und der gesamte Kirchenvorstand zugestimmt hat – eine Hürde, die heterosexuelle Pfarrer nicht überwinden müssen (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr wurde ein schwuler Organist aufgrund seiner Homosexualität von einer Chemnitzer Kirche gefeuert (queer.de berichtete).

Der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing sorgte zudem 2015 nach seiner Wahl für Schlagzeilen, als er behauptete, dass "gelebte Homosexualität" nicht "dem Willen Gottes" entspreche (queer.de berichtete). (cw)

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Tags: carsten rentzing, huk, evangelische kirche, segnung, sächsische landeskirche, evlks
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Reaktionen zu "HuK: Bischof Rentzing spielt "geradezu peinliche Rolle""


 57 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
24.10.2016
09:01:50
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von markusbln11


Das ist bemerkenswert; er stellt sich damit gegen die mehrheit der gläubigen und die formal geltende beschlusslage.

Wenn ihm die landeskirche, wie sie mehrheitlich ist, nicht mehr passt, sollte er auf seinen führungsanspruch verzichten und ins glied zurück treten.

In anderen organisationen ist das so standard. Vielleicht auch in der evangelischen kirche.


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#2
24.10.2016
10:26:04


(+6, 8 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von markusbln11


Da diese lutherischen Christen wie wohl alle Religiöse hierarchische Machtstrukturen lieben und verehren, wird er den Beschuss vermutlich weiter torpedieren. Es geht ja ohnehin nur um "Segnungen" (nicht Hochzeiten) und das auch nur "im Einzelfall" - also um eine reaktionäre Haltung, die sich in denkenden Teilen der Bevölkerung ohnehin schon überlebt hat.

Woher hast du die Info, dass "die mehrheit der gläubigen" in Sachsen hinter dem Beschluss steht? Habe ich da was überlesen oder ist der Wunsch Vater deines Gedankens? In Sachsen und Schwaben bin ich mir nicht sicher, was die Mehrheitsmeinung bei Christen in diesem Punkt betrifft.


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#3
24.10.2016
10:38:44


(+11, 11 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


"Das Böse" scheint Rentzings Lebensthema zu sein. Er hat über das Böse bei Luther und Barth promoviert, und nun beschäftigt er sich mit dem "Bösen" von Homosexuellen.
Für mich ist Rentzing ein klassischer Fall von einem Mann, der das eigene uneingestandene "Böse" auf andere Menschen projiziert und dort - statt bei sich selbst - verurteilt. Eigentlich gehört dieser Mann in Behandlung.


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#4
24.10.2016
10:45:32


(+12, 12 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Mit der Einstellung von Rentzing werden LGBTTIQs ganz offensichtlich diskriminiert und ausgegrenzt.

Alleine von "Einzelfällen" in der kirchlichen Segnung zu sprechen und von einem Abraten der öffentlichen Zeremonie zu sprechen, widerspricht der Menschenwürde und dem Gleichheitsprinzip.

Alles wird gesondert gesehen und bedarf der Beratung des Vorstandes. Darin ist die vorgeheuchelte Nächstenliebe deutlich zu erkennen.

Und die Pfarrer, die für eine gleichberechtigte Segnung in der Kirche stehen, werden nun wegen "Ungehorsam" in Gewissenskonflikte gebracht und unter Druck gesetzt. Das ist doch ein erbärmliches Trauerspiel.


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#5
24.10.2016
11:46:22


(-1, 7 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #2 von userer


"Da diese lutherischen Christen wie wohl alle Religiöse hierarchische Machtstrukturen lieben und verehren"

Nun ja, das tun viele ja gerade nicht, indem sie sich - zumindest teilweise erfolgreich - gegen ihren Landesbischof durchsetzen. Gruppenbezogene Pauschalisierungen sind immer unfair, egal von welcher Gruppe sie stammen. Dass nun gerade Lutheraner hierarchische Machtstrukturen per se gut heißen, will sich mir nicht erschließen. EIn zentraler Impuls von Luthers reformatorischem Wirken war das Aufbegehren gegen sinnentleerte Machtpolitik von Papst- und Kaisertum und die Förderung der individuellen Gewissenserforschung, auch der einfachen Leute durch Bildung.


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#6
24.10.2016
12:27:17


(+5, 5 Votes)

Von Alice
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Danny387


Oh ja das "Böse" ist ganz wichtig - damit kann Mann sich so schön als das "Gute" hinstellen.

Wer eine Kirche/ein Glaube für alle propagiert, sich Nächstenliebe und Wohltätigkeit (Karitativität) an die (Kirchen-)Fahnen schreibt, sie als eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das wichtigste, Gut und Daseinszweck seiner Kirche/seines Glaubens darstellt, dem kann ich angesichts solcher dummen, kurzsichtigen, beschämenden Forderungen, die nichts anderes bedeuten als Einteilung der Gläubigen in Ober- und Unterklasse nur Unredlichkeit bescheinigen.

Der Bischof ist im falschen Verein, da er sich offensichtlich nicht mit deren Grundwerten identifiziert. Doch wer gibt schon seine hart erkämpfte, gut vom deutschen Staat bezahlte Stelle und spätere Rente auf?
So ein "bisschen Grundwerteverbiegen" ist ja generell Mode bei diversen wichtigen Herren der christlichen Kirchen:
"Gott liebt alle Menschen gleich, doch ..."
Dass die Menschen, die diesen Kirchen angehören, das nicht merken ?!?

Ja, Alice, was meldest du dich?
Alice : "Ich würde gerne mal etwas zum Onkel Bischof sagen!"
"Ja, meinetwegen"

Alice :
Du, Onkel Bischof Rentzing, guck doch mal auf eure EKD-Seite:
"Zwölf gute Gründe, in der Kirche zu sein"
Dort steht unter Nummer 2 etwas Neues für dich:
"2. In der Kirche wird die menschliche Sehnsucht nach Segen gehört und beantwortet."
und, lieber Onkel, guck mal den Punkt 6 an
"6. In der Kirche treten Menschen mit Gebeten und Gottesdiensten für andere ein. Sie tun das auch stellvertretend für die Gesellschaft."

Du kannst diese 12 Gründe auch kaufen :

Link zu www.komm-webshop.de

Vielleicht um sie Dir über den Schreibtisch zu hängen, damit Du die nicht wieder vergisst.

Und da ist noch etwas, was interessant für Dich sein könnte, lieber Onkel Bischof.
Nach so wichtigen Fragen wie ob man in der Kirche fotografieren darf fand ich als letzte Frage, diese da :

"Können wir uns als gleichgeschlechtliches Paar kirchlich trauen lassen?

In vielen evangelischen Gemeinden gibt es die Möglichkeit der Segnung oder gottesdienstlichen Begleitung gleichgeschlechtlicher Paare. In einigen Landeskirchen ist auch eine Trauung möglich. Sprechen Sie Ihren Pfarrer oder Ihre Pfarrerin an!"

nachlesen kannst Du das unter
"
Link zu www.ekd.de
"

Die EKD ist doch auch Deine Dachorganisation und manchmal kann man davon auch etwas für sich lernen. Du schaust auch richtig schlau aus, auf dem Foto, mit offenen Augen für die Welt -
gar nicht so verbissen wie ich das bei Deinen katholischen Kollegen gesehen habe.

Vielen Dank Alice!
Und, Kinder, was denkt ihr darüber?


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#7
24.10.2016
17:15:05


(+2, 8 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Lars


Schauen wir uns doch mal die Fakten an, anstatt Ihrer heißen Luft zu lauschen:

Der Bischof stößt unverhohlen Drohungen aus: "... erklärte Rentzing, die Kirche [sic! nicht er, sondern "die Kirche"] werde auch künftig 'niemandem dazu raten, gleichgeschlechtliche Partnerschaften öffentlich zu segnen'."

Es geht um Segnungen, also ein für diese Christen subjektiv minderwertiges Ritual im Vergleich zur Trauung. Diese bleibt gleichgeschlechtlichen Paaren auch in dieser lutherischen Landeskirche diskriminierend verwehrt.

Das Perfideste obendrauf: Die sächsische Landeskirche führt ROSA LISTEN. "Es wird ein gesondertes Verzeichnis geführt, das Kirchenbuch bleibt den Homopaaren verschlossen."

Also Lars, mäßigen Sie sich in Ihrer dummdreisten Lügerei.


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#8
24.10.2016
17:33:20


(+10, 10 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Ich frag mich manchmal, was in Sachsen los ist. Irgendwas geht da grundsätzlich schief.
Ob es am Grundwasser liegt? Vielleicht ist da irgendetwas drin, was dieses äußerst abstruse Denken und Liebäugeln mit rechtem Gedankengut fördert. Man weiß es nicht. :-)
Wenn man sich so auf den FB-Timelines mancher Personen umsieht, mit denen man Umgang pflegte, bis sie ins AfD- und Pegida-Fahrwasser gerieten (und mittlerweile mitsegeln), dann ist zu sehen, dass da oftmals eine gewisse Wagenburg-Mentalität herrscht. Sachsen ist nach deren Ansicht das arme, völlig zu Unrecht verfolgte Opfer.
Ich bin ja schon froh, wenn ich beim Frühstück die FAZ oder Süddeutsche zusätzlich zum Bonner Generalanzeiger aufschlage, und der Osten spez. Sachsen mal keine Negativschlagzeile liefert.
Naja, und dann das Statement von Rentzing. Es paßt in den Kontext. Ich erwarte einfach nichts Positives aus Sachsen.


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#9
24.10.2016
17:55:15


(-11, 15 Votes)

Von Paulus47


Es ist erfreulich, das nunmehr mit der Landeskirche Sachsen die 19. Landeskirche öffentliche Segnungsgottesdienste ermöglicht hat. Damit hat nunmehr auch diese Kirche kirchenrechtlich homosexuelle Paare anerkannt und sie werden ethisch und theologisch akzeptiert und nicht als sündhaft bewertet.

Das ist ein sehr guter Schritt. Es fehlt als letzte Landeskirche in der EKD nunmehr die Landeskirche Württemberg; aber auch dort läuft bereits die Debatte und wird dies Thema vorangetrieben.


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#10
24.10.2016
18:32:14


(+9, 13 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von Paulus47


""Es ist erfreulich, ""..

Was genau hat Dich davon abgehalten den Artikel zu lesen ?

Unfaßbar !


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